Darüber werden wir reden
Was 2017 in Bildung und Forschung wichtig war – und was deshalb 2018 wichtig werden könnte. Ein subjektiver Jahresausblick.

Foto: pixabay/ stux
IN MEINEM AUSBLICK auf das Jahr 2017 fragte ich ganz am Ende: „Wer wird eigentlich Ende des Jahres im BMBF sitzen?“ Kaum einer (ich auf keinen Fall) hätte sich damals vorstellen können, dass wir auch gut drei Monate nach der Bundestagswahl im September keine neue Regierung haben würden. Dass im Bundesministerium für Bildung und Forschung immer noch eine Ministerin Dienst tut, die kurz nach der Wahl verkündet hatte, dass es dann auch mal gut sei mit dem Ministeramt – sobald, nun ja, die neue Koalition im Amt sei. Johanna Wanka hält die Stellung, und ich kann meine letzte Frage aus dem Jahresausblick 2017 bequem per Copy and Paste in diesen Jahresausblick 2018 übernehmen: Wer wird eigentlich Ende des Jahres im BMBF sitzen? In ein paar Augenblicken mehr dazu.
Doch das zu Ende gegangene Politik-Jahr war nicht nur in Sachen geplatzter Jamaika-Sondierungen ereignisreich und kaum vorhersehbar. Auch meine – und Ihre? – Lieblingsthemen Bildung und Forschung boten viel Stoff für aufgewärmten Streit und neue Debatten: Kooperationsverbot, Digitalisierung, Bildungsgerechtigkeit, Hochschulfinanzierung – die Liste lässt sich, siehe unten, fortsetzen. Was bleibt uns davon 2018 erhalten? Welche wegweisenden Entscheidungen stehen an? Und wer werden eigentlich die Bildungs- und Forschungspolitiker sein, die sie treffen müssen? Hier kommt sie also – meine Prognose, worüber ich 2018 am häufigsten berichten werde. Zwangsläufig subjektiv, wacklig, unvollständig und keinesfalls nach Wichtigkeit sortiert. Zumal einige der Vorhersagen sich nicht immer von meinen persönlichen Ansichten trennen lassen, wie ich mir die Dinge wünschen würde. Schauen Sie doch mal, ob das auch Ihre Themen und Perspektiven sind – und ergänzen Sie gern weitere durch Ihre Kommentare.
1. Forschungsfinanzierung: Dritter Anlauf auf die 3?
Gute Nachrichten kann man gar nicht oft genug verkaufen. „3-Prozent-Ziel erreicht!“, lautete 2013 die Überschrift über einer BMBF-Pressemitteilung. Gemeint war der Anteil der Wirtschaftsleistung, den Staat und Unternehmen in Forschung und Entwicklung investieren. Ende 2016 vermeldete das BMBF erneut, allerdings in leicht veränderter Schreibweise: „Drei-Prozent-Ziel erreicht“, und Ministerin Johanna Wanka jubelte: „Noch ...
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