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Noch 'ne Idee

Kürzere Sommerferien? Gleiche digitale Endgeräte für alle Schüler? Täglich produziert die Corona-Bildungsdebatte neue Vorschläge. Nicht alle sind wirklich zu Ende gedacht.

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Artikelbild: Noch 'ne Idee

Foto: pxfuel.

WENN GAR NICHTS mehr geht, geht immer noch eine Debatte über Schulferien. Diese Wahrheit in der Bildungsberichterstattung bewahrheitet sich erneut, seitdem Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zur Verkürzung der Sommerferien aufgerufen hatte – "damit die Schüler das während des Corona-Shutdowns Versäumte nachholen können".

Unvermeidbar dem bekannten Feriendebatten-Skript folgend, griffen erst zahlreiche Zeitungen den Appell auf, um kurz darauf über die nacheinander eingehenden Absagen der Kultusminister zu berichten: "Nicht zur Diskussion" stehend, "nicht sinnvoll", "keine Lösung". In der nächsten Runde kommen die Stimmen, die fragen: Warum eigentlich nicht? Und: Wann bewegen sich die Kultusminister?

Sie werden sich vermutlich auch dieses Mal nicht bewegen, und das zu Recht. An Aktionismus besteht in diesen Tagen schon jetzt kein Mangel. Die viel wichtigere Aufgabe der Bildungspolitiker besteht darin, ihre Regierungschefs von einer weitreichenderen und schnelleren Öffnung auch der unteren Schulklassen zu überzeugen, als sie bislang geplant ist. Und parallel zusammen mit den Gesundheitsbehörden klare und realistische Hygiene-Richtlinien für die einzelnen Schulen und Altersstufen zu erarbeiten. Zudem müssen die Jugend- und Kultusminister dringend verlässliche Antworten von Virologen einfordern, was ...

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Kommentare

#1 -

Stefan | Mo., 20.04.2020 - 16:48
Ich habe ja gehofft, in so einem Blog Argumente zu finden, warum eine spätere Schulöffnung und eine Verkürzung der Sommerferien keine gute Idee ist. Habe leider keins gefunden, sondern nur eine Gegenforderung. Das ist etwas dürftig.



Eine verspätete Öffnung der Schulen auch nur von einigen Wochen zusammen mit einer Verlängerung einiger Einschränkungen würde die Covid-19-Lage deutlich verbessern und hinterher die Folgen für Gesundheit und Wirtschaft minimieren. Das geht nur, wenn man die Basis-Reproduktionszahl so niedrig wie möglich bekommt und nicht zu früh solche Forderungen aufstellt. Die Untersuchungen des RKI deuten darauf hin, dass die Schulschließungen einen signifikanten Beitrag zur Reduktion ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Mo., 20.04.2020 - 17:29
@Stefan: Die Kritik nehme ich an. Ich habe einfach angesichts der vielen Artikel zu dem Thema, die ich schon geschrieben habe, vergessen, das nochmal auszuführen. Also: Der Streit um ein neues Rotationsprinzip bei den Sommerferien vor einigen Monaten hat den beteiligten Ministern viel Mühe gebracht, bislang und wohl auch endgültig aber nichts verändert. Weil keiner ohne den anderen verlegen kann. Weil die davon abhängigen Regelungen und Gewohnheiten, und (gedacht) ererbten Anrechte so stark sind, dass sie sich am Ende blockieren. Darüber kann man sich ärgern, es falsch finden, aber die Realität ist so. Bei einer Entscheidung über eine Verkürzung der ...

#3 -

Stefan | Mo., 20.04.2020 - 19:49
Hallo Herr Wiarda,

danke für die Präzisierung. Mir will aber nicht in den Kopf, dass man sich in einer solchen Lage nicht auch mal gegen die Interessenverbände durchsetzen kann. Das Motto, "Das haben wir schon immer so gemacht, das haben wir noch nie anders gemacht, da könnte ja jeder kommen." ist in dieser Pandemie kein guter Ratgeber. Als ich Touristikunternehmen las: Ja, die werden große Schwierigkeiten haben und sie brauchen wirklich Hilfe. Aber allein die Idee, dass die Leute in den kommenden Sommerferien fahren, ist schon ziemlich absurd. Vor allem Auslandsreisen werden definitiv ausfallen. Und viele Länder werden Reisende aus ...

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