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Emotionaler Halt beim Gang in kognitives Neuland

Viel eigenes Nachdenken, gute Erklärungen und hilfreiche Materialien: Was es braucht, damit mehr Kinder sich die Welt der Mathematik erobern können. Ein Gastbeitrag von Michael Felten.

MAL WIEDER wurden Deutschlands Schüler getestet, diesmal mit einem Schwerpunkt in Mathematik. Und mittlerweile haben sich die Leistungen, so die neue PISA-Befunde, derart verschlechtert, dass manchen die Spucke wegbleibt. Dass die Pandemie wenig lernförderlich gewirkt hat, ist klar; dass die Deutschkenntnisse des spezifischen Zuwanderermix in Deutschland die Befunde gewichtig beeinflussten, ebenfalls; zudem wirken Smartphones als neue Zeitfresser und Lernbremsen. Insgesamt: Sinkflug seit 2012.

Speziell wenn es um das Schulfach Mathe geht, sind nun immer auch Stimmen zu hören, die meinen, der Lehrplan Mathematik sei eben viel zu anspruchsvoll oder lebensfern, das könne erheblich erleichtert werden, der Umgang mit Zahlen, Formen und Mustern sei doch eigentlich reizvoll, salopp gesagt: Mathe sei grundsätzlich kein Arschloch, sondern eine Orchidee.

Das stimmt wohl – allerdings muss diese Orchidee gedeihen und erblühen können. Die Anfangsvoraussetzungen dafür sind auch keineswegs schlecht: Laut Umfragen ist die Welt der Ziffern und Zuordnungen nicht nur das Schulfach, das die größten Befürchtungen auslöst – es gilt unter Schülern gleichzeitig als beliebteste Disziplin. Aber: Zur Eroberung dieser Welt ...

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Kommentare

#1 -

Lehrerkind | Do., 14.12.2023 - 12:57
Puuuuuh, "Smartphones als neue Zeitfresser und Lernbremsen" und "Kinder aus einem seelisch verwöhnenden Erziehungsklima". Das ist doch sehr polemische und holzschnittartige Kritik an der jungen Generation! Der Hinweis, dass diese Kritik schon seit über 100 Jahren geübt wird, macht sie auch nicht wirklich valide. Was nehmen wir denn jetzt mit? Die heutigen Kinder sind verwöhnte Snowflakes, die man dringend mal auf Spur bringen muss?



Ich bin ziemlich überrascht, einen deratigen Artikel hier zu lesen! Dieser Blog überzeugt in der Regel durch differenzierte Beiträge, dieser ist es leider überhaupt nicht.

#2 -

RS | Di., 19.12.2023 - 11:02
Ich würde mich dem Lehrerkind anschließen. Was auch fehlt, ist der Kontext früherer Bildungsstudien: Vor PISA war der erste Schock ja schon TIMSS gewesen, ebenso mit Mathematik-Schwerpunkt. Dieser Third Survey erneuerte - was zu wenig gesagt wird - den Befund von FIMS, dem First Survey von 1964. Kuschelpädagogik war damals glaub ich noch kein Phänomen, ebenso wenig die Vokabel Migrationshintergrund. Die Ergebnisse ähnelten sich aber stark: starke Sozialselektivität und mangelnde Literacy. Man beschloss dann damals, an solchen Studien nicht mehr teilzunehmen, und lieber evidenzfrei am Bildungssystem herumzuschrauben . Ergebnis sind dann diese Schulbücher, Curricula und Fachkulturen. Da muss man nicht ...

#3 -

Laubeiter | Mi., 20.12.2023 - 12:28
Ich habe zwei Kinder in den Kl. 9 u. 11, eins kommt in Mathe mit, das andere nicht. Viele Dinge, die dieser Artikel ausführt, kann ich aus unserer Erfahrung bestätigen oder finde ich hilfreich. Gegen Smartphone-Gewohnheiten anzukämpfen, ist in der Tat die Aufgabe, an der meine Frau und ich seit einiger Zeit scheitern. Bis Kl. 8 habe ich über family controls der iPhones eine Begrenzung der Zeiten der Nutzung durchgesetzt, seitdem gibt es jeden Tag Geschrei darüber, ob nun erst die Serie auf dem Handy oder erst die Mathehausaufgaben nach der Schule begonnen werden sollten.

Mit dem Ausdruck "seelisch verzärtelt" ...

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