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Vermessen ist nur der erste Schritt

Wie Bund und Länder aus Bildungsdaten echte Schulentwicklung machen könnten – und warum erfolgreiche Modelle längst existieren – ein Gastbeitrag von Gabriele Weigand.
Portraitfoto Gabriele Weigand.

Gabriele Weigand ist Erziehungswissenschaftlerin und Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Seit 2018 ist sie Koordinatorin des vom Bund geförderten Forschungsverbundes "Leistung macht Schule" (LemaS), der seit 2023 als "LemaS-Transfer" weitergeführt wird. Foto: Fotografenfamilie Eidens-Holl.

DAS TREFFEN DER STAATSSEKRETÄRE und Amtschefs auf der Wannsee-Insel Schwanenwerder mit Blick auf einen "Gemeinsamen Arbeitsprozess von Bund und Ländern anlässlich des IQB-Bildungstrends 2024" ist sehr zu begrüßen. Es gibt schon viele gut funktionierende Vorbilder für eine vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit – wenn auch auf politisch nachgeordneter Ebene. So zeigen die teilweise über Jahre hinweg laufenden Bund-Länder-Kooperationen, welche die großen Initiativen und Programme (wie BISS, Kompetenzverbund lernen:digital, LemaS, SchuMaS oder das Startchancen-Programm) begleiten, wie es gelingen kann, über Ländergrenzen hinweg Vertrauen aufzubauen, sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen und dabei gleichzeitig landesspezifisch unterschiedliche Wege zu gehen. Bund, Länder, Verwaltung und Wissenschaft arbeiten hier – in enger Verbindung mit der Praxis – an der (Weiter-)Entwicklung von Schulen und Unterricht, insbesondere auch mit dem übergeordneten Blick auf mehr Bildungsgerechtigkeit.

In diesen Bund-Länder-Kooperationen zeigt sich, dass ...

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Kommentare

#1 -

Claudia Solzbacher | Do., 29.01.2026 - 21:56

Danke für den wichtigen Beitrag von Gabriele Weigand. Der Aufruf, dass die wichtigen Programme und Initiativen mehr voneinander lernen sollen und sich so auf zentrale Lehren und Ziele aus den jeweiligen Ergebnissen verständigen sollen, um diese für die Praxis nutzbar zu machen, ist überfällig. Tatsächlich geht es doch in allen Programmen letztendlich um die Verbesserung der Potenziale und Stärken aller Kinder. Dies ist ein Querschnittthema, auch wenn die einzelnen Initiativen dies aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Neben dem wichtigen Ziel der Bildungsgerechtigkeit, das Frau Weigand betont, möchte ich auf den zur Zeit in der Politik zu wenig betrachteten volkswirtschaftlichen Nutzen aufmerksam ...

#1.1 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 02.02.2026 - 14:52

Antwort auf von Claudia Solzbacher (nicht überprüft)

Theoretisch postuliert wird die Begabtenförderung ja nun schon seit langem, auf der Homepage jedes Schulministeriums findet sich etwas in dieser Richtung. Nur was konkret mit den offensichtlich begabten Schülern geschehen soll, das ist nicht so klar. Da gibt es dann Sonderveranstaltungen an einem Tag im Jahr. Das wird wohl nicht reichen, die Begabten bräuchten jede Woche etwas, und zwar in ihrer Schule, nicht lange Fahrtzeiten davon weg (das betrifft auch das Frühstudium: Die nächste Uni liegt nicht neben der Schule). 

Dieser Tage wird die Abschaffung der schriftlichen Division in der Grundschule diskutiert, weil sie als "schwierig" gilt. Niemand sagt, dass ...

#2 -

Dagmar Schäfer | Do., 29.01.2026 - 22:46

Sehr gute Frage, sehr geehrte Frau Weigand: „Welche Konsequenzen sollten die Staatssekretäre und Amtschefs bei ihrem Treffen daraus ziehen?“

Es braucht eine Verständigung über gemeinsame Ziele – oder mehr noch: eine gemeinsam getragene Vision für das Bildungssystem in Deutschland.“

Meine Frage: „ Wann anerkennen die Entscheidungsträger:innen endlich die Expertise, die längst von innovativen Schulen in Deutschland und von anderen Ländern erarbeitet wurde? Wann werden die überholten Strukturen, die Zusammenarbeit in Schulen  und Schulen als lernende Systeme momentan noch behindern, endlich überdacht und geändert?

Ich war 40 Jahre Grund-und Werkrealschullehrerin und weiß, was man mit Kindern alles erreichen kann und wie ...

#2.1 -

Wolfgang Kühnel | So., 08.02.2026 - 14:42

Antwort auf von Dagmar Schäfer (nicht überprüft)

In dem Link zur "neuen Lernkultur" (die wievielte ist das jetzt?) fordern Sie in einer Petition unter anderem:

"Überparteiliche Einigung auf einen gemeinsamen Bildungsbegriff und darauffolgende konzeptorientierte Schulpolitik, im Sinne der auf www.neue-lernkultur-jetzt dargestellten Zielsetzungen."

Es müsste eigentlich klar sein, dass das in unserem Parteienstaat mit den diversen Parteidoktrinen nicht mehr geht. Als das Grundgesetz gerade beschlossen war, da war das vielleicht noch möglich, heute nicht mehr. Man müsste beim Thema Bildung die Parteien entmachten, das würde gleich als Frontalangriff auf die Demokratie gedeutet. Als möglichen Bildungsbegriff gibt es heute auch folgenden aus einer Studie von Prof. Wößmann im Auftrag ...

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