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Möglicherweise schon sehr bald generelle Schulschließungen

Die Kultusminister sind sich einig, dass sie die Schulen trotz Corona möglichst offenhalten wollen – erwarten aber, dass es dennoch sehr schnell anders kommen könnte.

DIE KULTUSMINISTER WOLLEN keine generellen Schulschließungen, bereiten sich aber darauf vor, dass sie kommen – und das womöglich schon sehr bald. So lässt sich die Kernaussage einer kurzen KMK-Pressekonferenz heute Nachmittag zusammenfassen.


Aktualisierungen siehe unten Stand 16.März: Alle Länder haben generelle Schulschließungen beschlossen.


Alle Minister seien sich einig, dass es wie bislang vernünftig sei, den Rat des Robert-Koch-Institutes und weiterer Gesundheitsexperten zum "Maßstab unseren Handelns" zu machen, sagte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe, der die Arbeit der SPD-Bildungsminister koordiniert. Es sei zu hoffen, dass die Expertise der Wissenschaftler auch bei den anderen politischen Akteuren handlungsleitend bleibe, fügte Rabe hinzu – und meinte damit offenbar vor allem die Ministerpräsidenten der Länder, die ebenfalls heute mit der Kanzlerin und führenden Vertretern des Robert-Koch-Instituts zusammensitzen.

Denn so wenig die Kultusminister von flächendeckenden Schließungen halten, so sehr erwarten sie offenbar, dass ihre Chefs sie dennoch anordnen könnten – ob in einzelnen Bundesländern oder womöglich gleich in allen. Und das eventuell sogar schon innerhalb der nächsten 24 Stunden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte schon am Morgen generelle Schulschließungen für sein Bundesland nicht mehr ausgeschlossen. Und als erste deutsche Großstadt hat Halle in Sachsen-Anhalt mitgeteilt, alle Kitas und Schulen bis auf Weiteres zu schließen.

Rabe: 11 Millionen Kinder unter 14 Jahren müssen betreut werden

Alle Verantwortlichen müssten sich klarmachen, dass es 11 Millionen Kinder unter 14 Jahren in Deutschland gebe, die allesamt im Falle von Kita- und Schulschließungen betreut werden müsste, sagte Hamburgs Bildungssenator Rabe am Nachmittag. Ihre Eltern machen zugleich ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland aus.

Stefanie Hubig, SPD-Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz und aktuell KMK-Präsidentin sagte, die Minister seien auf beide Szenarien eingestellt: einzelne Schulschließungen wie bislang oder eben das komplette Dichtmachen. Um über die dann anstehenden Maßnahmen zu sprechen, hat die KMK offenbar ihre gesamte vorgesehene Tagesordnung gekippt.

Hubig betonte, dass es bei keinem der beiden Szenarien Nachteile für diejenigen Schüler geben werde, die aktuell vor Abschlussprüfungen wie ...

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Kommentare

#1 -

McFischer | So., 15.03.2020 - 21:39
Was für ein Trauerspiel des Föderalismus... Es gibt für ihn gute Gründe, ja. Aber an diesem Beispiel hat sich gezeigt, dass der Eigensinn der Länder in den ihnen zugeordneten Bereichen manchmal absurde Züge annimmt. Am Mittwoch Abend kann man sich nicht einigen, jedes Bundesland will selbst bewerten, entscheiden, umsetzen... und drei Tage später machen alle genau das Gleiche. Da sowieso Wochenende war, blieb der Schaden faktisch null, aber symbolisch und politisch ein ganz schlechtes Bild.

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