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Was will Eisenmann?

Baden-Württembergs CDU-Kultusministerin hat mit ihrem Vorstoß zum Schulunterricht ab 11. Januar heftige Reaktionen ausgelöst. Was genau aber hat sie eigentlich vorgeschlagen? Und welchen Neuigkeitswert haben ihre Äußerungen wirklich? Eine Analyse.

DAS DIGITALE KOPFSCHÜTTELN von SPD-Chefin Saskia Esken kam per Twitter. "Erst im neuen Jahr sehen wir, wie Shutdown und Feiertage auf die Infektionen wirken", schrieb sie am Montagabend. "Dann überlegen wir, wann wir welche vorsichtigen Lockerungen wagen können. Schulen einfach öffnen ohne Rücksicht auf Inzidenzen, wie Frau Eisenmann es propagiert? Das kann ich nicht ernst nehmen."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach interpretierte "die Ankündigung von Frau Eisenmann" – ebenfalls auf Twitter – wie folgt: "Allenfalls Jahrgänge 8,9 und 11 werden geteilt. Fast alle anderen im Präsenzunterricht. Augen zu und durch... Damit wird in Baden-Württemberg der Lockdown wenig bringen."

Unverständnis kam auch von Journalisten. Der ZDF -Hauptstadtkorrespondent Florian Neuhann twitterte: "Immerhin weiß der Rest Deutschlands jetzt, wie die Kultusministerin von Baden-Württemberg (und CDU-Spitzenkandidatin) heißt, oder? Susanne 'unabhängig von den Inzidenzzahlen' Eisenmann." Und Tobias Peter, RND -Hauptstadtkorrespondent und Bildungsexperte, schrieb: "Man steht wirklich ratlos vor dieser Äußerung von Frau Eisenmann, zumal ja auch die Kultusminister vor dem 5. Januar noch mal beraten wollen."

Am 5. Januar beraten Kanzlerin und Ministerpräsidenten, ob der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, was als sehr wahrscheinlich gilt . Womit sich auch für die Kultusminister die Frage stellt, wie es mit den Schulen weitergeht, die laut dem aktuellen Bund-Länder-Beschluss derzeit "grundsätzlich geschlossen" sind oder unter Aussetzung der Präsenzpflicht offen.

"Unabhängig von den Inzidenzzahlen"

Und genau hierzu hatte Eisenmann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa folgendes gesagt: "Ich gehe davon aus und werbe sehr dafür, dass wir Kitas und Grundschulen in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen und auch Klasse 5, 6 und 7 sowie die Abschlussklassen ...

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Kommentare

#1 -

Frieda | Mi., 30.12.2020 - 10:32
Grundsätzlich finde ich Bemühungen um weitere Sichtweisen als die Hauptströmungen gut.

Nur hier habe ich deutlich Bauchschmerzen. Warum? Frau Eisenmanns Worte werden von Ihnen entschuldigend umgedeutet. Diese Worte waren nicht ungeschickt gewählt, die Forderung nach Schulöffnung "unabhängig von Inzidenzzahlen" ist einfach nicht misszuverstehen. Letztendlich weicht Frau Eisenmann nicht im Geringsten von ihrer Grundmarschrichtung in dieser Pandemie ab, Fakten nur zu gerne im Sinne ihrer Interessen zu ignorieren. Man erinnere sich an "Alltagsmasken mehr als ausreichend", "Leopoldina nicht auf der Höhe der Zeit", "nicht nur auf Virologen hören".

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 30.12.2020 - 10:39
Ich freue mich wie immer über Ihre Kommentare, über Zustimmung und über Widerspruch. Aber ich bitte Sie alle, liebe Leserinnen und Leser, um Sachlichkeit und auf persönliche Angriffe zu verzichten. Das hat bislang immer die Qualität der Kommentare in diesem Blog ausgemacht, und so soll es bleiben.



Ich beobachte mit Sorge, wie sich die Debatte in den sozialen Medien verhärtet, wie es weniger um Argumente und mehr um gegenseitige Vorwürfe geht. Das finde ich schade. Und das möchte ich nicht in meinem Blog.



Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

#3 -

Bernd Ulmer | Mi., 30.12.2020 - 11:06
Na ja. Frau Kultusminusterin, ist ja schon länger unterwegs, ihre Selbstdarstellung überall Kund zu tun. Ihre Pläne sind purer Aktionismus. Geht Die Welt zugrunde wenn die Schüler mal eine Zeit lang nicht zur Schule gehen? Was verpassen sie denn wenn sie 8 Wochen länger Zuhause bleiben. Bestimmt verpassen sie nix. Was nützt es, wenn der oder die Lehrer wegen Corona oder anderen Dingen Zuhause bleiben müssen. Gott sei Dank das diese Frau zu meiner Schulzeit selbst noch auf der Schulbank saß.

#4 -

Ernst | Mi., 30.12.2020 - 12:24
Was Sie leider bei Ihrer Analyse völlig außer Acht lassen ist die Tatsache, dass die Pflicht zum Präsenzunterricht, anders als in Baden-Württemberg, in vielen Bundesländern nicht zum Schutz gefährdeter Angehöriger ausgesetzt werden kann. Dass Grundschüler nicht zum Infektionsgeschehen beitragen, ist nicht mehr als eine Behauptung, denn ich habe in der Grundschule meiner Tochter selbst erlebt, wie ein größerer Ausbruch kurz vor dem Lockdown bewusst verschwiegen wurde und dies ist kein Einzelfall. Die verantwortlichen Ministerien scheuen keine Mittel, nach außen hin den Schein zu wahren und wälzen die Verantwortung auf die Schulen ab, die mit der Situation völlig überfordert sind. Mit ...

#5 -

Martin | Mi., 30.12.2020 - 12:26
<<Allerdings gibt Eisenmann zu denken: Auch bei den älteren Schülern seien Fern- oder Wechselunterricht "im Vergleich zur Präsenz immer die schlechtere Variante.>>

Hier liegt das eigentliche Versagen von Frau Eisenmann und allen Vorgängern, weil wir es seit Wochen, Monaten und seit Jahrzehnten nicht hinbekommen haben, einen Fern- oder Wechselunterricht als gleichwertig zum Präsenzunterricht zu gestalten.

Viele Erwachsene haben es leider erst durch die Pandemie Bedingungen gemerkt, dass Home Office ein wunderbarer Ersatz für tägliches Pendeln ist. Warum nutzen wir nicht lange schon diese Möglichkeiten für den Fernunterricht? Die technischen und didaktischen Bedingungen sind zwar heute leider immer noch nicht optimal ...

#6 -

Steffen | Mi., 30.12.2020 - 14:02
Über Frau Eisenmanns Vorschläge kann man diskutieren, aber ihre Kommunikation und Orientietungslosigkeit sind indiskutabel: Frau Eisenmann argumentiert (zu recht), dass Präsenzunterricht besser ist als Fern- oder Wechselunterricht. Deshalb wollte sie die Schulen bis zum 22.12. offen halten. Dann kam die Kehrtwende: Während die meisten Bundesländer eine Woche Fern- oder Wechselunterricht vor den Weihnachtsferien einschoben, verkündete Frau Eisenmann vorgezogene Ferien! Wie üblich erreichte diese Information ihre Adressaten zunächst über die Presse und erst dann auf offiziellen Wegen.

Jetzt verbreitet die gleiche Dame kräftig Pressewirbel und verkündet, eine Verlängerung der Ferien (wie sie selbst sie gerade vollkommen unnötigerweise veranlasst hat) sei nicht ...

#7 -

Marion Stamm | Mi., 30.12.2020 - 14:25
Es geht mir nicht ums "Nachkarten", sondern ums Lernen:

Wie sind eigentlich die Kultusministerien (und die sie "umfassenden" Landesregierungen) mit ihren eigenen Stufenplänen umgegangen, die sie im Sommer 2020 für den Herbst erstellt hatten?

Da gab es grün, gelb, orange/rot, rot/dunkelrot, es gab klare Inzidenzzahlen, alles schien gut geregelt und begründet, nachvollziehbar und transparent.

Aber soweit mir bekannt, hat sich kein einziges Land letztlich daran gehalten. Die tatsächliche Lage war scheinbar "plötzlich" flächendeckend rot/dunkelrot, aber es wurde weiterhin im kompletten Klassenverband bzw. im vollständigen Kurssystem unterrichtet. Wenn nicht gerade eine nachgewiesene Infektion zu Quarantäne führte....

