Ein Kompromiss, der seinen Namen verdient
Transparenter, rechtssicher und passend für alle Fachkulturen: Warum das "Anschlusszusage-Modell" den WissZeitVG-Konflikt lösen könnte. Ein Gastbeitrag von Simon Pschorr.

Simon Pschorr ist Staatsanwalt und abgeordneter Praktiker an der Universität Konstanz. Er kommentiert das Arbeitsrecht des akademischen Mittelbaus in Geis, Hochschulrecht in Bund und Ländern. Foto: privat.
NACHDEM DAS DEUTSCHE WISSENSCHAFTSSYSTEM das BMBF-Eckpunkte-Papier zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) ebenso entschieden wie einhellig abgelehnt hat, sind Alternativlösungen gefragt. Das Modell der Anschlusszusage kristallisiert sich dabei als echter Kompromiss heraus, der bereits von vielen Seiten Zustimmung erhält.
Wie funktioniert die Anschlusszusage?
Das Anschlusszusage-Modell hat mindestens zwei Phasen. In der ersten, hier Entwicklungsphase genannt, wird zunächst ein befristetes Arbeitsverhältnis begründet. Bei Abschluss des befristeten Arbeitsvertrages werden zugleich vertraglich verbindliche Ziel- und Leistungsvereinbarungen getroffen. Werden die vereinbarten Ziele erreicht, besteht Anspruch auf Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages nach Ablauf der Entwicklungsphase. Dann beginnt die Phase der Dauerbeschäftigung.

Der Entwicklungsphase könnte auch eine Übergangsphase mit einer sachgrundlosen Befristung vorgeschaltet werden. Diese wäre ähnlich dem bisherigen System allein an die Beschäftigung zur Qualifizierung gebunden, jedoch zeitlich deutlich kürzer als sechs Jahre. Damit würde aus dem Zwei- ein Drei-Phasen-Modell.

Worauf käme es bei der Zielvereinbarung an?
Die Anschlusszusage lebt von ...
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Kommentare
#1 - Guter Vorschlag, Die Arbeitgeber werden jedoch erwidern,…
#2 - "Wer als PostDoc beschäftigt wird, strebt eine…
#3 - Ein schönes Modell. Ohne Orientierungsphase kann ich es…
Wobei ich dann befürchte, dass die Institute auf Stellen mit Anschlusszusage überwiegend verzichten werden. Zumindest sehe ich nicht, warum die große Zurückhaltung bei der Einrichtung von Dauerstellen hier enden sollte.
Am Ende muss außerdem besprochen werden, wie diese Dauerstellen aussehen sollen. Wie viel Wissenschaftsfreiheit soll es sein? Weisungsgebundene Forschung ist nicht, was allen vorschwebt. Stellen ohne Forschung auch nicht. Bei freier Forschung ...
#4 - Rückfrage und Kommentar:1) Sollten diese neuen,…
1) Sollten diese neuen, unbefristeten Mittelbaustellen als Tarifbeschäftigte oder im Beamtenverhältnis ausgestaltet werden?
2) Dass in erheblichem Umfang Haushaltsmittel der Länder für die Umgestaltung bereitgestellt werden können (!), bezweifle ich zunächst. Auch angesichts anderweitiger Belastungen der Haushalte, die im Wissenschaftssystem auf uns zurollen...
3) Mit Zielvereinbarungen und Evaluationen ist das so eine Sache (vgl. u.a. die außeruniversitäre Forschung). Es müsste sichergestellt werden, dass die Prüfung der Soll-Erfüllung nicht zum reinen Ritual wird und ein Ausscheiden tatsächlich bei Nicht- oder Untererfüllung Realität ist.
#5 - Die Vereinbarung von Zielvereinbarungen und deren…
#6 - Ich frage mich wieso Zielvereinbarungen so schwer zu…
#7 - "Die Frage der Generationengerechtigkeit muss beantwortet…
--> Fragen Sie das auch die heutigen Professoren?
Re KPI:
Schoener Ausdruck. Key Performance Indicator. Aber wenn man genau hinschaut, dann sieht man auf Twitter viele Berichte, wie entweder KPIs schon von Anfang so formuliert wurden, 1.) dass sie unerreichbar waren, 2.) dass es nicht in der Hand des TT-Kandidates lag, diese aus eigener Kraft zu erreichen, weil andere bestimmen, 3.) es von der Willkür von Professoren abhing, ob diese als erreichbar betrachtet werden konnten.
KPI öffnen die Tuer zum Machtmissbrauch.
#8 - Wo bleibt bitte die Staerkung von Diversitaet, Minderheiten…
#9 - Das Problem bei diesen Vorschlägen ist, dass es nur eine…
#10 - Die Diskussion um das WissZeitVG wird unter der falschen…
#11 - Ich finde dieses Modell in der Struktur sehr gut. Aber in…
1. wem verweigert man eine Karriere in der Wissenschaft, obwohl sie oder er qualifiziert ist, weil die Stellen selbst bei gutem "Aufwuchs" nicht reichen werden für all die hervorragend Qualifizierten, die in SFBs etc. geschult werden?
2. Wie stellt man sicher, dass dieses Karrieremodell dank seiner notwendigen Selektion nicht zur Stromlinienförmigkeit führt, zu der die Wissenschaft ohnehin neigt?
3. Wie stellt man sicher, dass auch Wissenschaftler:innen, die sich langsamer entwickeln, nicht nach der Dissertation aus dem System ...
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