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Wissen, was dabei herauskommt

Die frühe Bildung in Deutschland leidet nicht nur unter der Kita-Personalmisere. Die Beharrlichkeit, mit der sich die Politik einem bundesweiten Qualitätsmonitoring verweigert, ist kaum weniger schädlich.

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Artikelbild: Wissen, was dabei herauskommt

Bild: LMoonlight / Pixabay.

BILDUNGSMINISTER STEFFEN FREIBERG ist mächtig stolz auf diese Reform. "Brandenburg", sagt der SPD-Politiker, "war noch nie so kinderfreundlich wie heute. Diese Vorreiterrolle baut das Land mit dem neuen Bildungsplan weiter aus."

Genauer gesagt ist es ein Bildungsplan für Kindertagesbetreuung, und so routiniert die sprachliche Verbindung zwischen "Kita" und "Bildung" von Landes- und Bundesregierungen in der Vergangenheit auch gezogen wurde, so selten wurde dieses Versprechen im real existierenden deutschen Kita-Alltag tatsächlich eingelöst. Vor allem weil hunderttausende Fachkräfte fehlen. Aber nicht nur. Denn allzu oft wird die Betreuung vor der Grundschule noch zu allererst als genau das begriffen: als Betreuung. Das womöglich augenfälligste Signal: Die Kita-Politik der Bundesregierung mit ihren milliardenschweren Kita-Gesetzen wird weiter vom Bundesfamilienministerium veranwortet, nicht vom BMBF.

Ob der erste Brandenburger "Bildungsplan – die erweiterten Grundsätze elementarer Bildung", wie er offiziell heißt, all das Vorschuss- und Selbstlob von Minister Freiberg verdient, noch dazu gut zwei Monate vor einer schwierigen Landtagswahl, soll hier nicht untersucht werden. Erarbeitet unter Federführung von Wissenschaftler:innen der Fachhochschule Potsdam in ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Di., 13.08.2024 - 23:49
"Man stelle sich eine Schule vor ohne Bildungsstandards, ohne Vergleichsarbeiten, ohne IQB-Bildungstrends oder PISA. Unvorstellbar? Aus der Zeit gefallen? So ist es."

Nein, so ist es nicht. Wir haben seit 20 Jahren Bildungsstandards, das Monitoring und die Vergleichsarbeiten, zudem zahlreiche Forschungsinstitute der empirischen Bildungswissenschaft. Aber die Hälfte der Schüler erfüllen die Standards nichts, und die Ergebnisse der großen Tests zeigen derzeit alle einen Trend nach unten. Was also soll so großartig an Bildungsstandards sein, die praktisch nur auf dem Papier stehen und weit, weit davon entfernt sind, eingehalten zu werden?

Das Monitoring dient vor allem einem Aufbau von Bürokratie, das ...

#2 -

Lehrerkind | Mi., 14.08.2024 - 11:33
Ich kann den Frust von #1 sehr gut nachvollziehen. Die Ineffizienz, bzw. wahrgenommene Wirkungslosigkeit des Qualitätsmonitoring liegt jedoch nicht daran, dass es durchgeführt wird, sondern daran, wie es durchgeführt wird. Das aktuelle Qualitätsmonitoring hat lediglich eine Feigenblattfunktion. Man macht ein Qualitätsmonitoring, damit man eins gemacht hat, ignoriert die Handlungsempfehlungen, die sich aus den Ergebnissen ableiten lassen, und behält so gut es geht den Status quo bei. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass das Qualitätsmonitoring selbst nicht taugt. Ein gutes Qualitätsmonitoring ist die Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen. Wenn diese Entwicklung von Maßnahmen fehlt, und politisch nicht gewollt ist, ...

#3 -

Wolfgang Kühnel | Fr., 16.08.2024 - 23:40
Der Einwand von #2 ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Aber wo in dem obigen Artikel wird das denn problematisiert? Mir scheint, der Artikel geht oberflächlich vor und und übernimmt am Anfang einfach die Phraseologie der Ministerien mit ihrem Eigenlob. Nebenbei preist er das bisherige in Schulen übliche Monitoring als großen Fortschritt. Aber auch aus der Bildungsforschung hört man längst Stimmen, die sagen: "Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Vollzugsdefizit." Also was soll es bringen, weitere Berge von Daten anzuhäufen, die am Ende niemand mehr überblickt? Und wer evaluiert eigentlich mal die Qualität der Arbeit in den Ministerien?

#4 -

Sebastian Zachrau | Sa., 17.08.2024 - 02:54
@ 2: dann ist es doch absurd, dieses Theater noch auf Kitas auszudehnen. Die Schul- und Familienpolitik sollte sich ehrlich machen: Bildungsergebnisse sind letzte Priorität unseres "Bildungs"systems. Möglichst günstig möglichst viele Kinder möglichst lange betreuen, damit möglichst viele Eltern möglichst viel arbeiten können. Darum geht es in Wahrheit doch, und zwar so gut wie ausschließlich!

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