Streitet mal schön!
Das Problem vieler Hochschulsenate sind nicht zu viele Meinungsverschiedenheiten. Das Problem ist der Hang zum gegenseitigen Missverstehenwollen.

GELEGENTLICH KANN MAN den Eindruck bekommen, als herrsche in manchen Hochschulsenaten der Republik nichts als Gezerre. Neulich schrieb ich an dieser Stelle darüber: Hier der Block der Professoren, die mit ihrer verfassungsrechtlich garantierten Dominanz die Rektoren zum Stöhnen bringen. Da die anderen „Statusgruppen“, von den Studierenden bis zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern, die als Gegenmaßnahme die Drittel- oder Viertelparität fordern. Und dann streitet man sich monate- oder jahrelang über Stimmrechte und Verfahrenswege, und zur Not zweifelt man auch mal die Rechtsverbindlichkeit getroffener Entscheidungen an.
So geschehen etwa an der Technischen Universität Berlin. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet von dort jetzt andere Nachrichten kommen. Der Akademische Senat der TU will sich einen Kommunikationskodex geben, berichtet der Tagesspiegel (leider nicht online). Die AG „Kommunikation“ habe entsprechende Vorschläge entwickelt. Um einen „Kulturwandel“ zur „Wertschätzung“ soll es gehen, die Senatsmitglieder sollen sich besser auf die Sitzungen vorbereiten, einen respektvollen Ton miteinander üben und – aha – die jeweiligen Zuständigkeiten akzeptieren. >>
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