Ein Auswahlgremium, das seinen Job ernst genommen hat
Die erste Runde im Tenure-Track-Programm lief anders, als viele es erwartet haben. Gut so.
GESTERN WAR ES soweit: Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat bekanntgegeben, an welche Universitäten die ersten 468 Tenure-Track-Professuren gehen. Bund und Länder wollen mit ihrem gemeinsamen Programm den "wissenschaftlichen Nachwuchs" fördern, auch wenn ihnen dieser Begriff selbst mittlerweile nicht mehr so zusagt. Aber dazu ein anderes Mal mehr. Wissenschaftspolitisch schien die gestrige Entscheidung auf den ersten Blick wenig spannend, weil die Wissenschaftsminister vergangenes Jahr vereinbart hatten, dass die insgesamt 1000 Professuren schön nach Länderproporz vergeben werden sollen. Sprich: Alle bekommen ihren Anteil, eher Gießkanne als Wettbewerb. Doch es kam anders. Drei Schlussfolgerungen.
1. Die 18-köpfige Jury aus Wissenschaftlern, Hochschulmanagern, Nachwuchswissenschaftlern und sechs Ministerialbeamten hat eine Auswahl-Entscheidung getroffen, die wie die Quadratur des Kreises aussieht. In der ersten Runde gab es die Vorgabe: Jedes Land darf maximal die Hälfte der ihm laut Verteilungsschlüssel zustehenden Professuren abräumen. Aber keiner, und das haben die Juroren ausgenutzt, hat gesagt, dass einige Länder nicht auch weniger bekommen können. Genauso wenig wie verboten war, die Länderkontingente auf einzelne Universitäten zu konzentrieren, anstatt sie feinsäuberlich aufzuteilen. Kurzum: Die Jury hat in der ersten Runde wirklich "Hopp" ...
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