Wer hat entschieden, dass diese ...

#8 -

Jollylumpkin | Mi., 30.12.2020 - 16:22
Ich wünsche mir als Mutter ein Mitspracherecht. Wir gehören zu den Eltern, die über die Zeit und die Technik verfügen das Homeschooling durchzuführen. Im ersten Lockdown hat es super funktioniert. Wir sind beide auch absolut fähig unsere Kinder anzuleiten und ihnen das Wissen zu vermitteln. Daher würde ich mir wünschen, dass die Familien, die das umsetzen können, die Wahl haben. Ich habe kein Vertrauen in die mangelnden Schutzmaßnahmen der Schulen. Noch schlimmer ist die Situation in den Schulbussen und aktuelle Coronafälle werden den Eltern auch nicht mehr mitgeteilt. Daher könnte ich persönlich besser schlafen, wenn meine Kinder, bis zu einer ...

#9 -

Jan-Martin Wiarda | Mi., 30.12.2020 - 17:12
Liebe Leserinnen und Leser,

leider musste ich einige Kommentare um persönliche Beleidigungen kürzen, um sie überhaupt veröffentlichen zu können. Ich bitte nochmals zu beachten: Kritik an Personen – sehr gern. Persönliche Angriffe auf Personen – bitte nicht in meinem Blog.

Besten Dank für Ihr Verständnis
Ihr Jan-Martin Wiarda

#10 -

Bruckböck | Mi., 30.12.2020 - 17:14
Wenn ich Ihren Beitrag so lese muss ich mich doch wundern.

Ich versuche wirklich, einen neutralen und sachlichen Blick darauf zu haben, aber es fällt mir als Mutter einer Gymnasiastin und als Erzieherin schwer!

Ich lebe im Großraum Stuttgart, und ich verfolge die Aktivitäten von Frau Eisenmann schon länger.

An der Schule meiner Tochter gab es positive Fälle, von denen wir nur zufällig oder durch die Zeitung erfahren haben. Von der Schule kam nichts.

Es sollte trotz rasant ansteigender Zahlen lediglich der Nebensitzer einer positiv getesteten Person informiert werden, und auch nur dieser in Quarantäne.

Ob und wieviele Lehrer positiv ...

#11 -

Bruckböck | Mi., 30.12.2020 - 17:15
Eine Frage hätte ich noch:
Denken Sie wirklich, es ist ein verantwortungsvollrr Umgang als Politikerin zu sagen: "Unabhängig von den Zahlen möchte ich Schulen und Kitas wieder öffnen??
Auf der ganzen Welt versuchen Politiker ANHAND DER ZAHLEN, -woran sollen sie sich auch sonst orientieren -(außer sie heißen Trump oder Eisenmann) zum Wohle der Bürger Entscheidungen zu treffen!
Und Frau Eisenmann sind die Zahlen egal!
Was sagt Ihnen das?

#12 -

Jürgen | Mi., 30.12.2020 - 17:34
Unglaublich was die Politik da herum diskutiert. Was macht es aus wenn die Kinder im Januar noch zuhause bleiben?

Bildung steht nicht an erster Stelle sondern Gesundheit ist das höchste Gut!! Unsere beiden jüngsten im ersten Schuljahr frieren trotz dicker Kleidung im Unterricht weil öfter gelüftet wird als es die Politik und Presse schreiben. Die Heizungen schaffen es nicht das Klassenzimmer wieder warm zu bekommen. Soll sich doch die gute Frau Eisenmann stundenlang in den Unterricht setzen bei ständig geöffneten Fenstern. Ebenso sitzen im Bundestag alle schön im Abstand was in der Schule nicht möglich ist. Also Abstand im Bundestag ...

