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Mut zur Messung

Eine nationale Finanzbildungsstrategie schien greifbar, dann wurde sie Opfer des Ampelbruchs. Jetzt stehen die Bildungsminister vor der Entscheidung, in der nächsten PISA-Studie die Finanzbildung ihrer Schüler prüfen zu lassen – oder sich wegzuducken.
Screenshot der online Petition zur Finanzbildung

Screenshot Online-Petition der Finanztip Stiftung.

ERINNERN SIE SICH an diesen Satz? "Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen", postete die Kölner Gymnasiastin Naina Anfang 2015 auf Twitter – und löste einen Debattensturm aus.

Elf Jahre später dürfte die Selbsteinschätzung vieler Schüler kaum besser ausfallen, doch wie die Lage tatsächlich ist, lässt sich nur vermuten. Eine nationale Finanzbildungsstrategie? Fehlanzeige. Und die Teilnahme an der PISA-Teilstudie zur Financial Literacy hat Deutschland in der Vergangenheit stets verweigert. Auch wenn einige Bundesländer wie Hamburg oder Hessen kräftig an ihren Curricula geschraubt haben: Die meisten Landesbildungsminister ließen sich ungern sagen, dass sie in der Finanzbildung schlecht aufgestellt seien, sagt ein KMK-Insider.

Dass das wahrscheinlich so ist, lässt sich aus den bevölkerungsrepräsentativen Umfragen von "Finanztip" erahnen. Im Oktober 2025 hielten demzufolge nur 30 Prozent der Deutschen ihr Wissen in zehn zentralen Finanzbereichen wie Banken, Börse oder Bauen für hoch oder sehr hoch. 32 Prozent bescheinigten ...

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Kommentare

#1 -

Dr.Dieter Hölterhoff | Do., 08.01.2026 - 15:26

Das Ansinnen der Finanzlobby ist abzulehnen. Da bin ich Frau Prien sehr dankbar, auch wenn das Beispiel vielleicht bei MINT hätte liegen können. Die Grundlagen gehören nicht in eigene Module sondern müssen Bestandteil der Politischen Bildung sein. Diese hat einen viel zu geringen Stundenanteil in allen Schulformen. In den Unterricht gehören auch die Ursachen für die vielfältigen hinter uns liegenden und welche auch immer vor uns liegenden Krisen, wie die Bankenkrise, die Euro-Krise, die Schwerpunkte in Bundes- und Landeshaushalten. Ich bin stolz, dass ich bei der o.g. Plattform des Bundesfinanzministeriums "Mit Geld und Verstand" 60% richtig beantwortet hatte. Nur das ...

#1.1 -

Andreas Drotloff | Mi., 14.01.2026 - 17:06

Antwort auf von Dr.Dieter Hölterhoff (nicht überprüft)

Ich stimme Ihnen zu, dass nicht die Finanzlobby maßgeblich die finanzielle Bildung in unserem Land bestimmen sollte. Nur frage ich mich, ob weniger Raum für Bildung im Zusammenhang mit Wirtschaft und Finanzen in der Schule dafür der richtige Weg ist. Gerade dort kann durch kluge Gestaltung der Lehrpläne erreicht werden, dass das Verständnis junger Menschen zu diesen Themen nicht  von Lobbyinteressen geprägt wird, sondern ausgeglichen und wissenschaftlich fundiert ist. 

Der Einfluss der Wirtschafts- und Finanzstrukturen auf unser Leben und unsere Gesellschaft ist zu groß, um ohne diese Grundlagen verantwortliche Entscheidungen treffen zu können - sowohl in der privaten Finanzplanung, als ...

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