"Wir wollen keine Entscheidungen mehr treffen, an die sich am Ende keiner mehr erinnert"
Simone Oldenburg über die neue Rolle der Bildungsministerkonferenz, die Verteidigung der Demokratie – und ihre Erwartungen an die neue Bundesbildungsministerin Karin Prien.

Simone Oldenburg ist Lehrerin für Deutsch und Geschichte und ehemalige Schulleiterin. 2009 zog die Linken-Politikerin in den Schweriner Landtag ein, wo sie zwischen 2016 und 2021 ihre Fraktion führte. Seit Dezember 2021 ist sie Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung und stellvertretende Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2025 hat sie außerdem zudem turnusgemäß die Präsidentschaft der Bildungsministerkonferenz inne. Foto: Anne Karsten.
Frau Oldenburg, mit Karin Prien übernimmt eine erfahrene Landesbildungsministerin das neu geschaffene Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) führen. Ihr Kommentar?
Ich freue mich immer, wenn jemand Verantwortung für ein Ressort übernimmt, das er oder sie wirklich kennt. Frau Prien bringt genau das mit: Sie kennt Bildungspolitik aus der Praxis und aus der strategischen Perspektive. Das macht eine gute Zusammenarbeit mit dem Bund viel wahrscheinlicher – gerade bei Projekten, die wir als Länder schon lange auf der Agenda haben. Kurzum: Es ist gut, dass die Bildungspolitik des Bundes künftig wieder mit Kompetenz geführt wird: im Detail und bei den großen Linien.
Karin Prien wird ein XXL-Ministerium führen. Bildung und Jugend in einem Topf mit Familie, Senioren, Frauen. Was bedeutet das?
Ich bewerte Politik nicht nach Ressortzuschnitten, sondern nach Inhalten. Für mich steht beim neuen Ministerium aber das Zusammengehen von Bildung und Jugend im Vordergrund, und da sehe ich Chancen. In Mecklenburg-Vorpommern haben wir das Bildungsministerium bei der Regierungsbildung auch so umgebaut, damit es die gesamte Bildungskette von der Kita bis zur Berufsausbildung umfasst. Das hilft, Übergänge besser zu gestalten und Reibungsverluste zu minimieren. Wenn der Bund den gleichen Weg geht, halte ich das für eine positive Entwicklung. Entscheidend wird aber die Umsetzung sein.
"Die Einladung an Frau Prien
ist schon geschrieben."
Der Aderlass für die BMK betrifft allerdings nicht nur den Weggang von Karin Prien, die bislang die Bildungspolitik ...
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