Was von Jamaika übrig ist
Könnte man Bildung und Forschung isoliert betrachten, wären die Folgen der gescheiterten Sondierungen gar nicht mal nur negativ.

ES BLEIBT KONSTERNATION. Dass die schwarz-grün-gelben Sondierungen scheitern konnten , war vermutlich jedem bewusst. Erst recht in den vergangenen paar Tagen. Aber so ? Alle weiteren allgemeinpolitischen Einschätzungen zu den Auswirkungen möglicher Neuwahlen auf die Parteienlandschaft überlasse ich meinen Kolleginnen und Kollegen der innenpolitischen Redaktionen. Dem eifrigen Spekulieren könnte ich ohnehin nichts mehr hinzufügen.
Was ich beisteuern kann, sind ein paar Schlussfolgerungen für Bildung und Wissenschaft. Und sie sind im Gegensatz zu dem, was heute sonst über den Äther geht, gar nicht so negativ.
1. Die Jamaika-Sondierer haben die Bildung aufs Treppchen gehoben. Da wird sie auch bleiben. Ausbau der Ganztagsschulen, Digitalpakt, neue Studienfinanzierung: Für diese und weitere Themen waren die Partner, zur Abwechslung mal ganz ohne Streit, bereit, einen zusätzlichen zweistelligen Milliardenbetrag in die Hand zu nehmen. Daran wird jede künftige Koalition mit oder ohne Neuwahlen gemessen werden – und sicherlich nicht mit weniger aufwarten.
2. Keine Einigung gab es beim Streit ums Kooperationsverbot. Hier bleibt das inhaltliche Vakuum der Bildungspolitik überdeutlich, und hierin hätte auch die Enttäuschung eines möglichen Jamaika-Koalitionsvertrages gelegen. Einfach mehr Geld ...
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