Nur Mut, Frau Pfeiffer-Poensgen
Baden-Württemberg berichtet gute Zahlen bei den internationalen Studienanfängern – trotz Studiengebühren. Zieht NRW jetzt nach?

Foto: Max Braun / flickr - cco 2.0
THERESIA BAUER GAB sich größte Mühe, nicht zu triumphierend rüberzukommen. Die Zahl der Studienanfänger aus Nicht-EU-/EWR-Ländern ist an Baden-Württembergs Hochschulen im Vergleich zum Vorjahr um fast neun Prozent gestiegen, was die grüne Wissenschaftsministerin in einer Pressemitteilung vergangene Woche entsprechend zurückhaltend kommentierte: "Diese Entwicklung übertrifft unsere eigenen Erwartungen."
So überraschend sind die Zahlen oberflächlich betrachtet freilich nicht. Im Wintersemester 2017/18 hatte es einen empfindlichen Einbruch um 19,1 Prozent gegeben, ausgelöst durch die damals neu eingeführten Studiengebühren für internationale Studierende. Dass der Knick vorübergehend sein würde, davon war angesichts ähnlicher Erfahrungen in Ländern wie Schweden und Dänemark auszugehen. Ist damit der Beweis erbracht, wie Bauer betont, dass "moderate Studiengebühren" der "weiteren Internationalisierung" nicht schaden?
Zumindest zeigen die Zahlen, dass viele ihre schon reflexartige Anti-Gebühren-Hysterie einmal überdenken sollten. Wie bei so vielen Dingen im Leben kommt es nicht nur auf das Ob an, sondern auf das Wie. Soll heißen: Studiengebühren können schaden, wenn sie zu hoch sind. Und wenn sie nicht zugleich von einem fairen Ausgleichssystem für die Schwächsten begleitet werden. In Baden-Württemberg gibt es ...
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Kommentare
#1 - Alle, die sich mit Hochschulmarketing professionell…
#2 - Lieber Herr Wiarda!Ich vermag Ihre Euphorie hier nicht zu…
Ich vermag Ihre Euphorie hier nicht zu teilen.
Die Ministerin in NRW tut gut daran, die Hochschulen vorschnell mit einer nur auf den ersten Blick einträglichen neuen Geldquelle zu beglücken. Die Ausnahmebestimmungen in BW sind wegen des EU-weit zu beachtenden Diskriminierungsverbot bei gleichzeitiger Beachtung des gebührenrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes mit heißer Nadel gestrickt. Das rechtliche Risiko müssten die Hochschulen tragen. Die Umsetzung ist extrem bürokratisch. Von 3000 € pro Studierendem und Jahr lässt sich kein vernünftiges Programm zur Verbesserung der Studienbedingungen finanzieren. Mit den Gebühren wird bei den Studierenden aber eine entsprechende Erwartungshaltung geweckt. Das Land müsste also weitere ...
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