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Bitte keine Pseudoakademisierung!

Wir brauchen für die Berufsbildung Abschlussbezeichnungen auf

der Höhe der Zeit, keine semantischen Kopien. Ein Gastbeitrag von Theresia Bauer.

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Artikelbild: Bitte keine Pseudoakademisierung!

Grafik: MB / mohamed_hassan / pixabay - cco.

DAS JAHR 2019 ist für die Bildungs- und Wissenschaftspolitik das überfällige Jahr der Entscheidungen: Die Hochschulpakte, die Exzellenzinitiative und die Stärkung der akademischen wie der beruflichen Bildung mit Blick auf die Arbeitswelt 4.0 bedeuten wichtige Weichenstellungen. Der kürzlich vom Bundeskabinett beschlossene "Gesetzentwurf zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung" setzt allerdings ein falsches Signal.

Um die berufliche Bildung zu stärken, sieht das Gesetz für berufliche Fortbildungsstufen drei neue Abschlussbezeichnungen vor, die teilweise dem akademischen Bereich entlehnt sind: Die erste Stufe soll künftig "Geprüfte/r Berufsspezialist/in" heißen. Auf der zweiten Stufe folgt der "Bachelor Professional" und auf der dritten Ebene der "Master Professional".

Damit sind die zuerst vorgesehenen Bezeichnungen "Berufsbachelor" und "Berufsmaster" zwar vom Tisch. Gegen sie hatte es einen Sturm der Entrüstung von Seiten der Länder, der Kultusminister und der Hochschulrektorenkonferenz sowie zahlreicher Verbände gegeben. Doch auch die neuen Bezeichnungen werden zu Recht auf breiter Front abgelehnt. Selbst aus der Wirtschaft kommen eindeutig kritische Stimmen, auch von maßgeblichen Wirtschaftsverbänden.

"Bachelor Professional" und "Master Professional" machen es nicht besser

Denn "Bachelor ...

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Kommentare

#1 -

Edith Riedel | Di., 04.06.2019 - 11:24
Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, die diese semantischen Verwischungen für Stellenausschreibungen mit sich bringen. Ein simples "Voraussetzung ist ein abgeschlossener Master" wird wohl nicht mehr genügen, da dann, wie ein findiger Anwalt wohl argumentieren wird, der Master Professional auch gemeint sein könnte. Oder ist das vielleicht sogar gewollt?

#2 -

Thomas Höhmann | Di., 04.06.2019 - 12:07
Man kann die Verwirrung in vielen Ländern, auch europäischen, erleben, wo ein "Doktor" immer ein Arzt ist! Ein "Professor" ist dort meistens ein Schullehrer.
Ein "Diplom" kriegt man für alle möglichen Leistungen, nicht bloß für akademische, und der "Meister" eines Tischlers ist dem "Master" semantisch verwandt!
Es sollte eine internationale Behörde geben, die Vergleichbarkeitsgutachten für Abschlüsse ausstellt.

#3 -

Edith Riedel | Di., 04.06.2019 - 14:00
"Es sollte eine internationale Behörde geben, die Vergleichbarkeitsgutachten für Abschlüsse ausstellt. "

Das Stichwort hier ist "international". Oder sollen jetzt auch nationale Abschlüsse durch anabin geprüft werden? Schilda lässt grüßen...

#4 -

Ruth Himmelreich | Di., 04.06.2019 - 17:58
Nun ja, erst war da die Lobbyarbeit der FH mit "gleichwertig, aber andersartig" zwecks Bachelor und Master für alle ohne "diskriminierenden" FH-Zusatz (unter Beifall der HRK), und jetzt wundert man sich, wenn die Begehrlichkeiten auch anderswo laut werden.

#5 -

Toni Charlotte… | Mi., 05.06.2019 - 15:45
Welche Kompetenzen im deutschen Bildungssystem erworben werden, definiert der DQR über acht Niveaus, die den acht Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) entsprechen. Über "spezialisierte fachliche oder konzeptionelle Fertigkeiten zur Lösung auch strategischer Probleme in einem wissenschaftlichen Fach (entsprechend der Stufe 2 [Master-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld" muss man verfügen, um DQR Niveau 7 zu erfüllen. D.h. z.B. in der der Lage sein, "auch bei unvollständiger Information Alternativen abzuwägen oder neue Ideen oder Verfahren zu entwickeln, anzuwenden und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Beurteilungsmaßstäbe zu bewerten".

Und genau diese Fähigkeit wäre dann erforderlich, um eine qualifizierte Person ...

#6 -

Mawue | Di., 09.07.2019 - 08:46
Bachelor und Master Professional sind genau der richtige Weg, alles Andere führt zu Verwirrung. Die breite Masse ist nicht mit dem DQR/EQR vertraut. Um die Menschen zu erreichen bedarf es sprechende und vergleichbare Bezeichnungen. Ich vermisse hier den pragmatischen Ansatz.

#7 -

Thomas | Mi., 07.08.2019 - 17:41
Früher gab es Betriebswirte und Dipl. Betriebswirte, in der ehemaligen DDR gab es Fachschulingenieure und Dipl. Ingenieure.
Ich denke "Bachelor Professional" klinkt definitiv anders als "Bachelor of Science".
Und entscheidend ist eh, dass man sich täglich in der Arbeitswelt beweißen muss. Blenden ist da nur von kurzer Dauer.
Die Wahrheit liegt auf dem Platz!

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