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Beispiellose Einschnitte

Das Wintersemester hat für Deutschlands Studierende eine dramatische Verschlechterung ihrer sozialen Lage mit sich gebracht, zeigen unsere Befragungsergebnisse. Deshalb sind die Bafög-Sparpläne der Bundesregierung grundfalsch. Ein Gastbeitrag von Clemens Weitz und Philipp Seegers.

DER SEIT WENIGEN TAGEN vorliegende Haushaltsentwurf der Bundesregierung sieht für das kommende Jahr substanzielle Einsparungen beim Bafög vor. Im Raum steht auf der studentischen Seite der Förderung ein Minus von über 400 Millionen Euro gegenüber diesem Jahr. Auch beim Schüler-Bafög dürften laut Vorlage viele Millionen wegfallen.

Freilich war absehbar, dass nach einer Reihe budgetärer Ausnahmejahre – geprägt von Not-, Sonder- und Extraausgaben – der Sparanspruch wieder tief ins Zentrum aller fiskalischen Planspiele rücken würde. Dennoch sei die Frage erlaubt, warum ausgerechnet bzw. auch bei Studierenden und Schüler*innen der Rotstift angesetzt wird. Noch dazu tiefrot, da die auf dem Tisch liegenden Zahlen den Topf de facto um über 20 Prozent kleiner machen würden. Zur Erinnerung: Vorgesehen waren laut Koalitionsvertrag eigentlich deutliche Verbesserungen, verbunden mit einer Bafög-Reform.


Die Studie und wer mitgemacht hat

Seit 2012 befragen" jobvalley" (die Studitemps GmbH) und das Department of Labour and Economics der Universität Maastricht halbjährlich Studierende aus ganz Deutschland. An der 23. Erhebung zur Studienreihe "Fachkraft 2030" nahmen 15.469 Personen teil, ...

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Kommentare

#2 -

Abbrecher | Di., 18.07.2023 - 23:34
7% unter/ brechen ihr Studium aus finanziellen Gründen ab. Ist das nun viel oder wenig? Hat es was mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu tun oder ist das ein „üblicher Wert“, der auch in vergangenen Jahren vorkam? Das müsste man wissen um die ansonsten wirklich sehr interessanten Ergebnisse der Studie besser einordnen zu können. Gab es diese Studie (in diesem Design, mit ähnlichem Fragebogen, mit ähnlicher Grundgesamtheit) schon einmal?

#3 -

Thorsten Beyer | Mi., 19.07.2023 - 11:40
Danke für diesen Gastbeitrag, der wichtiges empirisches Material zur finanziellen Lage der Studierenden zusammenträgt.

Eine Antwort an Robert Beltzig: Verteilungsfragen sind keine Naturgesetze, sondern Ergebnis politischer Kompromisse. Die finanzielle Lage der Studierenden lässt sich problemlos durch aktive Fiskalpolitik beantworten. Insbesondere in der Rezession sind Ausgabensteigerungen der öffentlichen Hand notwendig. Es geht also nicht um Endzeitszenarien, wonach "der Wohlstand", der immer schon nur regional und sozial verschieden verteilt war, "vorbei" ist, sondern um die Frage, wie künftig die Grundlage für wirtschaftliche Prosperität geschaffen wird. Mit einem selektiven Bildungswesen, in dem Viele nur mangelhaft ausgebildet sind, wird das nicht möglich sein. Eine ...

#5 -

naja | Mi., 19.07.2023 - 02:00
@Thorsten Beyer: ob bei einer finanziellen Abbrecherquote von 7% die Grundlage von künftiger wirtschaftlicher Prosperität gefährdet ist, darf doch bezweifelt werden. Und ob sich mit dieser Quote die Behauptung eines "selektiven"Bildungswesens, in dem VIELE nur mangelhaft ausgebildet sind, begründen lässt, erscheint ebenfalls zweifelhaft. Wirtschaftliche Prosperität wird eher dadurch gefährdet, dass das duale Ausbildungssystem in D allmählich ruiniert ist.

#6 -

Thorsten Beyer | Do., 20.07.2023 - 13:40
@Robert Beltzig

Was hat Münkler zu dieser Diskussion beizutragen?



@naja

Abbrecherquote hin oder her, in einer Rezession muss aktiv gegengesteuert werden. Worauf Sie abzielen, ist die Frage, ob überhaupte jede/r Abiturient/in studieren sollte. Sicher nicht, eine Reform der Dualen Ausbildung wird seit Jahr und Tag angekündigt. Auch dort hält die Verwissenschaftlichung Einzug (Stichwort Duales Studium); und auch dort hätte man wiederum mit Abbrechern zu tun.

Kluge Wirtschaftspolitik ist auch mehr als nur Ausbildung/Bildung, sondern auch günstige Energie, Investitionsbereitschaft usw. Was trägt die Bundesregierung dazu bei?



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