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Einstürzende Neubauten

Der Rat für Kulturelle Bildung kritisiert in seiner heute erscheinenden Denkschrift, wo die Bildungspolitik bei der "digitalen Bildung" zu kurz greift. Ein Gastbeitrag von Benjamin Jörissen.

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Artikelbild: Einstürzende Neubauten

Musik mit Obst und Gemüse programmieren. Foto: Forum Bildung Digitalisierung.

BEI DER FRAGE, wie die Digitalisierung Einzug in die Schule hält, herrscht meist Einigkeit darüber, dass es nicht mehr um das "Ob", sondern um das "Wie" geht. Angesichts der Strategie der Kultusministerkonferenz zur "Bildung in der digitalen Welt" oder der "Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft" des Bundesbildungsministeriums ließe sich nun annehmen, dass die Ausgangslage für den digitalen Wandel der Schulen nicht die schlechteste sei. Richtet man jedoch den Blick auf die gegenwärtigen bundes- und landespolitischen Diskussionen, stellt sich der Eindruck ein, die Digitalisierung wird abermals vorrangig als technische Angelegenheit betrachtet.

 Eine Reihe politischer Äußerungen berücksichtigen weder das originär Innovative der digitalen Medien noch treffen sie den Kern einer weitreichenden Schulentwicklung. Da die Digitalisierung das Selbstverständnis der Schulen sowie die dort praktizierten Lernformen berührt, erfordert der digitale Wandel nicht nur "Kompetenzmodelle", sondern einen kulturellen Schulentwicklungsprozess. Dass es sich lohnt, diesem Gedanken vertiefend nachzugehen, verdeutlicht die Denkschrift des Rates für Kulturelle Bildung mit dem Titel "Alles ...

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Kommentare

#1 -

Reinhart Gruhn | Do., 17.01.2019 - 11:29
Gibt es tatsächlich eine digitale Kultur in einer digitalisierten Welt oder sollte man nicht eher von einer medialen Kultur sprechen, die durch digitale Prozesse transformiert und revolutioniert wird?

#2 -

Udo Michallik | Fr., 18.01.2019 - 12:28
Wir haben ja in Kürze die Gelegenheit diese Fragen und die Denkschrift zu diskutieren. Ich freue mich darauf, weil es mir die Gelegenheit gibt, einmal mehr zu betonen, dass die Strategie der Länder zur Bildung in einer digitalen Welt kein monolithisches Produkt für die Ewigkeit ist. Im Abspann der Strategie steht geschrieben: Wir werden diese Strategie fortschreiben. Zwangsläufig werden wir im Engeren dann Fragen von Lernen und Lehren diskutieren. Zur Ehrlichkeit gehört auch, dass wir an der Stelle von der Wissenschaft ziemlich alleine gelassen wurden. Aber ich mag das nicht rückwärtsgewandt beklagen. Es ändert nichts. Ich bin bekannt dafür, potentialorientiert ...

#3 -

Laubeiter | Di., 22.01.2019 - 11:00
Mir geht es beim Lesen dieses Textes so, dass die vielen Worte in ihm, deren Sinn ich nicht genau kenne, weil sie in Texten, die zu meinem Alltag gehören, nicht vorkommen, dass also die vielen fremden Worte dazu führen, dass ich das Gefühl habe, der Autor will Überlegenheit demonstrieren und möglichst unverstanden bleiben. Geht es darum, dass im Kunstunterricht in Zukunft nicht mehr nur Wasserfarben, Aquarell und Kohle die Werkzeuge sein sollen, sondern rechnergestütztes Design von elektronischen Artefakten?

