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Jetzt wollen auch wir gehört werden!

Wir sind tatkräftige Gestalterinnen innovativer und nachhaltig wirksamer Hochschullehre – und deshalb verdient unsere Situation Beachtung. Ein Gastbeitrag der Weiterbildungskommission* der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik.

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Artikelbild: Jetzt wollen auch wir gehört werden!

SEIT VIELEN JAHREN setzen wir Hochschuldidaktikerinnen die Tat über die Beschreibung aktueller oder künftiger Probleme in der Hochschullehre. Mit anderen Worten: Wir fordern nicht (zuerst), sondern wir machen! Genau wie zuletzt hier im Blog gefordert.

Wir verbessern die Lehre, indem wir die Lehrenden beraten – auf der Basis praktischer Erfahrung, empirischer Reflexion und grundlegender Theorien. Wir stärken und vernetzen in der Hochschule und darüber hinaus die an der Hochschullehre beteiligten Akteure und helfen ihnen, beim Wissenstransfer zusammenzuarbeiten.

Das alles leisten wir überwiegend aus prekären Arbeitssituationen heraus und mit brüchiger Lobby im System. Und jetzt möchten auch wir – die im Broterwerb hochschuldidaktisch Tätigen – einmal gehört und einbezogen werden in die neu aufgelegten Diskurse und Entscheidungen rund um Hochschullehre und "New Learning" ( Hagener Manifest) !

Die aktuelle Situation

Im März 2020 wurde über Nacht möglich, Hochschullehre digital und mit studentischer Partizipation zu denken und zu gestalten. Was zuvor vielfach nur nach umfänglichen Diskussionen und als Pilotprojekte erprobt wurde, fand nun überall statt: Studieren jenseits des Campus an ...

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Kommentare

#1 -

Karla K. | Do., 17.12.2020 - 23:21
Gibt es tatsächlich einen Grund dafür, davon auszugehen, dass das Programm "Innovation in der Hochschullehre" mehr bringt, als es seine Aufgabe ist, Strohfeuerchen mit überschaubarer Brenndauer zu entfachen, die mit der Gießkanne über die Hochschulen des Landes verteilt werden? Mit der ersten Förderbekanntmachung haben sich doch eigentlich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die weitgehende Beschränkung auf "Digitales" scheint auch primär politisch motiviert, und nicht unbedingt an der Qualität von Hochschullehre orientiert zu sein.



Wozu brauchen Hochschulleitungen denn Profis für die Hochschullehre? Vom Dreiklang "praktische Erfahrung, empirische Reflexion und grundlegende Theorien" reicht ihnen doch regelmäßig der erste Aspekt. Und mit der Ermöglichung ...

#2 -

Franz Vergöhl | Fr., 18.12.2020 - 11:24
Moin Karla K.



ich war auch enttäuscht von der ersten Förderbekanntmachung. Und für mich gibt es zwei Begegnungen, die mich glauben lassen, dass es anders und auch etwas besser wird als zuletzt. Zum einen hat die neue Stiftung in ihren Think-Tanks bereits viele Perspektiven und Expertisen in die Eigenen Arbeit einfließen lassen. An einem Think-Tank zur studentischen Partizipation durfte ich selbst teilnehmen, und ich kaufe den Mitarbeiter:innen der Stiftung ab, dass sie aufrichtig an unseren Abreitsergebnissen interessiert sind. Einen Teil der Ergebnisse findet sich auch im Prozess um die Förderbekanntmachung wieder.

Zum anderen durfte ich gemeinsam mit dem Hochschulform Digitalisierung ...

#3 -

tmg | Fr., 18.12.2020 - 20:17
Die Lehrenden im MINT-Bereich sind in der Regel herzlich froh, wenn sie von der Hochschuldidaktik in Frieden gelassen werden. Ich kenne keinen einzigen Vorschlag aus diesen Reihen, der etwa von meinen Kollegen im Mathematikbereich für sinnvoll erachtet worden wäre und eingesetzt wird. Bevor hier weiter Ressourcen verschleudert werden, wäre es angebracht, durch Studien mit peer review Überprüfung die Wirksamkeit hochschuldidaktischer Vorschläge nachzuweisen. Aber das scheint für weite Teile der Hochschuldidaktik wohl eine zu große Herausforderung zu sein.

#4 -

Michael Liebendörfer | Fr., 18.12.2020 - 23:10
Nun, tmg, Sie haben Recht: Einige Lehrende im MINT-Bereich machen ihre Lehre für sich selbst und wollen auch nicht mehr. Und die Hochschuldidaktik kann häufig keine (MINT-Lehrende) überzeugende Evidenz liefern.



