"Wir brauchen jetzt ein Programm, nicht nach der Bundestagswahl"

Andreas Keller. Foto: GEW
Andreas Keller. Foto: GEW

„NUN IST ES raus. Das von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka angekündigte Fachhochschul-Programm wird vor der Bundestagswahl nicht mehr kommen. Dabei bräuchten die Fachhochschulen gerade jetzt Unterstützung.

 

Die Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaft haben heute eine deutlich erweiterte Aufgabenstellung, die sich über Lehre und Studium hinaus auf Forschung, Nachwuchsförderung und Wissenstransfer erstreckt. Dafür benötigen sie eine aufgabengerechte Personalstruktur. Dazu gehört zum einen ein akademischer Mittelbau: Qualifizierungsstellen für Doktorandinnen und Doktoranden, Dauerstellen für Daueraufgaben in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement.

 

Zum anderen muss die Hochschullehrerlaufbahn erweitert werden. Mit der Etablierung eines Tenure Track ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wie an den Universitäten würden die Karrierewege verlässlicher und damit attraktiver. Anders als an den Universitäten ginge es aber nicht darum, eine mit der Habilitation vergleichbare Qualifikation zu erwerben, sondern die erforderliche Erfahrung in der beruflichen Praxis auch parallel zu einer Tätigkeit in Forschung und Lehre erlangen und zugleich wissenschaftlich reflektieren zu können.

 

Aus eigener Kraft werden die Fachhochschulen diese Reform nicht wuppen können. Bund und Länder sollten daher jetzt mit einem gemeinsamen Programm Impulse für Tenure-Track-Professuren und Mittelbaustellen an Fachhochschulen geben.“


Andreas Keller ist stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

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