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Vier Jahre, kein Konsens

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger präsentierte den WissZeitVG-Referentenentwurf. Letzte Bemühungen, bei der Frage der Postdoc-Höchstbefristungsdauer eine Einigung mit den Ampel-Koalitionspartnern zu erreichen, waren zuvor gescheitert.

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Artikelbild: Vier Jahre, kein Konsens

Ministerin Bettina Stark-Watzinger und Staatssekretär Jens Brandenburg während der Pressekonferenz. Foto: Screenshot/JMW.

MIT EINEM PROTESTSTURM in den sozialen Medien hatte es angefangen. 51 Stunden, nachdem Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) Mitte März den Koalitionsvorschlag zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) verkündet hatte, zog ihr parlamentarischer Staatssekretär Jens Brandenburg ihn per Twitter wieder zurück – mit Verweis auf die "Diskussion vor allem zur Höchstdauer der Postdoc-Qualifizierungsbefristung..., die wir sehr ernst nehmen." Seine Kollegin, die beamtete BMBF-Staatssekretärin Sabine Döring, schrieb Minuten später von einer "neuen geteilten Vision", die gebraucht werde, weshalb der Vorschlag "zurück in die Montagehalle" gehe.

Elf Wochen später ist der Vorschlag in Form des angekündigten Referentenentwurfs wieder raus aus der Montagehalle, am Dienstagmittag hat Ministerin Stark-Watzinger ihn in einer Pressekonferenz den Medien vorgestellt. Anders als bei der in Reaktion auf den Proteststurm angesetzten Diskussion gab es diesmal keinen öffentlichen Livestream, was vorab Irritationen in den sozialen Medien verursachte.

BMBF schwenkt auf die Linie der Wissenschaftsorganisationen ein

Dabei war das, was die BMBF-Chefin verkündete, inhaltlich bereits größtenteils erwartet worden. Trotzdem ist es ein bemerkenswerter Vorgang: Denn zumindest das Ziel einer "neuen geteilten Vision" wurde nicht nur verfehlt, beim inhaltlichen Knackpunkt Postdoc-Höchstbefristung ist sogar der bisherige, im März mühsam erreichte Konsens zwischen den ...

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Kommentare

#1 -

Enttaeuschte Hanna | Di., 06.06.2023 - 16:12
Man kann nur jeder #ichbinhanna in D empfehlen, nun absolut genau hinzuschauen, wo man eine Stelle annimmt. Wenn diese oder das Thema keine Chance fuer eine Professur bietet, rennt um Euer Leben. Ihr seid in der Industrie oder im Ausland besser bedient. Deutschland tritt Euch nur mit Füssen.

#2 -

Promovierte Hanna | Di., 06.06.2023 - 16:22
Wir, die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen werden dieses Gesetz bekämpfen! - Liebe Universitäten und Studierende, stellt euch schon einmal auf Streiks bzw. Dienst nach Vorschrift in der zweiten Semesterhälfte und in der Prüfungszeit ein. Die Ministerin, Länder und Hochschulen schätzen die Arbeit von uns promovierten Mitarbeiter*innen offenbar so gering, dass sie bereits bei Vertragsbeginn unseren Rauswurf nach 4 Jahren vertraglich mitbeschließen wollen. - Die Politik wird jetzt leider schmerzlich erfahren müssen, wie es ist, wenn die ach so unwichtige Arbeit von 90% ihrer wissenschaftlichen Belegschaft durch Streik oder Dienst nach Vorschrift niedergelegt bzw. nur noch im Rahmen des Nötigsten erfolgen wird. - ...

#4 -

Na na na | Di., 06.06.2023 - 17:13
Die meisten Hannas haben's immer noch nicht kapiert. Professuren sind Stellen fuer wissenschaftliche Eliten, nicht fuer den Durchschnitt. Keiner zwingt die Hannas, WiMi-Stellen anzunehmen, und wenn die meisten nach spätestens 4 Jahren gehen muessen, merkt die Wissenschaft das gar nicht. Also, werdet erwachsen, Leute!

