Böttinger geht – jetzt aber wirklich

Der BIG-Vorstandvorsitzende hat offiziell gekündigt. Jetzt wartet das Hasso-Plattner-Institut auf ihn – und das BIG auf einen Neuanfang.

ERWIN BÖTTINGER, VORSTANDSCHEF des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG), hat seine Kündigung eingereicht. Das ensprechende Schreiben sei vor dem Wochenende eingegangen, berichtete BIH-Aufsichtsratschef Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, in einer Nachricht an die Mitglieder des Aufsichtsrats. 

 

Vergangene Woche hatte der Potsdamer Universitätspräsident Oliver Günther Böttinger den offiziellen Ruf erteilt, womit klar war nach dem wochenlangen Hin und Her um seinen möglichen Wechsel ans Hasso-Plattner-Institut (HPI): Entweder geht er jetzt oder er geht gar nicht. Und so kündigte Böttinger noch auf den letzten Drücker vor Quartalsende. 

 

Zuletzt konnte man den Eindruck gewinnen, dass Bund und Land als Träger des BIG mit Böttinger bereits abgeschlossen hatten. Ende Mai hatten sie entschieden, dem Vorstandsvorsitzenden eine dreiköpfige Expertengruppe zur Seite zu stellen. Und das, obwohl Böttinger vorher gegenüber dem Aufsichtsrat erklärt hatte, seinen Vertrag beim BIG weiter erfüllen zu wollen.  Die Experten, hieß es offiziell, sollten "in den kommenden Wochen die Fortschritte bei der Umsetzung der BIG Strategie 2026" bewerten. Vielen aber kamen die drei, darunter auch der Nobelpreisträger Thomas Südhof, zugleich wie Aufpasser für Böttinger vor. 

 

Sein Wechsel könnte sich mehrfach positiv auswirken: Für Potsdam, weil das gerade zur Uni-Fakultät mutierte HPI einen Experte für personalisierte Medizin gewinnt, dessen wissenschaftlicher Ruf, unabhängig von allen Managementquerelen, weiter als exzellent gilt. Für das BIG, weil die wochenlange Unsicherheit für alle Mitarbeiter endlich vorbei ist. Und für die Politik, weil jetzt der Weg frei ist, um schleunigst den dringend nötigen Umbau der einst mit so großen Vorschusslorbeeren gestarteten Forschungseinrichtung voranzutreiben.

 

Wobei "schleunigst" wohl erst nach der Bundestagswahl bedeuten dürfte. In jedem Fall war schon seit Wochen klar: Mit Böttinger geht es nicht weiter am BIH. Das hat der jetzt also auch eingesehen – und ist gegangen.

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