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Abgerutscht

Deutschlands Viertklässler können schlechter lesen, schreiben und rechnen als vor fünf Jahren. Der Negativtrend betrifft alle Länder, die soziale Schere geht weiter auf. Immerhin: Ein Bundesland zeigt, wo die Lösung liegen könnte.

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Foto: StockSnap / pixabay.

EIGENTLICH HATTE Petra Stanat schon alles Wichtige gesagt zum IQB-Bildungstrend 2021. Im Juli war das , als das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), dessen Direktorin Stanat ist, die bundesweiten Ergebnisse der Grundschul-Kompetenztests präsentierte. Es gebe einen "Negativtrend" durchgängig über alle getesteten Bereiche hinweg, also beim Lesen, Zuhören, Orthographie und Mathematik, und er sei deutlich: "Die Viertklässler lagen 2021 um ein Viertel- bis Drittelschuljahr hinter ihren Vorgängern im Jahr 2016 zurück, beim Zuhören war der Rückstand mit einem halben Jahr am größten."

Zum dritten Mal überprüfte das IQB das Erreichen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) für die Grundschulen in den Fächern Deutsch und Mathematik. Knapp 27.000 Viertklässler nahmen teil.

Die Tests fanden vor den Sommerferien 2021 statt, und der Einbruch war enorm, vor allem im Vergleich zur vorletzten Testrunde 2011. Der Anteil der Kinder, die nicht einmal die sogenannten Mindeststandards schaffen, die also höchstens in Ansätzen lesen, schreiben und rechnen können, hat sich gegenüber 2011 teilweise verdoppelt – und liegt je nach Bereich bei fast einem Drittel. Nicht nur werden immer mehr Kinder abgehängt, gleichzeitig sank das durchschnittlich erreichte Niveau der Kompetenzen zwischen 2016 und 2021 massiv. Im Lesen um 22 auf 471 Punkte, beim Zuhören um 28 auf 456, bei der Rechtschreibung um 27 auf 473 und in Mathe um 21auf 462 Punkte. 30 Kompetenzpunkte entsprechen in etwa dem Fortschritt eines halben Schuljahrs.

Nach den Bundesergebnissen folgt jetzt der Blick auf die einzelnen Länder

Etwas Entscheidendes aber fehlte doch bei der Vorstellung der Ergebnisse im Juli. Der Bildungstrend ist angelegt als Bundesländervergleich, die Ergebnisse der Länder werden einzeln gelistet. Doch wurde wegen der Corona-Pandemie ausnahmsweise die Veröffentlichung allein der Bundesergebnisse in den Sommer vorgezogen. Die Bildungsforscher hätten nicht bis Oktober warten wollen "wegen der Dringlichkeit der Frage, welcher Lernstand nach den pandemiebedingten Einschränkungen erreicht wurde", erklärte Stanat – und sie hätten deshalb den Ländern vorgeschlagen, "mit einem ersten Bericht und ersten ...

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Kommentare

#1 -

Nikolaus Bourdos | Mo., 17.10.2022 - 12:02
"Bereits in der Kita müssten Erwerb und Förderung von Deutsch als Bildungssprache und 'Vorläuferfähigkeiten' im Bereich Mathematik in den Blick genommen werden."

Ganz meine Meinung, Frau Prien. Da machen uns die viel gepriesenen skandinavischen Länder einiges vor. Der von Frau Prien erwähnte Elementarbereich wird krass vernachlässigt, Kitas dienen viel zu oft nur der Aufbewahrung von Kindern, während die Eltern arbeiten gehen. Da veegeben wir enorme Bildungschancen.

#2 -

Lehrerkind | Di., 18.10.2022 - 14:52
Das wundert nicht wirklich, bei dem kaputtgesparten, durch föderale Streitigkeiten (Bund - Länder - Kommunen) komplett zerfetzten Bildungs"system" in Deutschland. Niemand sieht sich in der Pflicht, niemand will Verantwortung übernehmen, niemand möchte Kosten tragen. Es ist ein Trauerspiel. Wer es sich leisten kann, gibt seine Kinder in private Schulen.

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