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Wir brauchen ein positives Narrativ, um Schule (wieder) attraktiv zu machen

Solange das Bild des Lehrkräfteberufs in der Gesellschaft vor allem eines von Zweifeln und Überlastung ist, muss die Lehrer*innenbildung selbst den Optimismus liefern. Was Hochschulen tun können und welche Maßnahmen sie bereits ergreifen. Ein Gastbeitrag von Antje Kampert und Jan Springob.

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Artikelbild: Wir brauchen ein positives Narrativ, um Schule (wieder) attraktiv zu machen

Jan Springob ist Gymnasial- und Gesamtschullehrer für Englisch und Geschichte und leitet das Team Schulnetzwerk und Internationales am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln. Antje Kampert hat Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert, ist Supervisorin und systemische Familientherapeutin und leitet am Zentrum das Team Beratung . Foto: Lili Beckers/Andrea Schönwandt.

MILA, 19 JAHRE ALT, treffen wir auf unserer Einführungsveranstaltung für neue Lehramtsstudierende, den sogenannten "Ersti-Tagen", und kommen ins Gespräch. Die Studentin ist hochmotiviert, offen und zugewandt; sie freut sich auf das Studium für ihren Traumberuf. Doch schon nach wenigen Minuten äußert Mila folgendes: "Obwohl ich schon immer Lehrerin werden wollte, junge Menschen gerne auf ihrem jeweiligen Weg unterstütze, und weiß, wie wichtig genau dieser Beruf ist, habe ich dennoch Angst, dass ich das nicht schaffe, psychisch und physisch. Man liest so viele Horrorgeschichten. Wieso sollte gerade ich gesund bleiben in diesem Beruf?"

Bülent, 24 Jahre alt, ...

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Kommentare

#1 -

Manfred Pulm | Di., 23.04.2024 - 17:13
Danke für diesen sehr interessanten Beitrag. Ihre Problemanalyse teile ich. Dass Sie dem Thema Gesundheit eine große Bedeutung zuschreiben, kann ich sehr gut nachvollziehen. Hier wird im Schulsystem deutlich zu wenig getan. Aus der Fülle weiterer wichtiger Aspekte hier nur drei, denen ich im Laufe meines Berufslebens immer wieder begegnet bin:

- Stress, psychische und somatische Probleme habe ich sehr oft bei Kolleginnen und Kollegen beobachtet, die fachlich, pädagogisch und didaktisch unsicher waren. Eine Frage der Aus- und Fortbildung.

- Als ungeheuer wichtig habe ich das Thema "Erfahrung von Selbstwirksamkeit" erlebt. Als Lehrerin oder Lehrer zu sehen, wie aufgrund des ...

#2 -

Lehrerkind | Di., 23.04.2024 - 19:32
Noch viel nötiger als ein positives Narrativ sind strukturelle Änderungen! Auch das schönste Narrativ kann über strukturelle Missstände nicht hinwegtäuschen. Sonst kommen vom schönen Narrativ angelockte Kandidat*innen sehr sehr unsanft auf dem Boden der Tatsachen auf. Resilienztrainings udn eine positive Einstellung mögen eine Weile lang helfen, aber wenn sich an den Grundstrukturen nichts ändert, sind sie reine Symptombehandlung.

#3 -

McFischer | Mi., 24.04.2024 - 15:26
Danke für den inspirierenden Beitrag. Es ist sicher nur eine - hier positive - Perspektive auf den Lehrer*innenberuf, aber eine die wirklich stärker betont werden könnte.

Wichtig scheint mir, dass dieser Beruf eine so hohe Wertschätzung bekommt, wie notwendig ist - nämlich als äußert anspruchsvolle, herausfordernde, aber auch wirkungsstarke Tätigkeit.

Ich habe selbst einige Lehramtsstudierende erlebt, die (immer noch) mit einem viel zu romantischen, simplifizierten Bild in die Ausbildung gegangen sind. Ich denke, jede*r sollte mittlerweile wissen, dass es nicht einfach nur um das "Lehren" geht, sondern die Aufgaben und Herausforderungen vielfältig sind. Leider scheint mir das auch bei Lehrer*innen ...

#4 -

Benjamin Becker | Sa., 04.05.2024 - 21:40
Ein wichtiger Beitrag zur rechten Zeit! Als jemand, der nach vorheriger mehrjähriger Tätigkeit außerhalb der Schule gerade den Vorbereitungsdienst nachgeholt hat, kann ich aus voller Überzeugung schreiben: es lohnt sich, ich habe es keinen Tag bereut – und gleichsam brauchen wir Veränderungen! Nicht, weil alles schrecklich wäre (das ist es nicht!), sondern weil sich die Welt und Schule verändert haben und stetig verändern. Und diese permanente Veränderung – mal ganz unabhängig von den strukturellen Rahmenbedingungen – ist gut und wichtig! Was bringt es, zu lamentieren, dass früher mehr ‚reiner Unterricht‘ war? Heute ist Schule viel komplexer, ganzheitlicher, auch wirksamer. Dies ...

#5 -

Jakob Wassink | Mo., 06.05.2024 - 19:27
Erst einmal vielen Dank für den Beitrag, der mich etwas ratlos zurücklässt.

Erst einmal möchte ich @Lehrerkind zustimmen. Die schönsten Narrative und Imagekampagnen bringen nichts, wenn sich in der Realität nichts ändert. Man bekommt mit scharfem Blick schon den Eindruck, dass die Schulen das Sammelbecken für alle möglichen gesellschaftlichen Probleme sind, die dort von Menschen bearbeitet und idealerweise gelöst werden sollen, die dafür gar nicht die nötige Ausbidlung und zudem auch nicht die notwendigen Ressourcen haben.



Ich glaube auch nicht, dass die Hinzunahme weiterer Themen in die erste (universitäre) Phase der Lehrerbildung hier abhilfe schafft. Das Lehramtsstudium ist in seinen ...

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