"Erlauben Sie mir, da ein bisschen unerschrocken zu sein"
Zehn Jahre lang war Johannes Wessels Rektor der Universität Münster. Jetzt wurde er einstimmig zum neuen Göttinger Unipräsidenten gewählt. Ein Interview über Führung nach der Krise, die Macht großer Egos – und warum ihn nur diese eine Leitungsposition interessiert hat.

Zehn Jahre lang war der Physiker Johannes Wessels (zweiter von rechts) Rektor der Universität Münster. Nachdem man ihn dort nicht für eine dritte Amtszeit nominiert hatte, bewarb er sich an der Universität Göttingen – und wurde einstimmig von Senat und Stiftungsausschuss gewählt und bestätigt. Ende des Jahres soll er das Amt von Interimspräsident Axel Schölmerich übernehmen. Das Bild zeigt ihn nach seiner Wahl am Mittwoch mit Stephan Weil , dem Vorsitzenden von Stiftungssausschuss und Stiftungsrat, Univizepräsidentin Valérie Schüller und Senatssprecher Ramin Yahyapour . Foto: Universität Göttingen/Peter Heller
Herr Wessels, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl! Göttingen hat eine ganze Serie von Führungskrisen hinter sich: Exzellenz-Enttäuschungen und die vorzeitig aus dem Amt gedrängte Ulrike Beisiegel, der Rückzug des bereits gewählten Sascha Spoun nach Protesten und einer Konkurrentenklage, später die Abwahl Metin Tolans als offene Machtprobe zwischen Senat und Stiftungsausschuss. Ihr Vorgänger Axel Schölmerich hat als Interimspräsident wieder Ruhe hineingebracht. Sie wollen nun "auf der guten Basis" aufbauen und die Universität "zukunftsfähig" aufstellen. Was heißt das jenseits der Rhetorik: Wo setzen Sie zuerst an?
Ich habe schon bei meiner Bewerbungsrede in Göttingen gesagt, dass ich bei den Themen und Themenfeldern ansetzen werde, bei denen man bereits in einen Austausch gestartet ist. Zugleich kenne ich die Universität bislang nur aus Überlieferungen: aus dem, was man lesen, hören und an Statistiken finden kann. Die echte Interaktion mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort hatte ich noch nicht. Genau die brauche ich jetzt, um mir ein gutes Bild zu verschaffen – und dann zu schauen, wie Diskussionsprozesse über ...
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Kommentare
#1 - Wahl des neuen Präsidenten am 20.5.26
Dem neuen Präsidenten ist ab Ende 2026 viel Erfolg zu wünschen. Die Uni Göttingen hat es verdient. Interessant fand ich die Frage von Herrn Wiarda an Wessels betr. des aktuellen Sprechers des Senats. Vielleicht erwartet der ja in der neuen Periode die Gründung einer Fakultät für Informatik und Data Science, obwohl das eigentlich nicht in der Intention aus der Zeit von Herrn Wessels in Münster liegen sollte.
#2 - Kommentar von Herrn Laubermann ...
Verehrter Herr Laubermann, bei den guten Wünschen für den neuen Präsidenten der Uni Göttingen sind wir uns gewiß einig. Allerdings verstehe ich den Unterton betreffs des Sprechers des Senats nicht so recht. Der gute Mann macht doch auch nur seinen Job.
#3 - Neuer Präsident in Gö
Man sollte wirklich abwarten, was dann ab Herbst an der Uni Göttingen geschieht. Herr Prof. Wessels wird gewiß seine jahrelangen Erfahrungen aus Münster ins Spiel bringen und der Senat wird hoffentlich konstruktiv mitarbeiten.
#5 - Kommentar Nr. 4
Das Nachtreten des Kommentars Nr. 4 gegen Herrn Tolan finde ich unmöglich und nicht gerecht. Das Ministerium in Hannover hatte Herrn Tolan bescheinigt, keine wesentlichen Fehler in seiner Dienstzeit gemacht zu haben. Das darf man wohl mal zur Kenntnis nehmen und respektieren.
#5.1 - Sie haben Recht
Sehr geehrter Herr Jähnich,
Sie haben Recht. Der Kommentar hätte nicht freigeschaltet werden dürfen und sollte es eigentlich auch nicht, zumal der Absender sich als nicht echt erwiesen hat. Hier ist ein redaktioneller Fehler passiert, für den ich um Entschuldigung bitte. Der Kommentar wird in Kürze entfernt (ich lasse ihn nur noch kurz zur Dokumentation stehen). Und ich bitte noch einmal alle Kommentator*innen dringend, von ad-hominem-Angriffen abzusehen. Diese werden – im Gegensatz zu konstruktiver Kritik – nicht freigeschaltet.
Beste Grüße
Ihr Jan-Martin Wiarda
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