Wenn wir nicht aufpassen, machen wir Länder uns in der Bildungspolitik selbst überflüssig
Baden-Württembergs Kultusministerin fordert das Zentralabitur. Wie passt das zu der Frau, die sich mit Händen und Füßen gegen die Lockerung des Kooperationsverbots gewehrt hat? Ein paar Nachfragen.

Susanne Eisenmann. Olaf Konsinsky: " DIDACTA 2017 by Olaf Kosinsky-64.jpg ", CC BY-SA 3.0 .
AUF DEN ERSTEN BLICK scheint das nicht zusammenzupassen: Baden Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat diese Woche in einem Zeitungsinterview die Einführung eines bundesweiten Zentralabiturs gefordert. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie: "Am Ende muss es nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben geben, sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden."
Und das sagt ausgerechnet diejenige Ministerin, die sich Anfang des Jahres bis zuletzt hartnäckig gegen eine für den Digitalpakt geplante Grundgesetz-Änderung (die Lockerung des "Kooperationsverbotes") zur Wehr gesetzt hatte – aus "grundsätzlicher Sorge" um den Bildungsföderalismus?
"Ja", sagt Eisenmann auf Anfrage. "Und beides passt hervorragend zusammen." Ihre grundsätzliche Sorgen um den Bildungsföderalismus hätten sich in den vergangenen Monaten eher noch verstärkt. "Die Ampel steht auf dunkelgelb, wenn wir nicht aufpassen, machen wir uns Länder in der Bildungspolitik selbst überflüssig."
Worauf Eisenmann anspielt: Die Länder haben eine grundsätzliche Reform der Kultusministerkonferenz (KMK) versprochen, in der sie ihre Bildungspolitik abstimmen. Einen neuen Staatsvertrag wollen sie schließen, der mehr Vergleichbarkeit in der Bildungspolitik verheißt.
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