Wir haben es mit einem grundsätzlichen Konstruktionsproblem zu tun
Nächste Woche feiert die KMK ihr 70-jähriges Bestehen und steckt in der Krise. Will sie relevant bleiben, muss sie sich neu erfinden – und zwar schleunigst, sagt Susanne Eisenmann. Eine Bilanz am Ende ihrer KMK-Präsidentschaft – und ein Vorschlag, wie es weitergehen könnte.

Susanne Eisenmann (CDU) , seit 2016 Kultusministerin in Baden-Württemberg, hatte 2017 turnusmäßig die KMK-Präsidentschaft inne. Vor ihrem Ministeramt war sie Stuttgarter Bürgermeisterin für Kultur, Schule und Sport. Foto: KM
Frau Eisenmann, in ein paar Tagen übergeben Sie die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) offiziell an Helmut Holter. Sind Sie erleichtert?
"Erleichtert" ist das falsche Wort. Manchmal ist es einfach hilfreich, in eine neue Aufgabe zu starten und nicht so genau zu wissen, was da auf einen zukommt. Inhaltlich haben wir immerhin erstmals seit 20 Jahren beim Thema berufliche Bildung Akzente setzen können. Und nach einem Jahr KMK-Vorsitz weiß ich: Das ist richtig Arbeit. Aber ich weiß auch: Die KMK ist besser als ihr Ruf.
"Besser als ihr Ruf": Das scheint das größtmögliche Kompliment zu sein, das man dem Club der Bildungs- und Wissenschaftsminister zurzeit machen kann.
Was erwarten Sie? Natürlich ist es ein aufwändiger, ein sehr aufwändiger Prozess, wenn 16 Bundesländer und 16 Kultusministerinnen und Kultusminister sich bis in die Details austauschen und abstimmen, wenn zu zahllosen Themen Gruppen und Unterarbeitsgruppen eingesetzt werden – und wenn Sie als Präsidentin sich dann ständig mit allen zu allem rückkoppeln müssen: Wo stehen wir bei dieser oder jener Frage? Wo hakt es? Das ist die Basis, auf der Sie eine gemeinsame Linie aller Länder entwickeln müssen. Natürlich gelingt das nicht immer, aber es gelingt.
Zu selten?
Ja, ich denke, es ist fair, das zu sagen. Es gelingt bislang zu selten. Aber nochmal: Den Austausch zwischen den 16 Kultusministerien habe ich als offener und gewinnbringender erlebt, als ich ihn – zugegeben ohne jede Vorstellung kommend – erwartet hatte.
Der Bildungsforscher Eckhard Klieme nennt es einen „unbefriedigenden Zustand“ , dass zentrale Fragen in der KMK „eher zufällig, zersplittert und damit ineffizient“ bearbeitet würden. Steckt die Kultusministerkonferenz in einer Krise?
Wäre es eine Krise, ...
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