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Wie ich mir den Nationalen Bildungsrat vorstelle

Jetzt ist die Zeit für Bund und Länder, in die Verhandlungen um das neue Gremium einzusteigen. Welche Struktur soll der Rat bekommen, wie Beschlüsse fassen? Und wer könnte drinsitzen? Ein Gastbeitrag von Anja Karliczek.

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Artikelbild: Wie ich mir den Nationalen Bildungsrat vorstelle
Anja Karliczek. Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann

"TRANSPARENZ, QUALITÄT UND VERGLEICHBARKEIT" – diese Stichworte markieren im Kern die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an ein modernes und leistungsfähiges Bildungssystem. Eltern mit schulpflichtigen Kindern verlangen bei einem Umzug von Düsseldorf nach München oder von Stuttgart nach Berlin zu Recht, dass Schulwechsel ihrer Kinder unter normalen Umständen stattfinden können. Abiturientinnen und Abiturienten erwarten zu Recht, dass ihre Reifezeugnisse bundesweit den gleichen Wert haben und vergleichbare Karrierechancen bieten. Und die Wirtschaft verbindet zu Recht beim Abschluss eines Ausbildungsvertrags schulische Zeugnisse mit klaren Leistungserwartungen. Abschlüsse sollen ein vergleichbares Leistungsniveau garantieren. Tatsächlich aber sind die Anforderungen häufig sehr unterschiedlich. Das alles verringert das Vertrauen in unser Bildungssystem – bei Kindern, Eltern, in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Vielfalt der Bildungsgänge und Anforderungen sollte nicht zum Stolperstein in der Bildungsbiographie werden. Schließlich verlangen Gesellschaft und Arbeitsmarkt heute von allen immer mehr Mobilität und Flexibilität.

"Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit" sind deshalb die Stichworte für ein zentrales Projekt im ...

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Kommentare

#1 -

Aswan | Do., 03.05.2018 - 19:31
Intelligent - wir haben Bildungsföderalismus, wo die Bildungsministerin selbst nichts zu melden hat. wir haben die KMK, die Länderminister - wo jeder sein eigenes Ei nach seinem Gedünken malen will. Und dann brauch man zur sinnlosen Geld- und Zeitverschwendung noch einen Rat, der alle anderen ad absurdum führt. Wozu bitte?

#3 -

FS | Fr., 04.05.2018 - 11:00
Wenn der Bildungsrat "auf Basis der empirischen Bildungs- und Wissenschaftsforschung [...] Vorschläge zur inhaltlichen und strukturellen Gestaltung unseres Bildungswesens machen" soll, erscheint mir das eine sehr eindimensionale, aber leider symptomatische Erwartung der Bildungspolitik zu sein.



PS: Der kursive Zusatz am Artikelende, dass Anja Karliczek (erst) seit 14. März 2018 Bundesministerin für Bildung und Forschung ist, wirkt fast entschuldigend. Vielleicht liegt das aber auch nur an der (und ihrer) Kommentierung der Amtsübernahme in den vergangenen Wochen...

#4 -

Detlef Wagner | Fr., 11.05.2018 - 13:21
Ich finde es nicht ganz so passend, den zweifellos einigermaßen verkorksten Bildungsföderalismus ausgerechnet dort zu kritisieren, wo jemand versucht, gegenzusteuern. Es soll ja durchaus ergebnisorientierte Gremien geben, auch in der Bildung. Die Richtung, z.B. gegen das Kooperationsverbot etwas zu unternehmen (notfalls trotz KMK), scheint aus meiner Sicht zu stimmen.

Mich würde interessieren, welche Probleme in welcher Reihenfolge besprochen werden sollten und wie dieser Rat zusammengesetzt werden soll. Parteiübergreifend ist dabei wohl das Selbstverständlichste. Wenn das an der Praxis vorbei geht, kann man dann massiv und berechtigt kritisieren.

#5 -

Frank Mertens | Mo., 04.06.2018 - 20:10
Vor dem Hintergrund gravierender Veränderungen im Berufsalltag ( Mobilität) sollten nicht nur die Abiturstandards vereinheitlicht werden, sondern auch die Anerkennung von Studienabschlüssen. Solange eine Lehramtsstudierende aus z.B. Berlin niemals Ihr Referendariat in Bayern ausüben kann, wird das wohl nichts. Der föderalistische Flickenteppich in Gestalt der KMK bzw. der HRK hat und wird dies aus Eigeninteresse zu verhindern wissen.
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