Es kann nur noch eine Antwort geben
Der Umgang von BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger und ihrer Vertrauten mit der "Fördermittelaffäre" ist eine Geschichte der Fehleinschätzungen. Die letzte führte bis zum bislang größten Leak und weiteren schwerwiegenden Enthüllungen. Das Parlament muss jetzt endlich umfassend seiner Kontrollaufgabe gerecht werden.

DIE WHISTLEBLOWER fackelten nicht lange. Innerhalb weniger Stunden, nachdem die geschasste Staatssekretärin Sabine Döring am Donnerstagmorgen eine Mail mit brisantem Inhalt an das zuständige BMBF-Referat geschickt hatte, in cc zahlreiche weitere Ministeriumsmitarbeiter, gingen die ersten Nachrichten bei Journalisten ein. Inklusive der kompletten Mail und allen Anhängen, die genau jene "Wire"-Chatverläufe enthielten, deren Veröffentlichung BMBF-Chefin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und ihr Ministerium wiederholt abgelehnt hatten. Mit der immer gleichen Begründung, sie seien privat und nicht entscheidungsrelevant gewesen für die Vorgänge im BMBF, die als "Fördermittelaffäre" bekannt wurden.
Vorgänge, die nach Meinung vieler eine schwerwiegende Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit bedeuteten. Doch war es erst das Handling der Affäre durch die Ministerin und ihre Vertrauten, Fehleinschätzung an Fehleinschätzung reihend, wodurch das Verständnis der BMBF-Hausleitung von wissenschaftspolitischer Integrität und Transparenz – und damit Stark-Watzingers Eignung für das Amt – Stück für Stück und am Ende vollends in Frage gestellt wurde. Mit der Konsequenz eines wissenschaftspolitischen Vertrauens- und Reputationsverlustes für die Ministerin und leider auch für das Haus, von dem sich erste nicht mehr und letzteres erst in langer Zeit erholen wird.
Die letzte offensichtliche Fehleinschätzung Stark-Watzingers war, sie könne auch ihren zweiten Auftritt vor dem Bundestags-Forschungsausschuss mit Abwiegeln, Nichtssagen und verbalen Gegenangriffen überstehen. Und das in Gegenwart von Sabine Döring, die zusammen mit der ebenfalls von Stark-Watzinger auf unschöne Weise gefeuerten früheren Abteilungsleiterin Ina Schieferdecker demonstrativ zum Zuschauen gekommen war. Es passierte folgendes: Döring, die sich vor dem Ausschuss nicht äußern durfte , reagierte auf das Gehörte nur zwei Tage später mit ihrer Mail an das BMBF. Und unbekannte BMBF-Whistleblower fühlten sich angesichts des Verhaltens der Ministerin offenbar ihrerseits verpflichtet, diese Mail an die Presse weiterzugeben.
Was Döring ans ...
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Kommentare
#1 - Da fehlen einem doch die Worte. Rücktritt muss doch die…
#2 - Ganz großen Dank für diesen Text. Möge er Gehör finden!
#3 - Das Thema der FDP-Minister)in) erledigt sich spätestens in…
#4 - Ich finde es ziemlich schraeg, dass ein…
#5 - Es ist ein Armutszeugnis der Ampel, dass die Ministerin…
#6 - Durch Ihren Artikel (im Vergleich zum ARD-Artikel) wurde…
Mein Dank gilt Doering, aber auch den Whistleblowern aus dem BMBF. Ihr seid so mutig!
Ich hoffe, Ihr leakt weiter.
Die Ministerin zeigt, dass sie keine Fuehrungskraft ist, sie managet schlecht, sie behandelt ihre Mitarbeiter schlimm, zumindest die, die nicht F-Soldaten sind.
Die Wire-Chats zeigen, dass sie eine Micromanagerin ist und sie respektierte Doering null.
Anscheinend stoerrt es niemanden, dass die FPD Politiker ungeniert Exekutive und Legislative ignorieren. Fatal!
Hier haette ich erwartet, dass Gruene und SPD sich nicht mehr durch die FDP vorführen lassen. Da aber bisher ...
#7 - Der Vorwurf eines instrumentellen Verhältnisses zum…
#8 - Zur Antwort von Ralf Meyer:Vielleicht liegt das aber nur…
Vielleicht liegt das aber nur daran, dass aktuell nicht alle Wire-Chats offen sind. ;-)
Sie koennen trotzdem nicht bestreiten, dass die Kommunikationsstrategien hier ist: Das BMBF gibt vor, was zu tun ist. Frau Schröder folgt.
Ist die Ministerin nicht selbst in der Lage, fuer sich zu sprechen?
Offenbar nicht, denn das BMBF mauert kommunikationstechnisch.
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