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Moment mal

Einige der Argumente gegen die Reformpläne an der Universität Halle muten reichlich schief an. Ein Debattenbeitrag aus der Halbdistanz

von Anja Steinbeck.

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Artikelbild: Moment mal

Anja Steinbeck ist Rektorin der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und Sprecherin der Mitgliedergruppe der Universitäten in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).Foto: HHU.

ALS AUSSENSTEHENDE, die ihr Wissen ausschließlich aus den öffentlichen Medien bezieht, kann ich nicht beurteilen, ob die Vorschläge der Hochschulleitung der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg verschleppten Reformen geschuldet sind, die nun mit der Brechstange an demokratisch legitimierten Gremien vorbei durchgesetzt werden sollen.

Ebensowenig erlaube ich mir eine Einschätzung, ob die Hochschulleitung die Taktik eines verzweifelt wirkendenden Überraschungsangriffs gegen die Politik gewählt hat oder ob der Wissenschaftsminister versucht, die Universitäten gegeneinander auszuspielen.

Richtig ist in jedem Fall, dass die weiteren Entwicklungen an der MLU weit über Sachsen-Anhalt hinaus von Interesse sind , denn sicherlich stehen auch an anderen Universitäten Strukturreformen an. Für die zukünftigen Diskussionen im Rahmen solcher Reformen sollten einige Argumente, die der Hochschulleitung in Halle entgegengehalten werden, deshalb vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

Darf ein Rektorat Professuren in Studiengängen streichen, mit dem Argument, dass dort die Studierenden fehlen? Ja, wenn Hochschulpaktmittel an Studierendenzahlen und Mittel aus dem "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken" an die ...

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Kommentare

#1 -

Die üblichen V… | Fr., 04.06.2021 - 12:33
Als diejenige, die sich bei gleicher Informationsgrundlage (öffentliche Medien) eine Einschätzung dazu "erlaubt" hat, was die Ursachen für den plötzlichen Reformdruck sein könnten, möchte ich ergänzen: Das sind nicht zwingend Mutmaßungen, sondern die "Eckpfeiler" ergeben sich aus öffentlich einsehbaren Dokumenten: Nachdem ich den Blogbeitrag gelesen habe, habe ich "Hochschulautonomie Sachsen-Anhalt" gegoogelt und wurde in meinen Vermutungen zu den strukturellen Rahmenbedingungen bestätigt.



Und: Leider ist nicht davon auszugehen, dass die notwendigen Einsparungen in Selbstverwaltung umgesetzt werden können, ohne dass Partikularinteressen überwiegen. Denn es sind die gleichen Menschen, deren Entscheidungen zur Überanspruchung des Budgets geführt haben, die jetzt über das "Zurückschrumpfen" entscheiden. ...

#2 -

Bodo Werner | Fr., 04.06.2021 - 22:20
Man kann es hin und her drehen: Die Frage der Finanzen zur Bezahlung der Corona-Schulden wird alle Glieder der
Gesellschaft in der Zukunft hart treffen. Warum soll nur Finanzminister Hilbers in Niedersachsen seinen Kollegen im Hochschul-Ressort in dieser Frage zum Schwur zwingen? In Sachsen-Anhalt hat man das vielleicht bisher verschlafen. Es nützt nichts !

#3 -

Hinzohnekunz | Mi., 09.06.2021 - 21:44
Ja, die (weitere) Professionaliserung von Fakultätsverwaltungen ist eine ebenso notwendige wie lohnende Aufgabe. Die dafür oftmals erforderlichen zusätzlichen Stellen für qualifiziertes Verwaltungspersonal können dabei zumindest teilweise sogar kostenneutral und ohne Verringerung des wissenschaftlichen Outputs generiert werden, wenn nämlich künftig z.B. 9 VZÄ wissenschaftliches Personal ausschließlich wissenschaftliche bzw. wissenschaftsnahe Aufgaben und 1 VZÄ Verwaltungspersonal ausschließlich Verwaltungsaufgaben erfüllt, statt bislang 10 VZÄ wissenschaftliches Personal wissenschaftliche und Verwaltungsaufgaben - letztere (ohne jeden Vorwurf) immer wieder auch qualitativ unzulänglich und mit (zu) hohem Zeitaufwand. Außerdem geht die Professionalisierung der Fakultätsverwaltungen häufig mit einer Entlastung der Zentralen Universitätsverwaltung einher.

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