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Allez hopp!

Die Agentur für Sprunginnovationen soll Deutschlands Innovationssystem neu erfinden. Kann das klappen? Die Geschichte einer Idee.

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Artikelbild: Allez hopp!

Vorbild DARPA: Der Robotics Challenge 2015. Master Chief Petty Officer John Williams: " 2015 DARPA Robotics Challenge 150606-N-PO203-115.jpg ", CC0

ENDE FEBRUAR WAR es wieder soweit. Da stand Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer blauen Wand im Kanzleramt und nahm das jährliche Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) entgegen. Im Grunde schreiben die sechs Wissenschaftler seit Jahren die immer selbe Warnung hinein: Deutschland drohe den technologischen Wandel zu verschlafen. In Forscherdeutsch klingt das so: "Die bisherige starke Ausrichtung der Förderungspolitik auf aktuelle Stärken der deutschen Wirtschaft könnte sich als hinderlich für die Erschließung neuer Anwendungsfelder erweisen."

Doch diesmal wirkte Merkel beim Händeschütteln auffällig entspannt. Womöglich weil der Koalitionsvertrag kurz vor dem Abschluss stand. Oder weil sich darin ein Plan befand, der das deutsche Verständnis von Fortschritt, von Entwicklung und wirtschaftlichem Erfolg in seinen Grundfesten erschüttern könnte. So hoffen zumindest die einen. Andere sind der Meinung, dass sich da eine große Geldverbrennung ankündigt. Vorvergangene Woche hat das Bundeskabinett den Plan in die Tat umgesetzt und die Gründung einer "Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen" beschlossen.

Das Umdenken begann vor zwei Jahren

Das Umdenken begann vor gut zwei Jahren. Zweimal im Jahr trifft sich die Kanzlerin Merkel beim sogenannten "Innovationsdialog" mit den zuständigen Bundesministern und führenden Köpfen aus Wissenschaft und Wirtschaft, koordiniert von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Im Frühjahr 2016 war es, als Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, einen Vorstoß unternahm. Er erzählte von den USA und den staatlichen Agenturen DARPA und ARPA-E, die mit Steuergeldern auf ...

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Kommentare

#1 -

Raphael Wimmer | Di., 11.09.2018 - 02:00
Danke für die interessante Darlegung der Entwicklung.



Vielleicht für andere Leser interessant: Alan Kay, einer der Väter des modernen grafischen Computer-Desktops am Xerox PARC, hat letztes Jahr mal aufgeführt, was seiner Meinung nach die Zutaten für solche disruptiven Labs sind [1] (leicht gekürzt):



Visions not goals



Fund people not projects — the scientists find the problems not the funders. So, for many reasons, you have to have the best researchers.



Problem Finding — not just Problem Solving



Milestones not deadlines



It’s “baseball” not “golf” [danebenschlagen ist normal, kein Fehler]



It’s about shaping “computer stuff” to human ends per the vision. ...

#2 -

Klaus Diepold | Mi., 12.09.2018 - 13:46
Vielleicht ist es hilfreich zu diesem Themenkomplex ein wenig mehr zu lesen.



Ich empfehle mal den Artikel mit dem Titel "How Useful Is the Theory of Disruptive Innovation?"

https://sloanreview.mit.edu/article/how-useful-is-the-theory-of-disruptive-innovation/



Des Weiteren empfehle ich die Lektüre von Nassim Nicholas Taleb, insbesondere Texte zum Thema "Skin in the Game".



Ich finde auch hilfreich noch einmal nachzuschlagen, was eigentlich eine Innovation ist. Ich empfehle die Definition von Joseph Schumpeter, die auch unter Wikipedia zu finden ist.



Zuletzt fällt mir auf, dass in dieser Diskussion in erster Linie Wissenschaftler zu Wort gekommen sind, die, entsprechend der Schumpeterschen Definition von Innovation nicht in erster Linie ...

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