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Das brüchige Schulversprechen der Kultusminister

Die Bildungspolitik plant den Regelbetrieb für alle Schüler nach den Sommerferien. Das ist gut so. Doch sollte sie sich zugleich verlässlich auf eine zweite Corona-Welle vorbereiten – und dann zwischen älteren und jüngeren Schülern differenzieren.

IN ISRAEL läuft sie längst, die zweite Corona-Welle. In Australien und Japan ebenso, in den USA sind die Neuansteckungen hoch wie nie. Auch in Deutschland stiegen die Infektionszahlen zuletzt wieder, das Robert-Koch-Institut bezeichnet die Entwicklung als "sehr beunruhigend".

Ohne gleich in Alarmismus zu verfallen, der Blick ins Ausland zeigt: Die erst wenige Tage alte Einschätzung von Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, Deutschland habe das Virus derzeit "im Griff", kann, wie er selbst sagte, nur eine "Momentaufnahme" sein. Erst recht in der Urlaubszeit.

Verlässliche Kriterien, wie lange der Regelbetrieb bleibt, fehlen

Genau das macht das Versprechen der Kultusminister, nach dem Sommerferien überall zum schulischen Regelbetrieb zurückzukehren, sofern und solange "es das Infektionsgeschehen zulässt", so brüchig. Denn verlässliche Kriterien, ab wann das Infektionsgeschehen nach Meinung der Länder zu heftig für den Regelbetrieb wäre, fehlen noch immer.

Das ist ein enormes Manko – vor allem, wenn man sich zugleich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass bei einigen Politikern und in einigen Teilen der ...

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Kommentare

#1 -

Susanne Kriegel | Mo., 27.07.2020 - 00:54
Ich bin in der Pädagogik U6 tätig... Alle Eltern rufen nach dem Recht auf Bildung für ihre Kinder. Ich bin der Meinung, viele rufen nach Aufbewahrung. Würden sie nach Bildung rufen, wären längst alle Eltern für kleinere Gruppen- und Klassengrößen, bessere Ausstattung und besseren Personalschlüssel auf die Straße gegangen! Wie soll den mit solchen Rahmenbedingungen bitte gute Bildung stattfinden ?? Und übrigens: In Kitas und Grundschulen halten sich zum einen nicht nur Kinder auf (Selbstverwaltung funktioniert noch nicht richtig), sondern auch Personal, das ansteckend sein könnte, zum anderen übertragen laut Drostens Studie Kleinkinder den Virus symptomfrei. Während jede Kassiererin hinter ...

#2 -

M. Weber | Mo., 27.07.2020 - 10:53
Hallo Hr Jiwarda,



danke d

f. Ihren Beitrag. Was mich nur immer wieder wundert ist der sich zu Aussagen hinreißende Kommentator, in Ihrem Fall sogar in der Zeitung zumind. online. Sie beziehen sich auf Studienaussagen und verallgemeinern diese zu bildungspol. Handlungsempfehlungen, mit Forderungscharakter. Meine Forderung wäre selbige Studien auf die Sie sich beziehen sauber zu zitieren und damit dem Leser die Möglichkeit zu geben sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Meine Beobachtung journalistischer Tätigkeit mit Bezugnahme auf "irgendwelche wissenschaflichen Studien" ist eine oft selektive, wenn nicht sogar oft falsch verstandene Übernahme bzw. Interpretationvon "Studienergebnissen" ohne über statistische Validität bzw. von ...

#3 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 27.07.2020 - 11:14
@M. Weber: Vielen Dank für Ihr Feedback. Dazu allerdings zwei Anmerkungen. Es handelt sich nun einmal um eine Kolumne sprich einen journalistischen Kommentar, der auf den Ergebnissen verschiedener Studien, auch der südkoreanischen, basiert. Diese Ergebnisse sind nicht in allen Details wiedergegeben, weil es sich a) nicht um einen Bericht über die Studie handelt und b) auch nicht um eine wissenschaftliche Arbeit. Aber die Aussagen an sich sind meines Erachtens korrekt, und ich freue mich schon, wenn Sie mir sowohl Liebe zum (notwendigen) Detail als auch ein Interesse an einer transparenten Recherche zugestehen würden. Besten Dank und beste Grüße Ihr J-M ...

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