#14 -

Isabelle | Mi., 30.12.2020 - 18:52
Ich verfolge seit einiger Zeit den Tätigkeiten und Aussagen von Frau Eisenmann. Als Kindergarteleitung, Mutter von zwei Kindern und Wählerin kann ich Frau Eisenmann in keiner Weise Verständnis entgegenbringen. Auch nicht nach Ihrem Artikel - denn das Einzige was Frau Eisenmann nun versucht, ist alles etwas zu relativieren, um ihre eigene Haut zu retten und ihren Wahlkampf zu retten. Vermutlich hat sie gemerkt, dass sie übers Ziel hinaus geschossen ist und das kostet Wählerstimmen. Aber ehrlich gesagt, finde ich, dass jemand, der sich so gar nicht empathisch Menschen gegenüber zeigt - vor allem gegenüber dem pädagogischen Personal in Kitas, die ...

#15 -

Oh Captain mei… | Mi., 30.12.2020 - 22:07
Die traurige Wahrheit ist doch, dass Kultusministerien nur Präsenzunterricht können, digital gestützte Bildung hingegen nicht. Seit vier Jahren gibt es nun schon die Digitalstrategie der KMK (Bildung in der digitalen Welt) und in allen wichtigen Bereichen schauen die Länder ihre eigene Messlatte von weit unten aus an: Didaktische Konzepte, Lehrerfortbildung, Bildungsclouds, Lizenzmodelle für digitale Bildungsmedien... Man sollte die Pandemie als Chance begreifen nun hier endlich den Turbo einzuschalten.

#16 -

Nora | Mi., 30.12.2020 - 22:08
Sehr geehrter Herr Wiarda,

unverhofft ist ihr Blog heute in meinem Newsfeed aufgetaucht (zwischen Youtube-Videos, die mich beim Deutsch lernen unterstützen wollen und Berichten über eine amerikanische Hausfrau, die vorgibt, eine Spanierin zu sein). Ausnahmsweise lag hier der unergründliche Google Algorithmus jedoch richtig. Ihr unaufgeregtes Hinterfragen des demonstrativen Unverständnisses über die Aussagen einer Politikerin, die bis vor Kurzem noch allgemeiner Konsens waren, machen mir Hoffnung, dass auch eine rationale Sichtweise in diesen hysterischen Zeiten möglich sein kann und muss. Ich hoffe inständig auf eine Öffnung der Schulen und Kindergärten am 11. Januar. Ich würde sogar so weit gehen, meine Corona-Vorrang-Impfung ...

#17 -

Cm | Do., 31.12.2020 - 01:00
Warum kann man nicht einfach etwas Geld in die Hand nehmen und die Schulen mit geeigneten Raumluftanlagen ausstatten? Warum können Lehrkräfte keine zertifizierten FF P 2 Masken bekommen? Alle anderen Behörden haben die Schutzmaßnahmen in Null komma nix umgesetzt, warum geht das an Schulen nicht?

#18 -

berliner | Sa., 02.01.2021 - 20:59
Ich kann die meisten Kommentare hier nur unterstützen. Zurzeit sieht es leider wirklich so aus, als wenn die Wahlen hier mehr und mehr die Entscheidungen und Aussagen der Politiker - im Gegensatz zum ersten Lockdown - beeinflussen und das Thema mehr und mehr zur Profilierungsmaßnahme wird. Eine Frage geht mir mehr und mehr durch den Kopf. Was verlieren die Kinder und Jugendlichen eigentlich, wenn ihnen ein halbes Schuldjahr "verloren" geht? Die Sachlage dürfte doch wohl weltweit zutrefffen. Als ob diese Welt sich nicht weiter dreht, wenn ein halbes Jahr Schule verloren geht.

In meiner Familie gibt es einige "Vulnerable" und ...

#19 -

Manuela | Mo., 04.01.2021 - 12:01
Ich kann nur erstaunt unterschreiben was ich für nicht möglich gehalten habe. Nämlich dass sich hier in einer Kita wissentlich Fälle vertuscht wurden. Es betraf mind. drei Kinder. Eines davon schwer, da es Vorerkrankungen gab. Die Eltern wurden nicht informiert und die Gruppe offen gehalten. Alles nur um nicht die berufstätigen Eltern zu verärgern.

Auch jetzt noch sitzen täglich Kinder in den Kitas, die morgens mit Fiebersaft einsatzfähig gemacht werden. Und die Erzieher ungeschützt mittendrin. So ein Kind benötigt natürlich noch mehr Trost und körperliche Wärme, wenn es ca. 9 Stunden durchhalten muss. So war das auch schon vor Corona. ...

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