Es gibt aber gerade in der Mathematik auch viel peer-review-Forschung. Diese dreht sich häufiger um Unterstützungsmaßnahmen wie Vorkurse und Lernzentren als um Lehrmethodik oder den inhaltlichen Aufbau von Vorlesungen. Denn es ist klar: Die Freiheit der Lehre reicht weit. Man braucht Professorinnen und Professoren, die nicht selbst offen für Lehrentwicklung sind, auch nichts aufzuzwingen. Es wird also bei Angeboten bleiben müssen.



Diese Struktur mag auch erklären, warum sich die Hochschuldidaktik ...

#5 -

Karla K. | Sa., 19.12.2020 - 15:14
Lieber Franz Vergöhl,



wenn ich das richtig sehe, sind die Mittel, die für "Innovation in der Hochschullehre" zur Verfügung stehen, mit der ersten Förderbekanntmachung bis zum Jahr 2024 bereits weitgehend verplant, da werden sich die Möglichkeiten niedrigschwelliger Möglichkeiten der Projektförderung in Grenzen halten.



Ich halte "Innovation in der Hochschullehre" nicht für die Lösung, sondern als grundlegenden Teil des Problems:



_ Wettbewerbliche Projektförderung ist ein Grundproblem der Hochschulfinanzierung an sich. (Und in diesem Sinne ist auch das "Hochschulforum Digitalisierung" eher Teil des Problems, und nicht der Lösung, denn dort tummeln sich solche Einrichtungen, die u. a. ein Kaputtsparen des öffentlichen Sektors ...

#6 -

Marco Winzker | Mo., 21.12.2020 - 10:08
Die hier geäußerte Kritik kann ich aus meiner Erfahrung nicht nachvollziehen. Für den QpL gibt es Weiterfinanzierung durch ZSL (Zukunftsvertrag Studium Lehre) und an unserer Hochschule wurden die QpL-Stellen der Profs/LFbAs entfristet, die WissMits teilweise. Wir haben jetzt ein Zentrum Lehre mit entfristeter Stelle, wo HD vorher unbezahlte Nebenaufgabe einer Professur war.



Dass die Projekte für die SIH (Stiftung Innovation Hochschullehre) durch die Hochschulleitung eingereicht werden, macht Sinn. Das war bei QpL so und führt dazu, dass Anträge eingereicht werden, welche die ganze Hochschule einbeziehen. Auch Einzelideen können eine Hochschule voranbringen, aber da gibt es andere Programme und die SIH ...

#7 -

Jörg Abke | Mo., 21.12.2020 - 14:51
Lieber Marco Winzker,

ich berichte Dir gerne mal von meinen Erfahrungen zur "Qualität der Lehre"-Projektstellen-Weiterführungen. Unsere Erfahrungen decken sich da nicht, was u.a. auch an den unterschiedlichen Bundesländern liegen mag, in denen unsere Hochschulen liegen. Oder es liegt evtl. daran, dass ich trotz Lehrender im MINT-Bereich in einem innovativen QPL-Projekt unterwegs bin, das die Hochschulleitung als nicht sooooo wichtig erachtet und mir ZSL-Mittel trotz (mehrfacher) Nachfrage nicht nennen mag.

#8 -

René Krempkow | Di., 22.12.2020 - 18:39
@tmg und @Michael Liebendörfer:



Es wird in wenigen Wochen ein Handbuch Hochschuldidaktik geben, welches viele dieser Diskussionen zusammenführt und auch kritisch diskutiert (und in dem alle Beiträge double-blind peer reviewed sind), so u.a. auch die Überprüfung der Wirksamkeit hochschuldidaktischer Vorschläge (www.utb-shop.de/handbuch-hochschuldidaktik-10927.html):

So erörtern im Buchkapitel zu professions- und hochschulpolitischen Aspekten der Hochschuldidaktik Georg Jongmanns und Uwe Schmidt unter dem Titel „Intendierte und evidente Wirkungen: Förderprogramme für die Qualität in Studium und Lehre evaluieren“ die Möglichkeiten und das Potenzial, aus der Evaluation von Förderprogrammen nachhaltige Schlüsse für die Lehrentwicklung zu ziehen. Da ich als einer der Kapitelherausgeber diesen Text schon kenne, ...

#9 -

Franz Vergöhl | Di., 22.12.2020 - 20:21
Liebe Karla K.

ich habe überhaupt nicht das Bedürfnis die Stiftung, die Förderbekanntmachung oder das Wettbewerbsmodell zu verteidigen. Ich stimme Ihren Analysen größtenteils zu.

Ich bin bei der Stiftung und im Hochschulforum Digitalisierung kompetenten Menschen begegnet. Ich glaube diesen Menschen, dass sie es besser machen möchten als es im QPL war.

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