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Ist PISA in Deutschland ein Auslaufmodell?

Da mache er sich überhaupt keine Sorgen, kommentiert der Bildungsforscher Olaf Köller Forderungen, aus dem internationalen Schulvergleich auszusteigen: "Nicht wissen zu wollen, was ist, passt nicht in die heutige Zeit." Zur Kritik von Lehrerverbänden an Andreas Schleicher sagt Köller, in der Substanz liege der OECD-Bildungsdirektor "oft gar nicht falsch".

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Artikelbild: Ist PISA in Deutschland ein Auslaufmodell?

Olaf Köller ist Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel und Ko-Vorsitzender der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz.Foto: IPN/Davids/Sven Darmer.

Herr Köller, der Lehrerverband wirft OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher nach dessen Interviews in der Stuttgarter Zeitung und anderswo Unwissenschaftlichkeit vor, der Philologenverband fordert die Aussetzung von PISA, solange Schleicher internationaler PISA-Koordinator ist. Die FAZ will sogar unabhängig von Schleicher den Ausstieg Deutschlands aus der weltweit größten Bildungsstudie. Was ist da los?

Es gab in Deutschland schon häufiger Empörung von Lehrerverbänden und Politikern über Aussagen von Andreas Schleicher. Doch auch wenn diese im Ton manchmal überzogen und im aktuellen Fall sicher mit Absicht provokant formuliert waren, in der Substanz liegt er oft gar nicht so falsch.

Zum Beispiel?

Dass wir in Deutschland im internationalen Vergleich sehr hohe Lehrergehälter haben. Nehmen Sie eine 50 Jahre alte Studienrätin, verheiratet, zwei Kinder, privat krankenversichert, mit einem Nettogehalt von über 5000 Euro im Monat. Wenn sie krank ist, bekommt sie schnell einen Arzttermin, und wenn sie in Ruhestand geht, kann sie mit 3500 Euro und mehr Pension rechnen. Damit steht sie im Vergleich zu fast allen ihren internationalen Kolleginnen und Kollegen extrem gut da. Und wenn Andreas Schleicher sagt, wir hätten in Deutschland ein Problem mit der Unterrichtsqualität, muss man das nicht so drastisch ausdrücken wie er, ...

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Kommentare

#3 -

Bifoler | Di., 30.01.2024 - 15:37
Vielen, vielen Dank an Herrn Wiarda und Herrn Köller für dieses Interview. Es muss Selbstbeherrschung kosten, auf die unsachliche und destruktive Polemik so sachlich zu antworten. "Ich würde wirklich allen Seiten raten, die Polemik herauszunehmen" - wie wahr, und dennoch verfängt Polemik augenscheinlich seit zwei oder drei Jahrzehnten wieder immer mehr unter weiten Teilen der Bevölkerung (inkl. Administration und Politik).

Sagt jemand, der selbst einmal empirischer Bildungsforscher war und Herrn Schleicher auch heute noch regelmäßig bei Onlineveranstaltungen trifft, wo er m.E. (genau wie hier beschrieben) weitestgehend auf Grundlage von Evidenz politisch spitz schlussfolgert und formuliert - aber niemals so polemisch ...

#4 -

Leser | Mi., 31.01.2024 - 13:02
Deutschland ist eine Insel.

PISA sieht kritische Punkte im deutschen Bildungssystem.

Also ist PISA schlecht.

Die Methoden sind natürlich fragwürdig, weil das Ergbnis nicht passt.

Der Koordinator wird ad hominem angegriffen, weil das Ergebnis nicht passt.

Das Gymnasium ist die heilige Kuh des Bildungsbürgertums.

Wir haben schon immer alles richtig gemacht.

Wir lieben unser segregiertes Schulsystem.

Es schützt die ach so tolerante/liberale Elite vor dem Pöpel – da hört der Spaß für die Eltern auf!

Frei drehende Lehrer*innen sind unangreifbar (keine Steuerung, keine Führung etc.).



Come on! Man muss kein*e Bildungswissenschaftler*in sein, um zu wissen, wie solche Debatten laufen.

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