#5 -

Möp. | Di., 06.06.2023 - 17:50
Jaja, das ist der Geist der Freiheit: du bist so frei, warum tust du dir das an?! Ist schon eine wichtige Frage, die sich jedeR selbst einmal stellen sollte. Und es ist völlig in Ordnung, wenn man sich gegen miese Bedingungen entscheidet und geht. Aber bei der Reform geht es ja nicht um individuelle Lebensentscheidungen, sondern darum, wie wir als Gesellschaft die Bedingungen dieser Jobs gestalten wollen; unabhängig davon, wer aktuell auf diesen Jobs sitzt.

#6 -

Aha, aha, aha | Di., 06.06.2023 - 18:31
@ #4 Na na na:
Zitat: "Die meisten Hannas haben's immer noch nicht kapiert. Professuren sind Stellen fuer wissenschaftliche Eliten, nicht fuer den Durchschnitt."

So möge die 'Elite' Ihre Arbeit alleine erledigen. Das merkt die Wissenschaft eh nicht. (Die meisten Professor*innen sind ohne diejenigen, die die eigentliche Arbeit machen - und zwar von der Konzeption bis zur Umsetzung- ziemlich hilflos.) *Sarkasmus aus.*

#7 -

Hannah | Di., 06.06.2023 - 18:48
zu #4 "na na na": Nach Ihrer Argumentation ist jede und jeder, die/der in einem Unternehmen jeglicher Art beschäftigt ist und nicht innerhalb von vier Jahren in die Chef*innen-Etage aufsteigt, nur Mittelmaß und hat es daher verdient rausgeworfen zu werden? Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass nicht alle Chef*in sein können? Ist Ihnen bekannt, dass ein großer Teil der Arbeit von Professor:innen Führungsaufgaben sind? Wer, glauben Sie, macht den eigentlichen Job, also Lehre und Forschung? Ohne gute Hannas läuft die Universität einfach nicht.



Da Professor:innen nur ca. 10% des wiss. Personals einer Universität ausmachen und die restlichen 90 % Hannas ...

#8 -

Post-Hannah | Di., 06.06.2023 - 18:59
Natürlich verdient der letzte Kommentar keine Antwort, aber eine Bemerkung ist schon am Platz: Der Durchschnitt sitzt auf den Professuren (das wusste schon Max Weber), und heute hat der besonders streberhafte Durchschnitt (der sich im Kennzahlenwettbewerb durchsetzt) alles andere verdrängt. 'Die Wissenschaft' merkt das nur nicht, weil sie schlechter wird.

#9 -

Enttaeuschte Hanna | Di., 06.06.2023 - 19:03
@Na na na

Leider haben Sie es nicht kapiert. Allein kann kein Prof arbeiten ohne #ichbinhanna. Keine Forschung. Keine Publikation.

Deswegen einfach eine andere Karriere einschlagen oder besser ins Ausland schnell gehen. Studium in D kann man mitnehmen, weil kostenlos fuer EU-Bürger, aber dann: Ciao Deutschland. In Schweden bekommen PhD-Studenten gleich einen 5 Jahresvertrag. So einen Schrott wie in D muss man sich einfach nicht geben.

PS: In anderen Länder zahlt man weniger Steuern und findet eine bessere Infrastuktur vor.

#10 -

WissZVG | Di., 06.06.2023 - 19:22
Ich, das WissZVG, sollte den Kettenvertrags- und Befristungswahn beenden. Stattdessen verursachte ich einen Entlassungswahn. Statt mich zu verschärfen, schafft mich bitte ab. Ich will keinem mehr wehtun!

#11 -

Bitte | Di., 06.06.2023 - 21:12


Können wir bitte aufhören, uns hier gegenseitig zu beschimpfen und sachlich bleiben.

- Keiner bestreitet, dass Profs Mitarbeiter*innen brauchen, es geht hier nur darum, ob die besser alle entfristet sind oder nicht.

