Weil es nicht um Schönheitspreise geht
Die Bildungspolitik ist so agil wie der Rest unserer Gesellschaft: nämlich gar nicht. Wenn wir dies anerkennen, können wir uns endlich über Schlussfolgerungen aus der Corona-Bildungsmisere unterhalten. Ein Kommentar.
ALLES WIE ERWARTET: In vielen Bundesländern endeten bereits heute die Weihnachtsferien, und in mehreren Bundesländern gingen erneut die Online-Plattformen in die Knie. Die Empörung darüber folgte ebenso zuverlässig wie die kopfschüttelnden Kommentare: Wenn man es doch habe kommen sehen, warum sei es dann nicht zu verhindern gewesen?
Ehrlich gesagt langweilen mich diese Debatten inzwischen. Denn die Wahrheit ist ziemlich simpel, ebenfalls keine Überraschung und doch brutal, wenn man sie zu Ende denkt: Unser Bildungssystem ist genau wie viele andere Bereiche unserer Gesellschaft und der öffentlichen Verwaltung (man denke nur an die Corona-Meldemoral der Gesundheitsämter oder die Impfterminvergabe) schlicht nicht agil.
Das hat eher mit kulturelle denn mit finanzielle Gründen zu tun: mit Traditionen, liebgewonnenen Abläufen, dem Widerstand gegen Veränderungen. Die Schulen, die Schulverwaltung und die Bildungspolitik sind da nichts Besonderes, sondern – wie eigentlich fast immer – ziemlich typisch für den Zustand unserer Gesellschaft. Damit ist nichts über die rühmlichen Ausnahmen gesagt, all die Schulen und Lehrkräfte, die Behördenmitarbeiter und, ja, auch die Bildungspolitiker, die ...
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