IT-Sicherheit an Unis? Fehlanzeige!
Am Schutz sensibler Daten an Deutschlands Hochschulen hat die Bundesregierung offenbar kein Interesse. Sie kennt noch nicht einmal die Zahl der Cyberangriffe auf Unis und Institute.

Bild: Gerd Altmann / Pixabay.
WER "CYBERANGRIFF" zusammen mit "Hochschule" oder "Universität" googelt, erzielt eine deprimierende Auswahl an Treffern. Von gestohlenen Studierendenkonten in Düsseldorf über gesperrte Aufzüge in Frankfurt am Main bis zur Berliner Hochschule für Technik, die im Februar digital komplett von der Außenwelt abgeschnitten wurde.
Dass Wissenschaft und ihre Erkenntnisse relevant sind für Sicherheit und Souveränität der Bundesrepublik, gehört spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine zu den Standardsätzen der Bundespolitik. Umso mehr erschrecken einige der Antworten des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der CDU-/CSU-Bundestagsopposition.
Wie hoch die Zahl der Cyberangriffe auf Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen sei? Die Hochschulen seien aufgrund der föderalen Zuständigkeiten nicht zur Meldung an Bundesbehörden verpflichtet, daher erfasse die Bundesregierung die Angriffe nicht "systematisch" und könne zu den Hochschulen keine "umfassenden Auskünfte" geben.
Keine Meldepflicht für Cyberangriffe
Doch auch bei den zu großen Teilen vom Bund finanzierten Forschungsorganisationen musste das Innenministerium einzeln nachfragen. Denn diese seien "grundsätzlich eigenständig für ihre IT-Sicherheit verantwortlich". Eine Meldepflicht an Bundesbehörden? Fehlanzeige. Die Daten zu Vorfällen, die das Innenministerium aus ...
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Kommentare
#1 - Danke für diesen Beitrag! Wir diskutieren viel über…
#2 - Danke für das Sichtbarmachen dieser Bedrohung.Auch unsere…
Auch unsere Hochschule war betroffen, Datenabfluss konnte verhindert werden.
Dennoch ist die feingranulierte Verantwortungs-Weitergabe an die Hochschulen im föderalen System EINE der Problemstellen. Gäbe es abgesicherte, durch eine einheitliche Finanzierung flankierte Maßnahmen, wäre das ggf besser zu lösen. Besser, als jeder Hochschule individuell die Maßnahme zu überlassen, wie die IT-Fragen zumindest zur Studierenden- und Forschungs-Verwaltung gelöst werden. Da sind sehr unterschiedliche Strukturen bestimmend für den Erfolg einer IT-Sicherheitsmaßnahme. Eine Lösungsoption wäre eine effektive Bildungsplattform und verpflichtend gleiche Schnittstellen und vor allem eine dezidierte, zentrale und gleichermaßen qualifizierte finanzielle Förderung inkl. der o.g. Vorgaben.
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