- Ständig den Forschungsstandort D runterschreiben nutzt gar nichts. Eigentlich steht das Land in vielen Statistiken sehr gut da, und die Systeme in vielen anderen Ländern haben auch ihre Probleme. Ob man mit mehr Entfristungen besser dastehen würde, weiss niemand.

- Pauschal Profs beschimpfen und zum Mittelmaß erklären ist doch Quatsch. Es gibt gute und nicht so gute. Alle haben sich in einem komplexen Prozess durchgesetzt, der schon ...

#12 -

Hanna | Mi., 07.06.2023 - 02:59
#11: "Die Berechnung zur Lehre ist fehlerhaft. Sicher ¾ aller WimIs sind drittmittelfinanziert und haben überhaupt kein Lehrdeputat. Von den anderen sind die meisten befristet, was typischerweise mit 4SWS einhergeht: Profs haben aber 8 oder 9 SWS (von S-Profs abgesehen)."



Dann schauen Sie einmal auf die Haushaltsstellen vieler Unis: z. B. Uni Potsdam: Lehrdeputat für nach WissZVG Befristete mit Einsatzgebiet Lehre&Forschung: 11 SWS. (Entfristete haben 18 SWS zu leisten). Ist bei vielen Unis nicht anders.

#13 -

@Bitte | Mi., 07.06.2023 - 03:13
Ist es Ihnen und einigen anderen noch immer nicht bekannt? Entfristung als Regelfall ist auch kostenneutral möglich: https://mittelbau.net/diskussionspapier-personalmodelle-2/diskussionspapier-personalmodelle/. Es geht beim status quo allein darum, stattdessen befristete Arbeitskräfte billig auszubeuten.

#14 -

Na Na Na | Mi., 07.06.2023 - 10:48
@Hannah: Sie schreiben

"Da Professor:innen nur ca. 10% des wiss. Personals einer Universität ausmachen und die restlichen 90 % Hannas sind, die wiederrum zu ca. 90% befristet sind, heißt das für die Lehre, dass ca. 8 von 10 Lehrveranstaltungen von Hannas gelehrt werden, die nach WissZVG befristet sind."



Diese Art 'Hannahrechnung' ist bemerkenswert. Hannahs halten in der Regel nur Übungen und andere Hilfsveranstaltungen zu Vorlesungen oder Hauptseminaren ab. Zumindest solange sie nicht promoviert sind. Wenn selbständig Vorlesungen von Mitarbeitern gehalten werden, die nicht promoviert sind, liegt i.d.R. ein Verstoss gegen das jeweilige Hochschulgesetz vor. Außerdem gilt die Regel, dass nicht ...

#15 -

Auch nicht meh… | Mi., 07.06.2023 - 12:07
Ich finde es schon recht abwertend von einer Übung als "Hilfsveranstaltung" zu sprechen. Zumindest für die Ingenieurwissenschaften ist die Übung mind. gleichwertig von der Wichtigkeit. Und die klassische Trennung zwischen Vorlesung und Übung ist teilweise sowieso nicht mehr gegeben.

Ich gebe mal exemplarisch für eine Universität konkrete Zahlen bzgl. der Verteilung der Lehrveranstaltungen. Von allen Lehrveranstaltungen werden nominell ...

- 35% von der Professorenschaft,

- 15 % von unbefristetem Mittelbau,

- 50 % von befristetem Mittelbau

gehalten. Dabei sind jetzt nur die Haushaltsstellen berücksichtigt. Hinzu kommen die von Drittmittelbeschäftigten gehaltenen Lehrveranstaltungen. Die Promotionsordnung (und das ist an anderen Universitäten nicht ...

