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Die Spirale dreht sich weiter

Die Politik will in der Corona-Krise Handlungsstärke beweisen, dabei warnen inzwischen sogar Virologen vor zu vielen Beschränkungen. Doch die nötige gesellschaftliche Debatte wird weggedrückt.

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Artikelbild: Die Spirale dreht sich weiter

Grafik: DavidZydd / pixabay - cco.

ALEXANDER KEKULÉ GEHT ES gerade ein bisschen wie dem Zauberlehrling. Er kämpft mit den Geistern, die er rief. Heute Morgen twitterte der Virologe: "Eine bundesweite #Ausgangssperre wäre epidemiologisch unbegründet, wirtschaftlich desaströs und eine soziale Katastrophe." Es gebe weniger einschneidende, aber genauso wirksame Mittel.

Kekulé ist am Universitätsklinikum Halle (Saale) Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie. Bis vor einer Woche gehörte er zu jenen Fachleuten, die von der Politik endlich entschiedenes Handeln und immer härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus forderten. Doch seitdem hat sich zwischen Bund, Ländern und vielen EU-Staaten eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt, die dem Motto folgt: Wer legt noch einen drauf?

Und tatsächlich haben heute Mittag die Ministerpräsidenten von Bayern und dem Saarland einseitig "landesweite Ausgangsbeschränkungen" verkündet, wie es auf der Spiegel -Website heißt. Ausgangsbeschränkungen klingt noch nicht ganz so schlimm wie Ausgangssperre, ist aber nicht weit weg davon. Es ist absehbar, dass die nächsten Bundesländer folgen werden. Warum? Weil, siehe oben, die Spirale sich dreht und, was auf eine ...

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Kommentare

#1 -

Statistar | Fr., 20.03.2020 - 19:21
Jede Statistik muss erläutert werden, und wer sich informieren will, findet die Erklärungen. Sie werden zuhauf angeboten, aber jede(r) sucht sich diejenige, die ins Weltbild passt. Und jede(r) interpretiert sie entsprechend passend. Inzwischen sollte klar sein, dass die Statistiken stets nur eine Momentaufnahme abbilden, die in zwei Stunden überholt sien kann.

#2 -

Maik Eichelbaum | Fr., 20.03.2020 - 21:05
Als Nichtvirologe oder -epidemiologe müssen wir uns wie bei allen wissenschaftlichen Themen, die nicht zu unserem Spezialgebiet gehören, auf die Aussagen der Fachexperten verlassen. (Und auch die ändern sich derzeit schnell, weil für uns alle diese Situation kaum fassbar ist.) Es ist jedoch nicht seriös, sondern tendenziös, wenn nur einzelne persönliche Meinungen zitiert werden. Zumal ist eine vielleicht aus dem Zusammenhang gerissene Twittermeldung zumindest für mich keine wissenschaftlich ernstzunehmende Stellungnahme. Und bei allem Respekt, auch eine Frau Esken darf ihre Meinung haben, aber ich nehme doch eher wissenschaftlich-sachkundige Stellungnahmen ernst. Die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie schreibt in ihrer aktuellsten Stellungnahme ...

#3 -

Marco Winzker | Sa., 21.03.2020 - 19:14
Ich finde es ist ein positiver Trend, dass momentan sehr viel auf die Wissenschaft gehört wird. Das war ja in der Vergangenheit nicht immer so. Und dann gibt es natürlich Diskurs zwischen verschiedenen Experten einer Fachdisziplin und zwischen verschiedenen Fachdisziplinen.

Mein Wunsch an die Politk ist es, jetzt mutig zu bleiben. Weiter zuhören, abwägen, Entscheidungen basierend auf den Empfehlungen der Wissenschaft treffen. Nicht sich gegenseitig in Aktivismus übertreffen oder vermeintliche Erwartungen der Wähler überbewerten.

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