#4 -

Ann-Kathrin St… | Fr., 25.01.2019 - 13:17
Ich teile die Beobachtung, dass die KMK u.a. bildungspolitishe AkteurInnen eine stark auf technische Aspekte fokussierte Perspektive auf neue digitale Medien und Bildung vertreten. Vergleicht man die Papiere der KMK aus den 1990er Jahren mit den aktuellen Papieren zur "Bildung in der digitalen Welt" sowie mit den Konzepten und Pressemeldungen des BMBF zum DigitalPakt Schule, hat sich das Vokabular zwar leicht verändert – Medien stehen jedoch weitgehend synonym für digitale Endgeräte. Das ist eine Perspektive, die sich auch in Schulen mit Medienprofil findet. Medien werden vorwiegend als erlern- und beherrschbare Tools verstanden – nicht als subjektivierende Medialität. Das ist aber ...

#5 -

Benjamin Jörissen | Mo., 28.01.2019 - 12:00
@ Udo Michallik



Lieber Herr Michallik,



vielen Dank für Ihre Anregung zu einer umfassenden Betrachtung des Themas – ich freue mich ebenfalls sehr auf die öffentliche Podiumsdiskussion am 18. Februar in der Komischen Oper, bei der wir ja nicht nur die Politik, sondern auch die Felder Schule, Wissenschaft und Kulturelle Bildung betrachten werden.



Ich stimme Ihnen zu – alle Akteure können noch mehr lernen und dazu beitragen, dass der digitale Wandel sinnvoll gestaltet wird. Wir sollten hier zwischen der etablierten Bildungsforschung und dem noch eher jungen und engagierten Feld der Forschung zur kulturellen Bildung sicherlich unterscheiden. In Bildungsforschung und auch ...

#6 -

Benjamin Jörissen | Mo., 28.01.2019 - 12:19
@ Laubeiter



Vielen Dank für die Rückmeldung! Leider ist unsere Sprache in der Wissenschaft wirklich sehr kompliziert, und das geht auch nicht anders. Für Menschen außerhalb, z.B. aus der Praxis, erscheint sie deswegen oft unnötig schwer verständlich. Für mich ist es immer eine schwierige Übung, die Wissenschaft in Alltagssprache und Alltagsperspektiven zu übersetzen, weil es dann immer verhältnismäßig ungenau wird; aber auf Genauigkeit kommt es der Wissenschaft natürlich besonders an. Sorry also für die komplizierte Sprache.



Ich denke nicht, dass nun alles im Feld der kulturellen Bildung "digital" und technisch werden muss. Aber ich denke, dass diese ganzen digitalen Technologien ...

#7 -

Benjamin Jörissen | Mo., 28.01.2019 - 12:29
@ Reinhart Gruhn



Das stimmt auch, aber es deckt nicht alles ab:

1) Einerseits gibt es sehr unterschiedliche Medienkulturen, die sich durch Digitalisierung stark verändern (z.B. Film-Fankulturen oder jugendliche Medienkulturen). Wenn wir das so sehen, gehen wir von den "alten" Medien aus und beschreiben von dort aus die Digitalisierung.

2) Zweitens gibt es aber "digitale Kulturen" jenseits der klassischen Kommunikationsmedien schon sehr lange. Sherry Turkle hat dies in ihrem immer noch interessanten Buch "Leben im Netz" in den 1990er Jahren beschrieben, z.B. anhand von MUDs/MOOs, virtuellen Welten und (den alten) Online-Communities.

3) Drittens gibt es das, was ich deswegen lieber ...

#8 -

Benjamin Jörissen | Mo., 28.01.2019 - 12:39
@ Ann-Kathrin Stoltenhoff



Das ist auch m.E. definitiv ein Problem. Letztlich ist es eben so, dass die greifbaren und sichtbaren Effekte von Technik am ehesten verstanden werden, und dann auch am leichtesten politisch oder praktisch aufgegriffen werden.



Dazu kommt, dass die Entwicklung und der Verkauf von digitaler Technik und entsprechender Software für den Bildungsbereich enorm lukrativ ist – nicht unbedingt heute, aber für die Zukunft. Wem es gelingt, hier Schlüsseltechnologien zu etablieren (und daran ein Copyright hält), hat ausgesorgt. Das gilt z.B. für Schulbücher, die als e-Books nicht mehr gekauft, sondern gemietet werden: wird das Abo gekündigt, hat die "digitale ...

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