#16 -

Edith Riedel | Mi., 07.06.2023 - 13:01
"Front der Wissenschaftsorganisationen und Professorenmehrheit befriedet"

Das ist der Kernpunkt hier. Die Mehrheit der Professor*innen, die ja auch für die Wissenschaftsorganisationen steht, will weiterhin ein Sklavenheer an befristet beschäftigten Menschen. Am liebsten mit viel Erfahrung (deswegen die vier Jahre), aber ohne Übernahmeverpflichtung. Ich spreche hier ganz deutlich nur von den Postdocs. Dass eine Promotion auf einer befristeten Stelle erfolgt, ist sinnvoll. Danach aber sollten verlässliche Karrierewege existieren. Ich sehe hier die Politik in der Pflicht. Aus sich selbst heraus wird die Wissenschaft an dieser Konstellation nichts ändern, da die, die Einfluss haben, zu sehr vom Status quo profitieren.

#17 -

Hannah mit Dr… | Mi., 07.06.2023 - 14:37
Was mich beschäftigt ist die Frage des Übergangs: Wie wirkt sich das 6+4+2 Modell denn eigentlich auf Menschen aus, die bei Einführung schon 6+4+X haben? Oder bald dort ankommen. Also, viele der Hannahs mit Promotion heute.



Garnicht?



Oder haben diese Menschen (und ich) dann "einfach Pech" und können sich nicht auf die +2 Jahres Stellen mit Anschlusszusage bewerben?

Wäre schön, wenn es hier eine Übergangsregelung geben würde.

Und keine zustätzliche Verknappung von wenigen Dauerstellen entstünde.

#18 -

Na Na Na | Mi., 07.06.2023 - 14:40
@Edith Riedel: Sie sprechen hier von einem "Sklavenheer an befristet beschäftigten Menschen". Meinen Sie das tatsächlich ernst? Sie scheinen sich gar nicht auszukennen im Hochschulbereich. Das sind alles Sklaven, die jederzeit gehen können. Warum nur wollen sie nicht gehen? Tja, scheint wohl doch nicht so schlimm zu sein mit dem Sklaven dasein. Solche Einlassungen sind nur absurd.

#19 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 07.06.2023 - 15:40
Liebe Leser:innen,

ich freue mich wie immer über eine lebhafte und kontroverse Debatte, bitte aber hier und da um Mäßigung im Ton. Mir ist eine gegenseitig wertschätzende Atmosphäre bei mir im Blog sehr wichtig; im Zweifel werde ich Kommentare deshalb nicht freischalten können.

Beste Grüße und vielen Dank für Ihr Engagement
Ihr Jan-Martin Wiarda

#20 -

Karla K. | Mi., 07.06.2023 - 17:01
Liebe:r Na Na Na,



ich erlaube mir eine Anmerkung zu Ihrem Beitrag #14:



Im Hochschulgesetz NRW findet sich für WM lediglich, dass sie ihre Lehraufgaben nach Gegenstand und Inhalt mit ihrer:ihrem zuständigen Prof abzustimmen haben, die dann - unbeschadet des Rechts auf Äußerung der eigenen Lehrmeinung - auch unter deren:dessen fachlicher Verantwortung stehen, eine explizite Einschränkung hinsichtlich Lehrveranstaltung(sart)en oder curricularer Verortung findet sich nicht. Was sich stattdesssen aber findet, ist, dass WM durch den Fachbereichsrat Lehraufgaben zur selbstständigen Wahrnehmung übertragen werden dürfen (§ 44 Abs. 2, § 45 Abs. 2). [selbiges gilt für WM an Unis übrigens auch für die ...

#21 -

Na Na Na | Mi., 07.06.2023 - 22:53
@Karla K



Artikel 72 BayHIG:(2) 1Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern obliegen wissenschaftliche Dienstleistungen. 2Sie werden NACH ANORDNUNG und FACHLICHER BETREUUNG durch die Leitung der Organisationseinheit oder die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, denen sie zugeordnet sind, tätig.... 5In BEGRÜNDETEN Fällen soll wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die selbstständige Wahrnehmung von Aufgaben in Forschung und Lehre übertragen werden.



Satz 2 besagt: i.d.R. fuehren WMs in Bayern KEINE SELBSTAENDIGE Lehre durch, in der Regel(!) ist das dann die Betreuung von Hilfsveranstaltungen wie Uebungen oder Laborbetreuung etc.

