Beurlaubte Kanzlerin der FU Berlin: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Seit zwei Jahren ist Andrea Bör wegen einer Affäre im Präsidentschaftswahlkampf beurlaubt. Kommt nun auch Bewegung in das ebenso lange laufende Disziplinarverfahren?

Bibliothek der FU Berlin. Foto: Tijl Vereenooghe , CC BY-NC-SA 2.0 .
ES IST EINE WENDE im Fall um die beurlaubte FU-Kanzlerin Andrea Bör. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt, hat sie die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Untreue nach fast zwei Jahren eingestellt. Es lägen keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten der Beschuldigten vor, auch sei der Freien Universität kein Vermögensnachteil entstanden.
Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) gerät durch die Verfahrenseinstellung nun unter Zugzwang, denn ihre Behörde war es, die im Mai 2022 Strafanzeige gegen Bör erstattet hatte – inmitten eines Disziplinarverfahrens, das bis heute nicht abgeschlossen ist.
Die Affäre begann im Herbst 2021, als FU-Präsident Günter M. Ziegler kurz vor Ende seiner ersten Amtszeit stand. Er wollte erneut antreten, was Bör und eine Gruppe von Professoren unbedingt verhindern wollten. Recherchen des Tagesspiegels ergaben, dass Bör an allen Unigremien vorbei eine Personalagentur damit beauftragte, Gegenkandidaten zu finden. Als der Auftrag zurückgezogen wurde, war bereits eine fünfstellige Honorarsumme aus FU-Haushaltsmitteln geflossen.
Der Akademische Senat sprach Bör daraufhin mit knapper Mehrheit das ...
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