Die Grünen haben ein Orientierungsproblem
SPD-Vizefraktionschef Hubertus Heil über den Streit ums Kooperationsverbot und die Frage, ob es denn nun abgeschafft wurde oder nicht
Es gehörte zu den skurrileren Bildungsdebatten in diesem Herbst. An einem Freitagnachmittag im Oktober verkündete Hubertus Heil, SPD-Vizefraktionschef im Bundestag, plötzlich: "Das Kooperationsverbot für Schulen ist Geschichte!" Im Bundesbildungsministerium von Johanna Wanka (CDU) reagierten sie zunächst konsterniert. Wie kommt Heil denn jetzt darauf? Stunden zuvor hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, ihre Finanzbeziehungen neu zu sortieren. Doch bedeutet das zugleich, dass das seit Jahren so heftig diskutierte Kooperationsverbot erledigt ist? Von Johanna Wanka haben wir einen entsprechenden Satz bis heute nicht gehört, und Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat erst vergangene Woche wieder zu Protokoll gegeben, bei der Bildung verlaufe "eine rote Linie" für ihn. Höchste Zeit, mal bei Hubertus Heil nachzufragen, ob er bei seiner Deutung bleibt.

Vor sechs Wochen haben Sie demonstrativ das Ende des Kooperationsverbots bejubelt. War Ihre Freude im Nachhinein betrachtet zu voreilig?
War sie nicht. Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Das Kooperationsverbot wird aufgebrochen. Bund und Länder haben in einem Gesamtpaket die Bund-Länder-Finanzbeziehungen neu geordnet, und dazu gehört auch der gemeinsame Beschluss, dass der Bund ...
Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels
Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.
Neuen Kommentar hinzufügen