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Das läuft richtig gut

Internationale Studenten sollen künftig auch in NRW Gebühren zahlen. Hinter den Plänen steckt ein Mann, der den wissenschaftspolitischen Neustart im größten Bundesland plant: Andreas Pinkwart. Die Geschichte eines Comebacks.

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Artikelbild: Das läuft richtig gut
Foto: HHL Leipzig Graduate School of Management - www.hhl.de

KURZ VOR WEIHNACHTEN saß Andreas Pinkwart in einem Besprechungsraum seiner Hochschule, vor sich Plätzchen und ein paar Broschüren, und hatte eine Mission. Vom "Leipzig Leadership Model" wollte er erzählen, von einem Management-Studium, das Verantwortungsbewusstsein und Unternehmertum vereinen sollte. Wo? Natürlich hier, an seiner HHL, der 1898 gegründeten Handelshochschule Leipzig, die sich seit einer Weile "Leipzig Graduate School of Management" nennt. Neuer Name, neues Konzept, Spitzenplätze in Hochschulrankings, und ein Rektor, dessen Vergangenheit ganz weit weg schien. "Die Politik?" Pinkwart, der bis 2010 Wissenschaftsminister und Vize-Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen war, dazu stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, lächelte entspannt in sich hinein und sagte: "Das liegt hinter mir. Ich verfolge vieles auch gar nicht mehr so genau."

Am vergangenen Freitagabend kurz nach 22 Uhr sitzt Andreas Pinkwart im Auto. Endlich Wochenende. Soweit man in Zeiten von schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen in NRW überhaupt von so etwas sprechen kann. "Das läuft richtig gut", sagt er atemlos ins Telefon hinein, im Hintergrund rauscht der Verkehr. "Wir bringen die Hochschulen in NRW nach vorn, wir machen sie wieder wettbewerbsfähig." Pinkwart ist Verhandlungsführer für Hochschulen und Innovation, FDP-Chef Christian Lindner hat ihn gebeten, dafür nach Düsseldorf zu kommen. Und auch wenn der HHL-Rektor selbst nicht über Ämter sprechen mag ("Es geht zunächst um Inhalte und nicht um Personalien"), spekuliert die Leipziger Volkszeitung bereits: " Möglicher Weggang aus Leipzig ". Wobei es diesmal wahrscheinlich das Wissenschaftsministerium werden dürfte.

Der Andreas Pinkwart jedenfalls, ...

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Kommentare

#1 -

Karlchen Mühsam | Mo., 12.06.2017 - 15:28
Lieber Herr Wiarda,



ich hätte mir schon eine etwas differenziertere Berichterstattung gewünscht.

1. Das angeblich so grandiose Hochschulfreiheitsgesetz war in weiten Teilen verfassungswidrig! Die Bedenken sind seinerzeit von Herrn Pinkwart schlicht ignoriert worden und haben zu großen Konflikten in den Hochschulen geführt.

2. Mir ist nach wie vor noch nicht so recht klar, wo die Universitäten in den letzten Jahren Autonomie einbüßen mussten! Mir sind keine Fälle bekannt, in denen das MIWF negativ auf die Festlegung von Lehr- und Forschungsinhalten Einfluss genommen hat!

3. Die geplante Medizinische Fakultät OWL dürfte mittelfristig zu Lasten der übrigen Universitäten gehen!

4. Das Recht ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 12.06.2017 - 20:56
Lieber Karlchen Mühsam,



vielen Dank für den Kommentar! Es ging mir in meinem Artikel ja erstmal um das Comeback und dessen Bedeutung an sich; wie die Pläne inhaltlich zu bewerten sind, war nicht Gegenstand des Artikels. Wird es aber sicherlich bald. Die (aus meiner Sicht wichtigste) Frage nach den Studiengebühren für internationale Studenten ist natürlich hier im Blog schon ausführlich diskutiert worden, unter anderem in einem äußerst kritischen Gastbeitrags eines baden-württembergischen Professors und der Antwort von Ministerin Bauer darauf. Siehe hier: https://www.jmwiarda.de/2017/01/10/debatte-zu-studiengebühren-ministerielles-traumland/ und hier: https://www.jmwiarda.de/2017/01/18/die-bessere-alternative/



Aber ich verspreche Ihnen: Die Debatte geht weiter. :)



Beste Grüße,

Ihr J-M Wiarda

#3 -

Andreas Eder | Mo., 12.06.2017 - 23:46
Es mutet mir ziemlich merkwürdig an, wie die Einführung von Studienbeiträgen in diesem Blog als mutige Tat und bildungspolitischer Fortschritt hochgejubelt werden. Wenn von den Studienbeiträgen nur 20% an den Universitäten verbleiben, dann ist das mMn eine Zweckentfremdung der Gebühren. Die Argumentation, dass internationale Studis Bezahlstudien mehr schätzen, WEIL sie dafür Kosten aufbringen müssen, verstehe ich als blanken Hohn. Diese jungen Leute wählen nur dann den schwierigen Weg eines Auslandstudiums, wenn das Studienangebot inhaltlich überzeugt (alles andere ist eine Unterstellung). Wenn zukünftig "wohlhabende" Studienwillige in D besonders willkommen geheißen werden, dann halte ich das nicht für eine bildungspolitische Großtat, sondern ...

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