Es geht darum, die Leute aus ihren Blasen herauszuholen
Die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger über soziale Innovationen und die Frage, was ein Online-Videoportal mit den dringend benötigen gesellschaftlichen Markplätzen zu tun hat.

Frau Allmendinger, Sie waren dieses Jahr zum ersten Mal Juryvorsitzende beim "Innovationspreis Berlin Brandenburg". Und wie es sich gehört für eine Sozialwissenschaftlerin, haben Sie gleich erstmal einen neuen Preis für Soziale Innovationen durchgedrückt.
Durchgedrückt ist das falsche Wort. Sagen wir mal so: Ich habe mich dafür eingesetzt, dass wir neben den technologischen Innovationen eine weitere Dimension des Fortschritts in den Blick nehmen, die für die Zukunft unserer Gesellschaft mindestens ebenso zentral ist.
Manche rollen bei dem Begriff eher mit den Augen und sagen: Noch so ein Modewort, das total wichtig daherkommt, bei dem aber jeder was Anderes meint. Was genau ist eine "soziale Innovation"?
Eine soziale Innovation zeichnet sich dadurch aus, dass sie der wachsenden gesellschaftlichen Spaltung entgegenwirkt. Was uns in Deutschland fehlt, sind die sozialen Marktplätze, an denen sich die Menschen aus verschiedenen Schichten, Altersgruppen und Kulturen treffen. Soziale Innovationen fördern also gesellschaftliche Solidarität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ein wunderbares Ziel. Bleibt die Frage, wieso uns eine Website für Online-Videos dem näherbringen soll. Der Preis, den Sie am 1. Dezember verleihen, ...
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