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Keine goldenen Computertasten

Forscher haben im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung berechnet, wieviel Bund und Länder für die angemessene IT-Ausstattung aller Schulen ausgeben müssten: 2,8 Milliarden pro Jahr. Und das sei eher die Untergrenze, sagte Studienautor Andreas Breiter vom ifib an der Universität Bremen.

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Artikelbild: Keine goldenen Computertasten
Andreas Breiter. Foto: privat

Herr Breiter, Sie haben im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung berechnet, was eine vernünftige digitale Lernumgebung für alle Schüler deutscher Schulen kosten würde: 2,8 Milliarden Euro pro Jahr. Ist das viel oder wenig?

Die Antwort hängt davon ab, wie viel die Länder und Kommunen bereits jetzt für die IT-Ausstattung ihrer Schulen ausgeben. Die Wahrheit ist: Wir wissen es schlicht nicht.

Wie kann das sein? Seit über einem Jahr diskutieren wir über einen fünf Milliarden schweren Digitalpakt, dessen Realisierung auf sich warten lässt, und wir haben keine Ahnung, wie weit das Geld reichen würde?

Weil die Kosten auch innerhalb einer Kommune an so vielen unterschiedlichen Stellen anfallen und die Gesamtsicht fehlt. Wenn eine neue Schule verkabelt wird, stehen die Ausgaben dafür meist im Budget des Hochbauamts. Support erfolgt bei fast allen Schulträgern durch Beteiligung der Lehrkräfte, die wiederum Beschäftigte des Landes sind. Am allerwenigsten können wir beziffern, was die letzte Meile der Internetanbindung kostet. In Städten ist das egal, aber auf dem Land, wo überhaupt nur wenige der Kommunen über Breitband verfügen, lässt sich der finanzielle Aufwand für den Breitbandanschluss einer Schule überhaupt nicht seriös einschätzen.

Möglicherweise wäre das Angebot des Bundes also nur ein Tropfen ...

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Kommentare

#1 -

Dennis Hillemann | Fr., 03.11.2017 - 10:18
Sehr gutes Interview, danke. Der Bund wird hier eine Förderung aufsetzen müssen, die sich vor allem als klar strukturiert und effizient erweist. Wir sehen jetzt auf mehreren Ebenen, dass der Bund direkt Geld in die Kommunen pumpen will (muss) - sei es bei diesem Thema, sei es bei dem Mobilitätspakt. Die Herausforderung wird weniger das Geld sein, sondern vielmehr die Frage, wie diese Förderung ausgestaltet wird - auf kommunaler Ebene muss die Beantragung, Dokumentation und das Controlling der Förderung umsetzbar sein. Ich hoffe, dies wird gelingen.

#3 -

Klaus Hekking | Sa., 04.11.2017 - 13:23
Herr Wiarda passt auf und behält einen klaren Kopf. Digitalisierung ist keine naturgesetzliche Zwangsläufigkeit ohne Alternative, sondern ein Scoop, bei dem wirtschaftliche Interessen der IT Konzerne, die auf deutsches Steuergeld ansitzen mit der Einfallslisigkeit deutscher Bildungspolitiker koinzidieren, die Digitalisierung für ein Allheilmittelhalten..Der pädagogische Nutzen dieser Digitalisierung ist stark umstritten. Bertelsmannstudien sind um so besser, je tiefer man sie hängt

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