Da schreien im Augenblick viele
KMK-Generalsekretär Udo Michallik über die Pläne, das Kooperationsverbot abzuschaffen, zur Legitimation von Kultusminister-Beschlüssen – und über die Frage, welche Rolle er künftig für das KMK-Sekretariat sieht.

Herr Michallik, der Bildungsforscher Eckhard Klieme sagt, die Kultusministerkonferenz (KMK) sei zu klein , um eine Koordinatorenrolle in der Bildungspolitik zu übernehmen. Was antworten Sie als KMK-Generalsekretär?
Was mich an derlei Einwürfen gelegentlich stört, ist, wie die Begrifflichkeiten durcheinanderlaufen. Die KMK ist die Versammlung der Ministerinnen und Minister, die den Bildungs- und Wissenschaftsbereich verantworten. Die kann nicht größer oder kleiner sein, als zuständige Ministerien in den Ländern existieren. Dann gibt es das Sekretariat, das der KMK bei der Erfüllung ihrer Aufgaben hilft, das die länderübergreifende Kooperation der Länder koordiniert.
Die Frage ist, ob das KMK-Sekretariat mehr sein sollte als eine Mini-Behörde, die Tagesordnungen von KMK-Sitzungen aufstellt und anschließend die Protokolle verschickt.
Das Sekretariat ist viel mehr als das Schreibbüro, das Sie umreißen. Wir sind das Gedächtnis der Länder, wenn es um die Bildungsvorhaben der vergangenen 70 Jahre geht. Wir handeln längst eigenständig, wenn wir die Notwendigkeit dafür erkennen. Seit 2010 haben wir den Ländern immer wieder alte Beschlüsse und Empfehlungen vorgelegt, die unseres Erachtens an die Gegenwart angepasst werden mussten. Solches Verwaltungshandeln mag nach außen hin nicht immer spektakulär aussehen, aber wir leisten damit genau das, was Eckhard Klieme und andere fordern.
Erst werfen Sie Klieme vor, die Begrifflichkeiten durcheinander zu bringen, dann stimmen Sie ihm zu?
Moment. Klieme sagt, die KMK solle zusätzliche Aufgaben übernehmen. Das kann man so sehen. Aber dann wäre sie eine im Kern andere Organisation – so dass wir nicht über ein paar Stellen mehr fürs Sekretariat reden, sondern über die Grundfrage, was die KMK ist und sein sollte.
Aber es gibt doch keinen Zweifel, dass die KMK mehr leisten muss. Wenn man im KMK-Sekretariat nach dem bundesweiten Stand bestimmter Schulreformen fragt, heißt es: „Entschuldigung, aber wir wissen auch nicht, wie die Situation in den einzelnen Ländern ist.“ Es kann nicht sein, dass Journalisten Artikel schreiben müssen, damit das eine Kultusministerium weiß, was das nächste macht.
Der Austausch der Länder findet ...
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