Ansporn und Warnung
Der Erfolg des Forscherpaares Şahin/Türeci zeigt, was möglich wäre, wenn dieses Land endlich all seine Talente unabhängig von ihrer Herkunft fördern würde. Ein Kommentar.

Biontech-Firmenzentrale in Mainz . Foto: By Epizentrum - Own work, CC BY-SA 4.0 .
ES GEHT UM DIE RETTUNG der Menschheit vor dem Coronavirus. Und um eine gehörige Portion Nationalstolz. Als am Montag die Nachricht eines möglichen Impfstoff-Durchbruchs die Runde machte, bejubelten amerikanische Medien den US-Konzern Pfizer. Während die deutschen vor allem das Mainzer Startup Biontech hochleben ließen.
In jedem Fall haben die Partner Pfizer und Biontech mit ihren Angaben einer 90-prozentigen Wirksamkeit die Erwartungen diesseits und jenseits des Atlantiks hochgejazzt. Erfüllen sie sich, es wäre die größte Erfolgsgeschichte der Forschung seit langer Zeit. Sollten sie sich als voreilig erweisen, wäre der Schaden für das Ansehen der Wissenschaft von derselben Dimension.
Was einmal mehr die Bedeutung überlegter Wissenschaftskommunikation zeigt, doch das nur nebenbei bemerkt. Viel wichtiger: Viele werden im Erfolgsfall die Lebensgeschichten der Biontech-Chefs Uğur Şahin und Özlem Türeci als Beleg dafür zitieren, dass in der Bundesrepublik auch Einwanderern und deren Kindern alle Möglichkeiten und Karrierewege offenstehen, speziell in der Wissenschaft. Der amerikanische Traum in seiner deutschen Variante.
Şahin wurde in der ...
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Kommentare
#1 - Es war zu erwarten, daß diese Argumente in dem…
kommen. Man sollte aber ergänzen, daß Ausnahmetalente
nun mal rar gesät sind. Es gehört auch das entsprechende
Durchsetzungsvermögen dazu. Das hat dann nur bedingt
mit Ungerechtigkeiten in der hiesigen Bildung zu tun.
#2 - Ja, die Argumentation im Artikel ist löchrig, was das…
#3 - Ausnahmetalente sind in der Tat rar gesät. Und genau aus…
#4 - @Edith Riedel:Was für eine Dramatik! ''Menschen, die aus…
Was für eine Dramatik! ''Menschen, die aus einer bildungsfernen Umgebung kommen und sich mit ihrem Durchsetzungsvermögen jeden einzelnen Tag erkämpfen müssen, was für andere selbstverständlich ist''.
Wovon ist hier bloss die Rede. Ich unterrichte seit über 20 Jahren Mathematik an deutschen Universitäten. Hier muss nur eine Sache erkämpft werden von den Studierenden, nämlich das Verständnis des mathematischen Stoffes. Das muss in der Tat täglich erkämpft werden, aber es hilft dabei gar nichts, wenn man aus einer ''gut vernetzten Akademikerfamilie'' kommt. Es hilft nur Talent und selbständige, harte, disziplinierte Arbeit am fachlichen Stoff. Das gilt für alle Studierenden, ganz ...
#5 - Ich kann die Kritik an diesem Artikel nicht nachvollziehen.…
Da gerade die Mathematik – mein Fach – hier im Gespräch ist: Ich verstehe gar nicht, welche Schlussfolgerungen daraus folgern sollen, dass alle Mathe-Studis an der Uni mit dem gleichen Maßstab gemessen werden: denn gerade ...
#6 - Eigenartig: Zu diesem Beitrag äußern sich vor allem…
Wer vor mehr als 30 Jahren die Talenteförderung (vor allem auf dem Gebiet der Mathematik) in der DDR
mitgemacht hat, weiß, wie es ohne Bevorzugung der Herkunft im Schulbereich gehen kann. Nicht umsonst gehört dies zu den wenigen Dingen, die man zum Teil übernommen hat. Man muß aber aus seinem Talent schon selbst etwas machen. Dies habe ...
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