Satz 5 besagt: Selbständige Lehre durch WMs ist ein Ausnahmefall und muss besonders begruendet werden. An meiner Fakultaet im MINT-Bereich ...

#22 -

Na Na Na | Mi., 07.06.2023 - 22:57
@Auch nicht mehr Hanna.

Sie schreiben "Ich finde es schon recht abwertend von einer Übung als "Hilfsveranstaltung" zu sprechen. Zumindest für die Ingenieurwissenschaften ist die Übung mind. gleichwertig von der Wichtigkeit."

Das ist falsch. Eine Uebung - auch in den Ingwiss. - gaebe es gar nicht, wenn es keine Vorlesung gaebe, der die Uebung zugeordnet ist. In einer Uebung in den Ingwiss. wird auch kein anderer Stoff als in der zugehoerigen Vorlesg behandelt sondern der Stoff der Vorlesg geuebt. Das nenne ich Hilfsveranstaltung. Von Gleichwertigkeit kann hier gar nicht die Rede sein. Stoff und Tempo werden durch den Hochschullehrer in ...

#23 -

Hanna | Do., 08.06.2023 - 02:29
Einige Beiträge im Diskussionsbereich spiegeln ein Bild wieder, dass die Politik, einige Professor:innen und Hochschulleitungen von ihren erwachsenen, promovierten Fachexpert:innen offenbar manchmal zu haben scheinen: kleine, niedliche WiMis, die hier und da eine unbedeutende Begleitübung anbieten dürfen, um als 30-40jähriger "Nachwuchs" gnädigerweise - sozusagen als Karrierefördermaßnahme - Lehrerfahrung sammeln zu dürfen und leider aber in den meisten Fällen doch zu schlecht sind, um das ach so faire Elitenauswahlverfahren auf eine Professur zu bestehen. (Dabei gibt es - auch wenn alle super gescheit wären und jedes Jahr zig Publikationen und Fördermittel eingeworben hätten nun einmal nur wenige freie Professuren) - Wenn ...

#24 -

lN2 | Do., 08.06.2023 - 11:38
ICh kann die Naivität der Forderungen immernoch nicht nachvollziehen: 2 Jahre Höchstberfristung werden dazu führen dass Personal nach 2 Jahren ausgetauscht wird. UNd wird das die Lehre veschlechtern? In den MINT Fächern machen Doktoranden die Massenlehre (Praktika etc.) Postdocs qualifizieren sich für eine wissenschaftliceh Laufbahn, ich persönlich halte sie so weit es geht aus der Lehre raus, weil sie eben wissenschaftliche Leistung bringen müssen. Ein wenig Arroganz klingt auch aus den Arumenten von Hanna. Si enimmt an, dass ihre Lehre unentberhlicher sei als die, die von Doktoranden geleistet wird. Ist sie aber nicht. Man wird die Lehre einfach verlagern, zumindest ...

#25 -

Karla K. | Do., 08.06.2023 - 12:12
Liebe:r Na Na Na,



vielen Dank für Ihre Konkretisierung, mit der sich die Darstellung einer Quasi-Allgemeingültigkeit in #14 ja durchaus relativiert - auch das Bayerische Hochschulgesetz ermöglicht also grundsätzlich eine Menge für WM. Und: "nach Anordnung" tätig zu werden, ist nun nicht gleichzusetzen mit "im Detail nach Vorgabe auszuführen". Dass eine fachliche Betreuung durch die:den zuständigen Prof erfolgen soll, lässt sich ja insbesondere auch als Arbeitsauftrag an Profs verstehen, dass mit ihrer Stellung eine besondere Verantwortung verbunden ist.



Mir erschiene es hilfreich anzuerkennen, dass Lehrveranstaltungen in einem weiten Raum von Eigenständigkeitsgraden liegen (eine binäre Beschränkung auf "Hilfsveranstaltung" und "selbstständige Lehre" ...

