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Die Empfehlungen sind da, fehlt nur noch die Agentur

Die DATI-Gründungskommission hat ihren Bericht an Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger übergeben. Was steht drin? Und wie geht es jetzt weiter?

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Artikelbild: Die Empfehlungen sind da, fehlt nur noch die Agentur

Bild: Gerd Altmann / Pixabay.

ES STIMMT JA: Es sind 28 Monate vergangen, seit der später zurückgetretene BMBF-Staatssekretär Thomas Sattelberger Ende März 2022 erste Eckpunkte zur geplanten Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) präsentiert hat. Mehr als eine halbe Legislaturperiode mit Stakeholder-Dialogen, intern kursierenden Konzeptentwürfen, immer neuen Aufschüben und Verzögerungen. Mit gesperrten Haushaltsgeldern und schier unendlichen Ressortabstimmungen.

Aktuell verschiebt sich der Kabinettsbeschluss weiter, diesmal offenbar bis in die parlamentarische Sommerpause hinein – und damit auch die Gründung der Agentur und die seit einem halben Jahr auf Halde liegende Ausschreibung des DATI-Chefpostens. Weshalb die SPD zuletzt eine weitere Runde der aus Verlegenheit gestarteten DATI-Pilotförderlinien forderte, wohl vor allem, um das Versickern der für die Agentur vorgesehenen Gelder im Bundeshaushaltsloch abzuwenden.

All das stimmt, und doch gab es bei aller Aufregung auch Gutes, Hoffnungmachendes aus dem vermeintlichen Gründungs-Wirrwarr zu berichten. Die Pilotlinien liefen nach Meinung vieler Experten richtig positiv – mit enorm vielen und vor allem auch erfreulich kreativen Anträgen . Das schließlich Anfang Mai 2024 im Kabinett eingereichte Agenturkonzept , maßgeblich ausgearbeitet von Sattelberger-Nachfolger Mario Brandenburg, hat Hand und Fuß, und zu den besten, obgleich ebenfalls arg späten DATI-Ideen aus dem BMBF gehörte im Oktober 2023 die Berufung einer unabhängigen Gründungskommission.

Deren Arbeit war allerdings wiederum von Konfusionen begleitet: Wie genau grenzte sich ihr Auftrag, Empfehlungen zum Auf-und Ausbau der DATI zu erarbeiten, überhaupt von dem BMBF-Gründungskonzept ab? Durfte das BMBF die Vorschläge der Kommission zur Standortwahl eigentlich schon vor dem Konzept-Kabinettsbeschluss befolgen? Man tat es einfach. Wurde die einst für Anfang des Jahres von der Kommission formulierte Ausschreibung für den DATI-Vorstandsjob deshalb bis heute auf Eis gelegt ? Wenn ja, auf wessen Geheiß? Und: Wie finden die Empfehlungen noch ihren Weg in die laufende Ressortabstimmung im Kabinett?

Prägnant, mutig, weitreichend – und überhaupt nicht überraschend

Egal. Es sollte hier ja um das Gute gehen in der allzu langen DATI-Werdung. Womit wir wieder bei den Empfehlungen der Gründungskommission wären, die diese am ...

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Kommentare

#1 -

A German in Boston | Do., 04.07.2024 - 17:48
"... sagte die SPD-Forschungspolitikerin Ye-One Rhie, ebenfalls Vertreterin des Bundestages in der Kommission."



Na prima: Die Mitglieder der Kommission dürfen in diesem Beitrag ihre eigene Arbeit bewerten.



"Viele Mitglieder der Kommission kommen aus der Innovationscommunity, wodurch ihre Expertise von Anfang an einfließen konnte."



Noch besser: Dieselben Leute, die für den miserablen Zustand des Transfers in Deutschland verantwortlich sind, durften in diesem Gutachten Empfehlungen für die Zukunft formulieren.



Wenn der Transfer in Deutschland endlich funktionieren soll, dürfen nicht schon wieder die üblichen verdächtigen Insider ans Ruder kommen, sondern man braucht endlich unabhängige Köpfe, die unbelastet sind vom Murks der Vergangenheit.

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Do., 04.07.2024 - 18:05
@ A German in Boston: Da haben Sie durchaus einen Punkt. Andere Einschätzungen gab es noch nicht, kommen hoffentlich dann bald. Allerdings saß ich selbst nicht in der Gründungskommission – und fand das Papier, siehe oben, überwiegend auch gut. Warum? Weil es vor allem einem unabhängigen Kopf an der Spitze der Agentur den Weg freiräumen will. Das sollte man dann der Kommission schon lassen. Beste Grüße!

Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda

#3 -

A German In Boston | Do., 04.07.2024 - 18:21
@Wiarda Auch ich habe mir die 28 Seiten angetan. Wortgeklingel! Typisch sind Aussagen wie diese: DATI muß jetzt unbedingt X werden. Lassen Sie X "agil" sein. Oder "unternehmerisch". Whatever. Was ist das wert, wenn diese Forderung nicht hinterlegt ist mit einem Mechanismus, der die Erreichung eines solchen Ziels realistisch erscheinen läßt? Sonst lese ich da nur: Jetzt wird diese Agentur ganz bestimmt, ja wirklich, absolutely positively, versprochen, X werden ... anders als in den Jahrzehnten zuvor, als dasselbe versprochen war und nie eingehalten wurde.



Daß "ein unabhängiger Kopf an der Spitze der Agentur" das alles wird reißen können, glaube ich ...

#4 -

Norbert Esser | Fr., 05.07.2024 - 10:00
Als ich vor 30 Jahren in die Administration des BMBF-Programms "Forschung an Fachhochschulen (aFuE)" eingestiegen bin war mir klar, dass hier ein dickes Brett gebohrt wurde. Die Frage nach der Rolle der HAW in DATI zeigt, dass immer noch gebohrt wird. Um in der Natur zu bleiben: Es gibt Fische die man vielleicht besser nicht gemeinsam in einem Becken halten solle, wenn einem am Gedeihen beider gelegen ist.



Etwas zu kurz kam mir im Artikel die Frage der Transparenz der Verfahren. Antragsteller*innen möchten wissen, welche genauen Gründe zu einer Zurückweisung von der Antragstellung (bei einem 2-stufigen Verfahren) und ggf. zu ...

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