Was steht drin im BuWiN?

SEIT 2008 ERSCHEINT der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) alle paar Jahre regelmäßig, zuletzt 2013. Die am Donnerstag veröffentlichte dritte Ausgabe enthält eine Vielzahl an Statistiken und Vergleichswerten.

 

So ist der wissenschaftliche Nachwuchs an den Hochschulen seit 2000 um 76 Prozent gewachsen, während die Zahl der Professoren im gleichen Zeitraum um lediglich 21 Prozent stieg. Unter den Nachwuchswissenschaftlern  – zu denen auch die meisten Promovierenden zählen –  variiert die Befristungsquote zwischen 93 Prozent an den Hochschulen und 84 Prozent an außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Sie verharrt damit auf dem Rekordniveau des letzten Berichts. Die Autoren des Berichts verzeichnen zuletzt sogar eine Zunahme der Befristung beim grundfinanzierten wissenschaftlichen Personal.

 

Kaum verlässliche Informationen gibt es dem Bericht zufolge bei der Beschäftigungsdauer und bei den Vertragslaufzeiten. Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer liegt bei den Nachwuchswissenschaftlern einer Studie zufolge bei rund sechs Jahren. Eine andere, nicht repräsentative Studie zeige, dass 53 Prozent der Arbeitsverträge mit wissenschaftlichen Mitarbeitern an Hochschulen Laufzeiten von unter einem Jahr haben.

 

Ein Professor betreut im Schnitt sechs Promovierende, wobei der Trend weggeht vom übermächtigen Doktorvater oder der Doktormutter: Mehr als die Hälfte der Doktoranden wird mittlerweile von mehr als einem Hochschullehrer betreut. Doch die Fachunterschiede sind enorm. Während in der Biologie die Mehrpersonenbetreuung bei 73 Prozent berichtet wird, haben bei den Juristen nur 19 Prozent mehr als einen Betreuer. Ein erstaunlich positiver Wert: Zwischen 55 und 65 Prozent der Promovierenden sind mit ihrer Betreuung insgesamt zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Die große Mehrheit von ihnen promoviert immer noch in der traditionell deutschen Art. Nur 23 Prozent lassen sich einem strukturierten Programm zuordnen, wobei in diesem Wert jede Form der Dachstruktur enthalten ist.

 

Zu den BuWiN-Ergebnissen tragen unter anderem das Institut für Innovation und Technik (iit), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Statistische Bundesamt und das INCHER in Kassel bei. Die Arbeit des Konsortiums wird durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt, dessen Vorsitzender der Soziologe Karl Ulrich Mayer ist. 

Die Vollversion des Berichts ist hier abrufbar.

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