#26 -

Hanna | Do., 08.06.2023 - 15:41
@IN2: "ICh kann die Naivität der Forderungen immernoch nicht nachvollziehen: 2 Jahre Höchstberfristung werden dazu führen dass Personal nach 2 Jahren ausgetauscht wird. UNd wird das die Lehre veschlechtern? In den MINT Fächern machen Doktoranden die Massenlehre (Praktika etc.) Postdocs qualifizieren sich für eine wissenschaftliceh Laufbahn, ich persönlich halte sie so weit es geht aus der Lehre raus, weil sie eben wissenschaftliche Leistung bringen müssen."



--> Sie sagen es: Die Lehre ist bereits auf einem unsäglichen Niveau und kann sich kaum mehr verschlechtern, wenn sie hauptsächlich von Masterabsolvent:innen bestritten wird, die meist weder besonders viel Lehrerfahrung, noch umfangreichere hochschuldidaktische Weiterbildungen ...

#27 -

Antwort auf #1… | Fr., 09.06.2023 - 14:04




Vielen Dank für den Link; verzeihen Sie meine späte Antwort, ich wollte das Dokument erst lesen. Vorweg will ich sagen, dass ich die linksradikale und populistische Sprache der Studie schwer erträglich finde (Warum haben die das nötig?), sie aber inhaltlich eine der Besten ist, die ich bisher zu dem Thema gelesen habe. Sie legt ihre Annahmen klar offen, diskutiert verschiedene Modelle kritisch, kennt ihre Grenzen. Daher wirklich viele Dank.

Sie zeigt aber nur sehr begrenzt, wofür Sie sie anführen. Sie zeigt insbesondere nicht, dass eine Änderung des WissZeitVG ohne Mittelaufwüchse und ohne Nachteile für manche Gruppen zu mehr Dauerstellen führen ...

#28 -

Antwort auf #1… | Fr., 09.06.2023 - 14:04




- Jeder Promovierte, der nicht bleiben darf, ist ein schlimmer Brain-Drain für die Unis

- Jeder Promovierte, der an der Uni bleibt, verschwindet im Elfenbeinturm und ist ein schlimmer Brain-Drain für die Gesellschaft (OK, provokant formuliert, ich übernehme nur die Sprache der Studie)



- Forschungsprojekte dienen niemals der Qualifikation. Es gibt sowas wie "reine Promotionsstellen"

- Äh - was? Über was soll man dann promovieren? Eigentlich freuen sich alle Promovierenden, die ich kenne, über sowas wie eine initiale Idee und einen Plan. Ein Großteil der Verbesserungen der Promotionsphase der letzten Dekade gehen genau in die Richtung - verläßlichere Pläne, klare ...

#29 -

MH | Fr., 09.06.2023 - 14:55
Vielleicht noch ein anderer Aspekt: Es wird in der Kritik häufig geäußert, dass "die Profs" ihre Mitarbeiter:innen nicht entfristen wollen.

Ich kenne jedoch mehrere Kolleg:inn:en, die ihre Mitarbeiter:innen gerne auf einer Stelle des Lehrstuhls entfristen würden, das aber in der Universität nicht durchkriegen, weil die Universität / Fakultät keine Lust hat, das Personal dauerhaft zu haben, selbst wenn der/die Professor:in wegberufen wird oder in den Ruhestand geht.



Ein zweiter Punkt: Oft wählt man Postdocs aus den eigenen Doktorand:inn:en aus und kennt sie dann auch schon. Zumindest in meinem Fach vergibt man aber Postdoc-Stellen auch nicht selten an "Externe". Bevor ich ...

#30 -

Antwort zu Han… | Fr., 09.06.2023 - 16:03


Beitrag #26 ist ein Paradebeispiel für meine klage, dass gerade die "Hanna's" mit unbelegten Behauptungen, populistischen Sprüchen, und großflächigen Verallgemeinerungen nur so um sich werfen. Das schadet der Initiative sehr.



