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Keine Rolle rückwärts bitte!

Verliert der durch Corona ausgelöste Digitalisierungsschub mit dem Rückkehr zur Präsenzlehre an Schwung? Wie die Sehnsucht nach Normalität an den Hochschulen mit dem weiter so nötigen Mut für Neues versöhnt werden kann. Ein Gastbeitrag von Sebastian Horndasch.

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Artikelbild: Keine Rolle rückwärts bitte!

Illustration: Alexandra Koch / Pixabay.

ENDLICH MACHEN die Hochschulen wieder auf. Manche sehen sich nach Jahren des gemeinsamen Studiums zum ersten Mal in Präsenz. Der gemeinsame Kaffee, die unkomplizierte Absprache auf dem Flur, die spontane Begegnung, der direkte Blick ins Gesicht, das gemeinsame abendliche Kaltgetränk – all das wird wieder Alltag. Diese Dinge haben uns allen gefehlt. Der "Sozialraum Hochschule" kehrt als physischer Ort zurück.

 

Auch wenn die momentane Inzidenz eine andere Sprache spricht: Hochschulen können wohl im Sommersemester alle Formen der Präsenzlehre uneingeschränkt anbieten. Bei aller folgenden Kritik und Mahnungen: Das ist wirklich gut.

 

Blick zurück: Hochschullehre zwischen 2020 und 2022

 

Hochschulen haben in den vergangenen Jahren Unglaubliches geleistet, sowohl auf institutioneller als auch auf individueller Ebene. Die Lehre wurde innerhalb kürzester Zeit auf digitale Formate umgestellt. Man erinnere sich, wie es vor der Pandemie aussah: 2016 gaben in einer Studie des Hochschulforums Digitalisierung lediglich 17 Prozent aller Hochschulen an, auch nur punktuell reine ...

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Kommentare

#1 -

K.K. | Mo., 11.04.2022 - 12:51
Ich hätte da zunächst mal Nachfragen, wobei ich die tendenzielle Vorsicht Ihrer Formulierungen durchaus erkenne, trotzdem.



Sie stellen die These auf: "Denn digitale Lehre hat entscheidende Vorteile: Sie ist nachhaltiger und inkludierender [...] - all das ist in digitalen Settings leichter möglich. [...] Zumindest manche Lernziele lassen sich mit digitalen Methoden besser erreichen."



Inwiefern sind diese Behauptungen denn evidenzbasiert? Wo finden sich die entsprechenden Wirksamkeitsnachweise?



Und: Wenn sich Vorteile herausstellen: Welche (Rahmen-) Bedingungen müssen hierfür erfüllt sein?



In diesem Zusammenhang (u. a. mit Blick auf die erwähnte Stiftung Innovation in der Hochschullehre): Welchen Sinn ergeben wettbewerbliche Verfahren, wenn nicht gewährleistet ...

#2 -

Frank Linde | Mo., 11.04.2022 - 20:12
Gut, dass das hier aufgegriffen wird. Ein Entweder-Oder ist kein Fortschritt. Die hybriden Potenziale gilt es aber schrittweise zu heben. Hybride Lehre birgt nämlich auch eine Gefahr der Kannibalisierung der Präsenz: Wenn ich online kann, dann mache ich es auch ... Dann steht man plötzlich in klein(st)er Runde im Hörsaal. Auch Präsenzlehre muss ihren Mehrwert herausstellen, sie nur einzufordern reicht nicht. Lasst uns nach guten Ideen suchen ...

#3 -

Christian Wartena | Mo., 25.04.2022 - 11:09
Gibt es bereits Untersuchungen und Zahlen dazu, ob tatsächlich "Studieren mit Kind, pflegebedürftige Angehörige, Nebenjobs, längere Krankheitsphasen, Lernen im eigenen Tempo – all dies [...] in digitalen Settings leichter möglich." ist? Oder ist das Wunschdenken? Ich beobachte, dass gute Studierende von den online-settings profitiert haben und gerade schwächere verschwunden sind. Viele Studierende brauchen den sozialen Rückhalt in einer Gruppe mit anderen Studierenden und können sich zuhause nicht auf das Studium konzentrieren.

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