"Die Fachhochschulen spielen bei dieser Koalition zweite Geige"

Kai Gehring. Foto: privat
Kai Gehring. Foto: privat

"SEIT VIER MONATEN liegen die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu Personalgewinnung und -entwicklung an Fachhochschulen vor, an der Umsetzung haben weder Ministerin noch Koalition mit Nachdruck gearbeitet. Das steht im krassen Kontrast zur Dynamik bei der Neujustierung des Exzellenzwettbewerbs. Zwischen Imboden-Bericht und dem Go von Kanzlerin und Ministerpräsidenten lagen weniger als sechs Monate. Der Eindruck der Fachhochschulen, bei dieser Koalition allenfalls die zweite Geige zu spielen, ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Dabei wächst der Stellenwert der FHs weiter: Sie ziehen immer mehr Studierende an und sind unverzichtbarer Netzwerknoten für eine innovative regionale Wirtschaft. Immer augenfälliger werden ihre strukturellen Herausforderungen, vor allem bei der Gewinnung von Professuren. Obwohl der Handlungsbedarf groß und lange bekannt ist, haben weder Ministerin Wanka noch die Koalition aus Union und SPD bislang etwas dagegen unternommen.

 

Es gibt eine große Vielfalt der Fachhochschulen. Darum ist es richtig, kein „one-fits-all“-Programm zu stricken, sondern es den FHs zu überlassen, was sie für sich aus dem Instrumentenkasten des Wissenschaftsrats benötigen. Ein solcher Ansatz, möglichst offen für unterschiedliche Bedürfnissen von Hochschulen zu sein, verträgt sich aber nicht damit, von vornherein Förderungsmöglichkeiten für den akademischen Mittelbau auszuschließen und hier nur mit den Fingern auf die Länder zu zeigen. Das passt nicht zusammen.“

Kai Gehring ist Sprecher für Hochschule, Wissenschaft und Forschung der grünen Bundestagsfraktion. 

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