- "Unsägliche Lehrniveau" - machen Sie woran fest? Die Lehrevaluationen an meiner (MINT) Fakultät ergeben fast nie Gesamtnoten unter 2 (Schulnote). Die überwältigende Mehrheit der Evaluationen ist sehr positiv (mit konstruktiver Kritik an vielen Einzelaspekten)



- "Lehre wird vor allem von Masterstudenten gehalten". Äh - wo? An keiner Uni, die ich kenne, halten Studenten Vorlesungen oder Seminare.Manchmal Übungen; finde ich auch kritisch.



- "Brauchen viel Erfahrung für gute Lehre" - ...

#31 -

Prof, Anmerkun… | Fr., 09.06.2023 - 16:22
Ich sehe es genau wie Frau Riedel (#16), aber möchte zu Bedenken geben: liebend gerne übernehme ich die meisten. meiner PostDocs mit Dauerstelle, alleine: woher bezahlen? Wir haben 3 Landesstellen, eine ist Dauerstelle (Akad. Oberrat), 1 zur Promotion befristet, eine PostDoc befristet. Alle anderen (momentan 5-8) Stellen kommen aus Drittmitteln, tlw auch PostDocs. Wenn ich also jemanden entfristen möchte, brauche ich eine Dauerzuweisung, zB vom Bund, bzw. ständig alle 3 Jahre neue Projekte. Wie soll das funktionieren, wer übernimmt die Bürgschaft für den Fall, dass ein PostDoc nicht ständig sich selbst finanzieren kann? Nicht jede/r bekommt eine Professur, das ist ...

#32 -

hmm | Fr., 09.06.2023 - 18:45
@MH

Es kommt immer wieder vor, das Kollegen versuchen, ihre befristet beschäftigten WMs entfristen zu lassen und i.d.R. wird das abgelehnt von Fak/Uni. Der Grund ist nicht, wie Sie schreiben, dass Fak/Uni "keine Lust hat", sondern simpel der, dass bei der Nachfolge der Professur eine WM-Stelle weniger mit im Angebot bei der Ausschreibung ist. Der Nachfolger kann eine Stelle weniger besetzen und muss die 'Altlast' (sorry) mit übernehmen, die typischerweise nicht auf seinem Gebiet forscht und nach 10 als Dauerbeschäftigter auf einer WiMi-Stelle sehr oft auch nicht mehr viel publiziert. Die Nachfolge wird also weniger attraktiv. Das ist speziell im ...

#33 -

Hanna | Fr., 09.06.2023 - 19:57
@MH: "Bevor ich hier entfristen möchte (und dann im Extremfall die nächsten 15 Jahre niemanden mehr auf meiner einzigen festen Mitarbeiter:innenstelle einstellen kann), würde ich die Leute schon gerne eine gewisse Weile kennenlernen, und ja, auch prüfen."



Dies ist leider falsches Anspruchsdenken. Es sind in einer Departmentstruktur nicht "Ihre" Mitarbeiter, sondern die des Instituts. Wenn Sie als Prof. eigene Mitarbeiter wollen, dann werben Sie Drittmittel ein. Haushaltsstellen sollten jedoch allen, insbesondere dem Studiengang dienen. Und in anderen Ländern ist es eben der Normalfall, dass ein Institut aus Mitarbeiter:innen unterschiedlicher Karrierestufen besteht. Nur in Deutschland haben wir noch das feudalistische Lehrstuhlprinzip ...

#34 -

Jan-Martin Wiarda | Fr., 09.06.2023 - 23:25
Liebe Leserinnen und Leser,



vielen Dank für die engagierte Diskussion! Leider fällt es nicht allen immer leicht, den wertschätzenden Ton durchzuhalten. Das ist schade, weil mir dann nur zwei Möglichkeiten bleiben: die Beiträge trotzdem durchzuwinken, was mittelfristig die Atmosphäre im Blog unangenehm verändert. Oder aber Beiträge nicht freizuschalten, was ich möglichst vermeiden will. Im aktuelle Fall schließe ich nun die Kommentarspalte an dieser Stelle und bitte fürs nächste Mal: Gern hart zur Sache, aber wieder freundlich(er) im Ton.



Vielen Dank und viele Grüße

Ihr Jan-Martin Wiarda

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