Als Länder sind wir misstrauisch, wenn der Bund von einer Idee begeistert ist
Lange schien es, als würde die Idee einer Deutschen Lehrgemeinschaft von den Landeswissenschaftsministern abgeblockt werden. Jetzt hat sie es in den GroKo-Koalitionsvertrag geschafft – und die Länder reagieren. Sachsens Ressortchefin Eva-Maria Stange (SPD) lobt die Pläne – und stellt Bedingungen.

Frau Stange, als der Wissenschaftsrat Anfang Mai 2017 eine " bundesweite eigenständige Organisation" zur Förderung der Hochschullehre vorschlug, reagierte die sonst nicht für ihre Schnelligkeit berühmte Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit einer prompten Absage . Weder jetzt noch nach 2020 bräuchten die Hochschulen neue Institutionen, sagte HRK-Präsident Horst Hippler, "sondern vor allem eine klar konzipierte, verlässliche Hochschulfinanzierung in gemeinsamer Verantwortung von Ländern und Bund".
Mit dem zweiten Teil hat die HRK auf jeden Fall Recht. Das Hauptinteresse der Hochschulen, aber auch unser Anliegen als Länder ist zunächst einmal, dass der Hochschulpakt fortgesetzt wird. Ist das sicher und sind wir uns über die Kriterien einig, können wir auch über andere Themen reden.
Das hat die HRK so aber nicht gesagt. Deren "Nein" zur neuen Institution war ohne Wenn und Aber. Übrigens sind auch Sie und Ihre Ministerkollegen, obgleich sie ja im Wissenschaftsrat die Empfehlung mitgetragen haben, zum Thema "eigenständige Organisation für die Lehre" bislang vor allem durch Schweigen aufgefallen. Die einzige, die in der Öffentlichkeit immer wieder für die Idee trommelte, war die Wissenschaftsratsvorsitzende Martina Brockmeier. Und stand damit lange ziemlich allein. Warum eigentlich?
Intern bei den ...
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