Nach dem großen Knall
Sie hatten mit fast allen in der Wissenschaft geredet und monatelang gefeilt an ihrer WissZeitVG-Reform. Trotzdem ernteten BMBF und Ampelfraktionen mit ihrem Vorschlag einen Shitstorm. Jetzt ringen sie um die Schlussfolgerungen.
DIE ERLEICHTERUNG, ein paar Tage Zeit gewonnen zu haben, müsse jetzt sehr schnell von einem Plan abgelöst werden, sagte ein hochrangiger Ampel-Wissenschaftspolitiker Anfang der Woche. "Gerade weiß keiner so recht, wie es weitergehen wird."
Eine erstaunlich ehrliche Einschätzung der Lage kurz nach dem großen Knall. Nur 51 Stunden, nachdem Bundesforschungsministerin Bettina Stark Watzinger (FDP) am Freitagnachmittag die mit Spannung erwarteten BMBF-Eckpunkte zur Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) präsentiert hatte, zogen ihre Staatssekretäre diese am Sonntagabend schon wieder zurück. Wobei schon die Wahrnehmungen über das, was da eigentlich am Wochenende passiert ist, in der Koalition auseinandergingen. Und sogar darüber, ob das BMBF seinen Vorschlag überhaupt wirklich zurückgezogen habe.
Der Reihe nach. In der Wissenschaft gilt ein besonderes Arbeitsrecht, das länger als anderswo Stellenbefristungen erlaubt. Mit der Begründung, der wissenschaftliche Arbeitsmarkt diene vor allem der Ausbildung und Qualifizierung künftiger Forschergenerationen und müsse daher flexibel bleiben. Mit dem Ergebnis , dass bundesweit von allen hauptamtlich wissenschaftlichen Beschäftigten ohne Professur 81 Prozent auf einem Zeitvertrag sitzen. Und sogar von denen, ...
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