Warum machen wir es nicht wie die Schweden?
Radikale Innovationen entspringen einer Innovationskultur, die alle gesellschaftlichen Bereiche erreicht, nicht zuletzt die öffentlichen Fördereinrichtungen selbst. Das ist der Ansatz von Schwedens Innovationsbehörde VINNOVA. Ein Gastbeitrag von Christin Skiera.

JA, ES IST RICHTIG: Deutschland muss das Klima für Sprunginnovationen dringend verbessern. Zu oft bewegen sich vermeintliche Neuerungen in bekannten Bahnen. Selten ist die Bundesrepublik die Wiege wissensintensiver, digitaler Innovationen mit disruptivem Potenzial. Deshalb hat das Bundeskabinett beschlossen, von 2019 an mit einer neuen Agentur Abhilfe zu schaffen. Der Regierungsbeschluss sieht eine betont schlanke Behörde vor mit einer unternehmerisch ausgerichteten und politisch unabhängigen Governance. InnovationsmanagerInnen sollen mit besonderen Handlungsfreiräumen risikobehaftete Projekte durch Wettbewerbe fördern. Ermöglichen soll dies eine Personalpolitik, die nicht auf Kontinuität und Steuerung, sondern auf Mobilität und Eigenverantwortung setzt.
Das Ziel ist richtig, aber ist es auch der eingeschlagene Weg dorthin? Eine Frage, die sich am besten mit einem Blick ins Ausland beantworten lässt: Die Idee zur neuen Agentur entstand in Anlehnung an die US-amerikanische Defense Advanced Research Projects Agency. Weitere Inspiration gab die schwedische Innovationsbehörde VINNOVA . Betrachtet man das schwedische Innovationssystem und VINNOVAs Rolle darin genauer, erscheint die deutsche Entscheidung, eine neue Behörde zu gründen, plötzlich alles andere als zwingend. Was können wir wirklich von Schweden lernen? Ein Überblick.
Seit mehr als fünf Jahren führt das skandinavische Land das European Innovation Scoreboard an. Die ...
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