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Keine Zeit für Zögerlichkeiten

Helfen ohne Beigeschmack von Schadenfreude und hämischer Bereicherung: Wie die deutsche Wissenschaft bedrohten US-Wissenschaftler/innen umgehen sollte. Ein Gastbeitrag von Britta Baron.
Porträtfoto von Britta Baron im Sonnenschein.

Britta Baron  lebt seit 2006 in Kanada. Sie war unter anderem Leiterin der DAAD-Außenstelle USA/Kanada und Associate Vice-President International an der University of Alberta. Sie ist Mitglied der US-amerikanischen National Academy of International Education. Foto: privat.

IN DEUTSCHLAND HERRSCHT im Moment bei den nationalen Wissenschaftsorganisationen offenbar die Meinung vor, deutsche Interventionen zugunsten US-amerikanischer Wissenschaftler/innen seien "Abwerbung" und würden durch die amerikanische Wissenschaftslandschaft als schädlich und feindselig wahrgenommen. Es komme vielmehr darauf an, den amerikanischen Partnern die Beständigkeit der Kooperation und des wechselseitigen Austausches in den seit Jahrzehnten bewährten Bahnen zu versichern.

Eine Ausnahme ist die Max-Planck-Gesellschaft, deren Präsident gerade ein mit Millionen dotiertes "transatlantisches Programm" angekündigt hat, finanziert vor allem aus privaten Stiftungsgeldern. "Wir werden zusätzliche Stellen für Postdocs und Gruppenleiter bei Max-Planck in Deutschland schaffen und auch einzelne zusätzliche Direktorenposten für erfahrene Forschende, die nicht in den USA bleiben können oder wollen", sagte Patrick Cramer laut Research Table . Ein ermutigendes Signal, obgleich die konkrete Ausgestaltung abzuwarten bleibt.

Tatsache ist nämlich, dass bereits tausende amerikanische Wissenschaftler/innen auf die Straße gesetzt worden sind und dass vermutlich eine noch ...

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Kommentare

#1 -

Wolfgang Kühnel | Fr., 18.04.2025 - 16:28
Ich bin etwas irritiert von der ganzen Diskussion. Jahrzehntelang war es Normalität, dass europäische Wissenschaftler nach USA ausgewandert sind, und längst nicht alle wollten wieder zurückkommen. Ebenso war es nach der Wende Normalität, dass russische Wissenschaftler in die USA ausgewandert sind, von Rückkehrern habe ich nie gehört. Beides hatte mit "Hilfe" oder "Unterstützung" nichts zu tun. Warum soll es jetzt nicht Normalität werden, wenn Amerikaner nach Europa kommen? In Irland und Großbritannien haben sie keine Sprachprobleme, in Deutschland sind wir stolz auf englischsprachige Studiengänge, Anträge auf Drittmittel sind oft auf Englisch abzufassen, das ist eher eine Hürde für die Einheimischen, ...

#2 -

Wolfgang Kühnel | Di., 22.04.2025 - 20:08
Zu #4: Ich finde es seltsam, was Sie für Probleme sehen. Die Deutschen, die nach USA ausgewandert sind (viele zunächst befristet), wurden ja auch irgendwie besoldungsmäßig eingruppiert, und die anderen genannten Dinge mussten ebenso geklärt werden. Die Anglisierung deutscher Hochschulen sehe ich daran, dass mehr und mehr Fachkommunikation ohnehin auf Englisch stattfindet, besonders im Bereich von reinen Forschungsinstituten, Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereichen (und besonders in meinem Fach). Wenn Fachtagungen in einem deutschen Tagungshotel stattfinden, muss man schon beim Frühstück Englisch reden, wenn auch nur EIN Ausländer mit am Tisch ist. Oft ist die Homepage wichtiger Leute nur noch auf Englisch zu ...

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